NSFK Modellflug-Leistungsabzeichen 2. Modell in Bronze mit der Halbminiatur im Pappkarton

Abzeichen in Feinzink bronziert, Durchmesser 20 mm, rückseitig mit Verleihungs-Nr. 106 an Quernadel. Dazu passend die Halbminiatur mit der gleichen Verleihungs-Nr. 106 an langer Nadel. Im Pappkarton mit notierter Verleihungsnummer. In gutem Zustand, sehr selten.
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NSFK Modellflug-Leistungsabzeichen 2. Modell in Bronze mit der Halbminiatur im Pappkarton

Das NSFK Modellflug-Leistungsabzeichen repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Luftfahrtgeschichte während der nationalsozialistischen Ära. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) wurde am 17. April 1937 als Nachfolgeorganisation des Deutschen Luftsportverbandes gegründet und unterstand dem Korpsführer Friedrich Christiansen, später ab 1943 Alfred Keller. Die Organisation diente primär der fliegerischen Vorschulung und sollte die Begeisterung für die Luftfahrt in der deutschen Bevölkerung fördern.

Das hier beschriebene Abzeichen in seiner 2. Modellausführung in Bronze wurde für besondere Leistungen im Modellflugwesen verliehen. Der Modellflug spielte eine zentrale Rolle in der Ausbildungskonzeption des NSFK, da er jungen Menschen grundlegende aerodynamische Prinzipien und technisches Verständnis vermittelte, bevor sie möglicherweise zur motorisierten Flugausbildung übergingen. Das NSFK gliederte sich in verschiedene Sparten, wobei die Modellflugsparte neben Motor-, Segel- und Segelflugzeugbau eine der wichtigsten Ausbildungsbereiche darstellte.

Die technische Ausführung des Abzeichens entspricht den typischen Herstellungsstandards jener Zeit. Das in Feinzink bronzierte Material mit einem Durchmesser von 20 mm war eine gängige Produktionsmethode während der 1930er und 1940er Jahre, als Edelmetalle zunehmend knapp wurden und für kriegswichtige Zwecke reserviert blieben. Die rückseitige Verleihungsnummer 106 an der Quernadel dokumentiert die individuelle Vergabe und ermöglichte eine genaue Kontrolle der verliehenen Auszeichnungen.

Besonders bemerkenswert ist das Vorhandensein der Halbminiatur mit identischer Verleihungsnummer. Halbminiaturen wurden üblicherweise zur täglichen Trageweise an der Zivilkleidung verwendet, während das größere Abzeichen zu offiziellen Anlässen oder an der Uniform getragen wurde. Die lange Nadel der Halbminiatur ermöglichte das sichere Befestigen an verschiedenen Kleidungsstücken. Die Tatsache, dass beide Stücke die gleiche Verleihungsnummer tragen, bestätigt ihre Authentizität und dokumentiert ihre gemeinsame Vergabe an denselben Empfänger.

Der originale Pappkarton mit notierter Verleihungsnummer ist ein besonders seltenes Erhaltungsmerkmal. Viele dieser Verpackungen gingen im Laufe der Jahrzehnte verloren oder wurden als unwichtig erachtet und entsorgt. Das Vorhandensein der Originalverpackung erhöht nicht nur den historischen, sondern auch den dokumentarischen Wert des Ensembles erheblich.

Die Verleihungskriterien für Modellflug-Leistungsabzeichen waren in den NSFK-Bestimmungen genau festgelegt. Bewerber mussten nachweisbare Leistungen im Bau und Flug von Modellflugzeugen erbringen. Dies konnte die Konstruktion funktionsfähiger Modelle nach technischen Vorgaben, das Erreichen bestimmter Flugzeiten oder -weiten sowie theoretische Kenntnisse in Aerodynamik und Flugzeugbau umfassen. Die Abstufung in verschiedene Stufen (Bronze, Silber, Gold) entsprach dem Leistungsprinzip, das in allen NS-Organisationen propagiert wurde.

Im historischen Kontext muss das NSFK als Teil des umfassenden Systems der nationalsozialistischen Massenorganisationen verstanden werden. Mit über 1,8 Millionen Mitgliedern im Jahr 1944 erreichte die Organisation eine beträchtliche gesellschaftliche Durchdringung. Die fliegerische Ausbildung diente dabei einem doppelten Zweck: Einerseits sollte sie die Luftfahrtbegeisterung fördern und einen Nachwuchspool für die Luftwaffe schaffen, andererseits erfüllte sie auch Funktionen der ideologischen Erziehung und sozialen Kontrolle.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das NSFK durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 aufgelöst und als verbrecherische Organisation eingestuft. Der Besitz von NSFK-Abzeichen und -Auszeichnungen wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit problematisch, was zur Vernichtung vieler dieser Objekte führte. Dies erklärt die heutige Seltenheit gut erhaltener Exemplare, insbesondere mit Originalverpackung.

Aus sammlerhistorischer und musealer Perspektive stellen solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der Alltagsgeschichte und der Organisationsstrukturen des Nationalsozialismus dar. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch militärische und paramilitärische Strukturen sowie die systematische Vorbereitung auf den Krieg durch scheinbar unpolitische Freizeitaktivitäten.