Finnland Ordensschnalle eine Veteranen aus dem 2. Weltkrieg

3 Auszeichnungen. Silberne Verdienstmedaille aus Silber 813 H markiert, L7=1964, Medaille zur Erinnerung an den Winterkrieg 1939-40 mit Spange für Küstenverteidigung "RANNIKKOPUOLUSTUS". Bronzene Erinnerungsmedaille 1941-1945.
514400
€ 285,00

Finnische Ordensschnalle eines Veteranen des Zweiten Weltkriegs

Diese Ordensschnalle vereint drei Auszeichnungen, die gemeinsam das Schicksal eines finnischen Veteranen erzählen – von den dramatischen Tagen des Winterkrieges 1939–1940 über den Fortsetzungskrieg 1941–1945 bis hin zu einer erfolgreichen zivilen Nachkriegskarriere. Als zusammenhängendes Ensemble bietet sie einen faszinierenden Einblick in die finnische Militär- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts und ist für Sammler von besonderem dokumentarischem Wert.

Die Silberne Verdienstmedaille (813 H, L7=1964)

Die erste Auszeichnung auf dieser Schnalle ist eine Silberne Verdienstmedaille, die im finnischen Silberstempel-System mit 813 H markiert ist und die Datumsmarke L7 trägt, was dem Jahr 1964 entspricht. Diese halboffizielle Dekoration wurde von der Finnischen Handelskammer (Zentralhandelskammer) verliehen und war zum offiziellen Tragen neben staatlichen Auszeichnungen zugelassen.

Die Silberne Verdienstmedaille wurde im Rahmen eines mehrstufigen Medaillensystems vergeben: Bronze für 5 bis 15 Dienstjahre, Silber für 20 oder 25 Jahre bei demselben Arbeitgeber, und Gold für 30 oder mehr Jahre. Sie konnte auch für herausragende Verdienste im Unternehmertum, für langjährige Tätigkeit als gewählter Vertreter oder für ein Lebenswerk in der Geschäftswelt verliehen werden. Die Datumsmarke von 1964 zeigt, dass dieser Veteran nach dem Krieg eine bemerkenswerte zivile Karriere von mindestens 20 bis 25 Jahren aufgebaut hatte – ein Zeugnis der erfolgreichen Wiedereingliederung in das friedliche Leben.

Die Erinnerungsmedaille an den Winterkrieg 1939–1940 mit Spange RANNIKKOPUOLUSTUS

Das Herzstück dieser Schnalle aus militärhistorischer Sicht ist die Erinnerungsmedaille an den Winterkrieg, die am 2. August 1940 durch Präsident Kyösti Kallio und Verteidigungsminister Rudolf Walden gemäß der finnischen Verordnungssammlung 1940, Nummer 418, gestiftet wurde. Der Winterkrieg begann am 30. November 1939 mit dem sowjetischen Überfall auf Finnland und endete am 13. März 1940 – ein Konflikt, der die Welt durch den heldenhaften Widerstand des kleinen Finnland gegen die übermächtige Sowjetunion in Erstaunen versetzte.

Bei diesem Exemplar handelt es sich um den Typ III, der für finnische Soldaten bestimmt war. Die Vorderseite zeigt die Silhouette eines schneebedeckten Schützen, umgeben von acht Provinzwappen Finnlands, mit den Daten „1939–1940“ am unteren Rand. Die Rückseite trägt einen geprägten Nadelholzkranz um den Rand mit der zentralen Inschrift „KUNNIA ISÄNMAA“ (Ehre dem Vaterland) und einem Tatzenkreuz-Variante am oberen Rand. Die Medaille besteht aus geschwärztem Eisen und ist magnetisch.

Besonders bemerkenswert ist die Spange „RANNIKKOPUOLUSTUS“ (Küstenverteidigung). Es existierten insgesamt 15 verschiedene Spangen – 11 für Kampfgebiete und 4 für Unterstützungsgruppen. Die Spange RANNIKKOPUOLUSTUS wurde an Angehörige der Marine (Flotte und Küstenartillerie), der Küstenwache sowie an Personal vergeben, das während des Dienstes an Bord von Schiffen unter Beschuss geriet. Dies verrät uns, dass der Träger dieser Schnalle seinen Winterkriegsdienst im maritimen Bereich leistete – ein Detail, das diese Ordensschnalle für Sammler besonders interessant macht.

Die Medaille wurde von Major Aarno Karimo entworfen, einem nationalistischen Dichter und Künstler, der 1933 auch den Marschallstab von Marschall Mannerheim gestaltet hatte. Insgesamt wurden über 700.000 Exemplare aller Versionen zwischen September 1940 und 1992 verliehen – die Vergabe erfolgte bewusst großzügig und umfasste Soldaten, Zivilisten und Unterstützungspersonal, einschließlich Kantinenmitarbeitern, Meldeläufern und Uniformwäscherinnen. Noch bis 1992 konnten zuvor nicht berücksichtigte Veteranen die Medaille erhalten.

Die Bronzene Erinnerungsmedaille an den Fortsetzungskrieg 1941–1945

Die dritte Auszeichnung ist die Erinnerungsmedaille an den Fortsetzungskrieg in Bronze. Sie wurde erst am 24. Mai 1957 durch Präsident Urho Kekkonen gestiftet – volle zwölf Jahre nach Kriegsende. Dieser zeitliche Abstand spiegelt die politisch heikle Nachkriegssituation Finnlands wider, das unter sowjetischem Druck stand.

Der Fortsetzungskrieg dauerte vom 25. Juni 1941 bis zum 19. September 1944, als Finnland an der Seite Deutschlands versuchte, die im Winterkrieg verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Die Medaille wurde an finnische Staatsbürger und Ausländer verliehen, die am Krieg teilnahmen oder zwischen dem 25. Juni 1941 und dem 27. April 1945 für die Landesverteidigung tätig waren – einschließlich Mitgliedern von Jugendorganisationen unter 18 Jahren.

Die Vorderseite der 31 mm großen runden Bronzemedaille zeigt ein horizontales Bajonett, umrankt von Eichenlaub, mit der Umschrift „ISÄNMAA“ (Vaterland) und den Daten „1941–1945“. Die Rückseite zeigt das finnische Staatswappen. Das Band ist 32 mm breit, dunkelblau mit zwei weißen Streifen von 2 mm Breite und einem zentralen weißen Streifen von 1 mm. Eine optionale Spange „LAPIN SOTA“ (Lapplandkrieg) konnte für den Dienst zwischen dem 15. September 1944 und dem 27. April 1945 hinzugefügt werden; diese wurde 1987 von Präsident Koivisto genehmigt. Das Fehlen dieser Spange auf der vorliegenden Schnalle deutet darauf hin, dass der Träger nicht am Lapplandkrieg gegen die ehemaligen deutschen Verbündeten teilnahm.

Gesamtbedeutung für den Sammler

Diese Ordensschnalle erzählt die vollständige Geschichte eines finnischen Lebens im 20. Jahrhundert: Küstenverteidigung gegen die sowjetische Aggression im Winterkrieg, fortgesetzter Dienst im Fortsetzungskrieg und schließlich erfolgreiche Integration in die Nachkriegsgesellschaft mit einer anerkannten beruflichen Laufbahn. Die Kombination von militärischen Kampfauszeichnungen mit einer zivilen Verdienstmedaille macht dieses Ensemble zu einem besonders aussagekräftigen Sammlerstück, das weit über den rein numismatischen Wert hinausgeht.