Frankreich "Médaille d'Outre Mer" mit Spange "Irak"

und Bandspange, Zustand 2.  
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35,00

Die französische Médaille d'Outre-Mer mit Spange «Irak»

Die hier vorgestellte Auszeichnung gehört zu den traditionsreichsten militärischen Dekorationen der Französischen Republik. Die Médaille d'Outre-Mer – die französische Übersee-Medaille – blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts reicht und bis heute in aktivem Gebrauch ist. Das vorliegende Exemplar trägt die Spange «Irak» und wird zusammen mit einer Bandspange präsentiert.

Ursprünge der Kolonialmedaille

Im Jahr 1892 legte der Vicomte Louis-Philogène de Montfort der französischen Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf vor, der die Schaffung einer universellen Gedenkmedaille vorsah. Diese sollte Soldaten belohnen, die an besonders denkwürdigen Feldzügen teilgenommen hatten, wobei separate Spangen die jeweiligen Einsatzgebiete kennzeichnen sollten. Durch Artikel 75 des Finanzgesetzes vom 26. Juli 1893 wurde diese Medaille unter dem Namen Médaille coloniale (Kolonialmedaille) ins Leben gerufen. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie an mehr als eine Million Empfänger verliehen – ein Zeugnis der weitreichenden militärischen Aktivitäten Frankreichs in Übersee.

Von der Kolonialmedaille zur Übersee-Medaille

Mit dem Ende der Kolonialära und den tiefgreifenden geopolitischen Veränderungen der Nachkriegszeit wurde die Bezeichnung der Medaille angepasst. Durch das Dekret Nr. 62-660 vom 6. Juni 1962 wurde die Kolonialmedaille in Médaille d'Outre-Mer (Übersee-Medaille) umbenannt. Diese Umbenennung spiegelte den gewandelten Charakter der französischen Militäreinsätze wider, die nun nicht mehr im kolonialen Kontext, sondern im Rahmen internationaler Operationen und Friedensmissionen stattfanden.

Physische Beschreibung

Die Médaille d'Outre-Mer ist eine runde Medaille mit einem Durchmesser von 30 mm, gefertigt aus versilberter Bronze oder Silber. Die Vorderseite zeigt die Marianne, das Sinnbild der Republik, mit einem lorbeerbekränzten Helm, umgeben von der Inschrift «REPUBLIQUE FRANÇAISE». Die Rückseite zeigt einen Erdglobus über militärischen Trophäen und Attributen mit der Inschrift «MEDAILLE D'OUTRE-MER». Die Gravur geht auf das Werk von Georges Lemaire zurück, nach einer Zeichnung des Marinemalers Marie Saulnier de la Pinelais. Die Medaille wird an einem hellblauen Band mit einer Breite von 36 mm getragen, das drei vertikale weiße Streifen aufweist: einen zentralen Streifen von 7 mm und zwei seitliche Streifen von jeweils 2 mm. Die Aufhängung wird durch zwei gekreuzte Lorbeerzweige gebildet. Die Spangen bestehen aus Vermeil (vergoldetem Silber) und tragen in Großbuchstaben die Bezeichnung des jeweiligen Einsatzgebietes.

Verleihungskriterien

Die Médaille d'Outre-Mer kann an militärisches oder ziviles Personal verliehen werden, das dem Ministerium der Streitkräfte untersteht und eine effektive Teilnahme an Operationen oder Missionen im Ausland oder einen Militärdienst außerhalb des europäischen Territoriums Frankreichs nachweisen kann. Die Medaille wird mit oder ohne Spange verliehen, wobei die Spange für militärisches Personal bestimmt ist, das an Operationen in bestimmten Gebieten teilgenommen hat, deren Liste vom Verteidigungsminister festgelegt wird. Derzeit existieren vierzehn Spangen, darunter unter anderem: Tchad, Mauritanie, Liban, Ormuz, Zaïre, Moyen-Orient, Rwanda, Cambodge, Somalie, Irak, République Centrafricaine, République Démocratique du Congo, République de Côte d'Ivoire und Sahel.

Der Golfkrieg und die Spange «Moyen-Orient»

Für den Golfkrieg 1990–1991 wurde durch Entscheidung Nr. 36928 vom 20. Dezember 1990 die Vermeil-Spange «Moyen-Orient» (Naher Osten) geschaffen. Diese wurde an alle Militärangehörigen verliehen, die mindestens 30 Tage in den Operationen Salamandre, Artimon, Busiris, Daguet, Méteil, Phére, Libage, Ramure und Merrain dienten. Am 17. Januar 1991 begann die Koalition mit der Operation Desert Storm. Diese Kampfphase wurde mit Luftangriffen eingeleitet, denen bald ein Bodenassault folgte. Die Operation endete am 28. Februar 1991 und war ein Erfolg, da die irakischen Streitkräfte aus Kuwait vertrieben wurden. Ein bekannter Empfänger war der Legionär Michael Larsell vom 1. Fremden Kavallerie-Regiment, der die Übersee-Medaille mit der Spange «Moyen-Orient» für seinen Dienst während der Operation Desert Storm bei der Division Daguet erhielt.

Moderne Einsätze im Irak

Im modernen Kontext wurde die Spange «Moyen-Orient» durch ein Dekret vom 31. Dezember 2014, modifiziert am 12. November 2015, auf die Operation Chammal ausgeweitet. Diese Operation erstreckt sich seit dem 8. August 2014 auf die Territorien des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, Katars, Jordaniens, Saudi-Arabiens, Bahrains sowie auf die aeromaritimen Zonen. Für die Operation Chammal kann die Medaille an Personal verliehen werden, das mindestens fünfzehn Tage – zusammenhängend oder unterbrochen – an der Operation teilgenommen hat. Verwundete, zitierte, gefallene Personen oder diejenigen, die durch Entscheidung des operativen Kommandos medizinisch evakuiert wurden, sind von der zeitlichen Anforderung befreit.

Aktuelle Entwicklungen

Die Médaille d'Outre-Mer ist nach wie vor in aktivem Gebrauch für zeitgenössische französische Militäroperationen im Ausland. Im Jahr 2024 wurde durch das Dekret Nr. 2024-927 vom 10. Oktober 2024 der Anwendungsbereich der Übersee-Medaille ohne Spange auf alle Militärdienste außerhalb des europäischen Territoriums Frankreichs ausgeweitet.

Dieses Exemplar mit der Spange «Irak» stellt ein bedeutsames Sammlerstück dar, das die kontinuierliche Rolle Frankreichs bei internationalen Militäroperationen im Nahen Osten dokumentiert und die lange Tradition der Médaille d'Outre-Mer in der französischen Ordenskunde widerspiegelt.