Kaiserlich Österreichischer Orden der Eisernen Krone Bruststern zur 1. Klasse

Der Bruststern ist sehr wahrscheinlich eine Fertigung der Firma Rothe, Wien, um 1866. Der Sternkorpus aus Silber, das Medaillon und die Auflagen n Gold, der blaue Emaillering noch in der frühen dunkelblauen Ausführung, das Medaillon mit fein gekörntem Hintergrund. Rückseitig vergoldet, an breiter Nadel, ohne Punzen. Nur leicht getragen, in besonders schönem Zustand.
Nur minimal getragen, in besonders schönem Zustand.
Extrem selten, eines der wenigen Originale.
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Kaiserlich Österreichischer Orden der Eisernen Krone Bruststern zur 1. Klasse

Der Kaiserlich Österreichische Orden der Eisernen Krone gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der Habsburgermonarchie und verkörpert eine faszinierende Verbindung zwischen napoleonischer Tradition und österreichischer Kaiserherrlichkeit. Sein Name leitet sich von der antiken Eisernen Krone der Lombardei ab, einem mittelalterlichen Reliquiar, das der Überlieferung nach einen Nagel vom Wahren Kreuz enthält. Diese historische Krone wurde zum Symbol für die Herrschaft über die norditalienischen Gebiete und zur Inspiration für eine der prestigeträchtigsten Ordensauszeichnungen Europas.

Die Geschichte des Ordens beginnt mit Napoleon Bonaparte, der am 5. Juni 1805 nach seiner Krönung zum König von Italien einen Orden der Eisernen Krone stiftete. Unter napoleonischer Herrschaft wurden zwischen 1805 und 1814 insgesamt 1.909 Ritter ernannt. Nach Napoleons Niederlage und dem Wiener Kongress fiel das Königreich Lombardo-Venetien an Österreich, und Kaiser Franz I. beschloss, den Orden in adaptierter Form weiterzuführen. Am 7. April 1815 wurde der Orden neu gestiftet, die Statuten im Januar 1816 genehmigt, und am 12. Februar 1816, dem Geburtstag des Kaisers, erfolgte die offizielle Wiedererrichtung.

Die österreichische Version unterschied sich markant von ihrem napoleonischen Vorgänger. Der französische Adler wurde durch den doppelköpfigen österreichischen Adler ersetzt, die Ordensfarben von Gold und Grün zu Gold und Königsblau geändert. Neu hinzugefügt wurden das Motto „AVITA ET AUCTA" (Ererbt und Vermehrt) sowie der Buchstabe „F" für Franz und die Jahreszahl 1815. Diese Änderungen symbolisierten die Kontinuität habsburgischer Macht und den Anspruch auf das lombardische Erbe.

Der Bruststern zur 1. Klasse stellt die höchste Stufe dieser dreiklassigen Auszeichnung dar. Ursprünglich war die Mitgliederzahl streng limitiert: nur 20 Ritter der 1. Klasse, 30 der 2. Klasse und 50 der 3. Klasse waren vorgesehen, insgesamt also 100 Ordensträger ohne Mitglieder der kaiserlichen Familie. Der achtstrahlige silberne Stern wurde auf der linken Brust getragen und zeigte im zentralen Medaillon die Eiserne Krone auf goldenem Grund, umgeben von einem dunkelblauen Emailring mit der Inschrift „AVITA ET AUCTA". Der Medaillonhintergrund war fein gekörnt gearbeitet. Typische Dimensionen für Bruststerne der 1. Klasse dieser Periode lagen zwischen etwa 86 und 93 Millimetern.

Die gesellschaftliche Bedeutung des Ordens kann kaum überschätzt werden. Bis zum 18. Juli 1884 verlieh die 1. Klasse ihrem Träger den Titel eines Geheimrats, die Anrede Exzellenz sowie das Recht zur Teilnahme an Hofveranstaltungen. Der Orden diente besonders dem aufstrebenden Bürgertum des Kaiserreichs als Weg zum Adelstand und wurde sowohl an habsburgische Untertanen als auch an Ausländer verliehen. Nach 1866, nach dem Verlust der italienischen Territorien Österreichs, entwickelte sich der Orden zu einer universellen Auszeichnung, die nicht mehr an italienische Verbindungen gebunden war.

Zu den prominenten Trägern zählten militärische Größen wie Feldmarschall Radetzky und Erzherzog Albrecht, aber auch Kulturschaffende wie der Komponist Johann Strauss und der Maler Hans Makart sowie Industrielle wie Adolf Ignaz Mautner, der 1872 als Ritter Mautner von Markhof geadelt wurde. Auch der dänische Vizeadmiral Hans Birch Dahlerup erhielt 1850 diese Ehrung.

Während des Ersten Weltkriegs änderte sich der Charakter der Auszeichnung grundlegend. Die ursprünglichen Zahlenbeschränkungen wurden weit überschritten, und der Orden fungierte zunehmend als Offiziersauszeichnung für Tapferkeit, die mehrfach verliehen werden konnte. Tausende von Verleihungen wurden vorgenommen – allein an drei Landesschützen- beziehungsweise Kaiserschützen-Regimenter gingen 166 Auszeichnungen der 3. Klasse. Ab 1860 existierte eine Kriegsdekoration-Variante mit Lorbeerkranz, ab 1917 konnten gekreuzte Schwerter für persönliche Tapferkeit hinzugefügt werden.

Das vorliegende Exemplar wird der renommierten Wiener Firma C.F. Rothe zugeschrieben, einem bedeutenden k.u.k. Hofjuwelier und Ordensfertiger des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Datierung um 1866 fällt in eine wichtige Übergangsphase österreichischer Geschichte. Der Stern zeigt charakteristische Merkmale früher Produktionstypen, insbesondere die dunkelblau ausgeführte Emaillierung. Die Rückseite ist vergoldet und mit einer breiten Nadel versehen, Punzen fehlen, was mit der Fertigung vor Einführung österreichischer Punzierungsvorschriften übereinstimmt.

Mit dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918 endete die Geschichte des Ordens als aktive Auszeichnung. Alle Ritterorden außer dem Orden vom Goldenen Vlies wurden formell abgeschafft. Die Habsburgergesetze vom 3. April 1919 und das Adelsaufhebungsgesetz vom selben Tag hoben Adelstitel und Privilegien auf, wodurch der Orden als rechtliche Institution erlosch. Originale Exemplare bleiben jedoch bis heute bei Sammlern österreichisch-ungarischer Kaiserzeitdekorationen wegen ihrer historischen Bedeutung und Seltenheit hoch geschätzt.

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