Finnland Tapferkeitsmedaille in Bronze 1939
Die Vapaudenmitali (Freiheitsmedaille) der zweiten Klasse von 1939 verkörpert einen der dramatischsten Momente der finnischen Geschichte: den Winterkrieg gegen die Sowjetunion. Diese bronzene Auszeichnung gehört zum Orden des Freiheitskreuzes (Vapaudenristin Ritarikunta), der ursprünglich während des finnischen Bürgerkriegs am 4. März 1918 auf Vorschlag von General Gustav Mannerheim vom finnischen Senat gestiftet wurde. Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1919 wurde der Orden eingestellt, doch als sowjetische Truppen am 30. November 1939 in Finnland einmarschierten, reaktivierte Präsident Kyösti Kallio am 8. Dezember 1939 durch Dekret den Orden und ermächtigte Oberbefehlshaber Mannerheim, alle Klassen zu verleihen.
Der Orden des Freiheitskreuzes wurde in sieben Klassen gestiftet: das Großkreuz, das Freiheitskreuz (1. bis 4. Klasse) und die Freiheitsmedaille (1. und 2. Klasse). Die Freiheitsmedaille der ersten Klasse wurde aus Silber gefertigt, während die zweite Klasse, wie das hier beschriebene Exemplar, aus Bronze bestand. Diese hierarchische Unterscheidung spiegelte die militärische Rangordnung wider: Die Freiheitskreuze waren für Offiziere reserviert, während die Freiheitsmedaillen vornehmlich an Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade verliehen wurden.
Die Medaille trägt auf der Vorderseite den gekrönten finnischen Löwen, der ein Schwert hält, umgeben von zwei weißen Rosen Finnlands. Die Inschrift lautet “URHEUDESTA FÖR TAPPERHET”, was auf Finnisch und Schwedisch “Für Tapferkeit” bedeutet – eine Anerkennung der beiden Landessprachen Finnlands. Die Rückseite zeigt die Worte “SUOMEN KANSALTA” (“Vom finnischen Volk”) zusammen mit der Jahreszahl 1939, eingebettet in einen kreisförmigen Lorbeerkranz. Diese Datierung ist von besonderer Bedeutung, da Medaillen mit der Aufschrift “1939” ausschließlich für Verdienste im Winterkrieg verliehen wurden, während spätere Ausgaben mit “1941” den Fortsetzungskrieg (1941–1944) kennzeichneten.
Die Auszeichnung wurde für Taten militärischer Tapferkeit und herausragenden Dienst in Kriegszeiten verliehen. Eine bemerkenswerte Besonderheit bestand darin, dass Marschall Mannerheim anordnete, auch verwundete Soldaten mit dieser Medaille auszuzeichnen, da Finnland über keine separate Verwundetenauszeichnung verfügte. Die Medaille wird an einem blauen Band mit schmalen weißen Streifen nahe den Rändern getragen, und ihr Durchmesser beträgt etwa 30 Millimeter.
Der Winterkrieg, der von November 1939 bis März 1940 dauerte, endete mit der Bewahrung der finnischen Unabhängigkeit, obwohl das Land gezwungen war, Gebiete an die Sowjetunion abzutreten. Der heldenhafte Widerstand der finnischen Streitkräfte gegen eine erdrückende Übermacht wurde international bewundert. Zwischen 1918 und 1919 waren bereits etwa 28.311 Auszeichnungen des Ordens verliehen worden, und während des Zweiten Weltkriegs wurden die Dekorationen in großer Zahl vergeben. Am 16. Dezember 1940 wurde der Orden durch Gesetz zu einer permanenten Einrichtung erhoben.
Nach einem Dekret vom 18. August 1944 konnten die Auszeichnungen auch in Friedenszeiten verliehen werden. Mannerheim wurde 1944 auf Lebenszeit zum Großmeister ernannt; danach ging diese Position auf den Oberbefehlshaber der finnischen Verteidigungskräfte über. Der Orden des Freiheitskreuzes bleibt bis heute einer der drei offiziellen finnischen Staatsorden und wird typischerweise am 4. Juni (Flaggentag der finnischen Verteidigungskräfte) und am 6. Dezember (Unabhängigkeitstag) für militärische Verdienste und Verdienste um die Landesverteidigung verliehen. Diese bronzene Medaille von 1939 ist somit nicht nur ein militärisches Ehrenzeichen, sondern ein greifbares Symbol des finnischen Überlebenswillens und der nationalen Widerstandsfähigkeit in einem existenziellen Kampf um Freiheit und Souveränität.