NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " NSKK Motorgruppe Alpenland - Wintersportkämpfe 1939 Mannschaftslauf 2. Sieger "

Feinzink, 72 x 83 mm, mit 1 Bohrung, Hersteller : Klotz u. Kienast München, Zustand 2.
331400
200,00

NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " NSKK Motorgruppe Alpenland - Wintersportkämpfe 1939 Mannschaftslauf 2. Sieger "

NSKK-Siegerplakette der Wintersportkämpfe 1939

Die vorliegende nichttragbare Siegerplakette dokumentiert einen bedeutenden Aspekt der Sportaktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der unmittelbaren Vorkriegszeit. Diese Auszeichnung wurde bei den Wintersportkämpfen 1939 der NSKK-Motorgruppe Alpenland für den zweiten Platz im Mannschaftslauf verliehen.

Das NSKK wurde 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich 1934 zu einer eigenständigen Formation der NSDAP. Unter der Leitung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein umfasste die Organisation bis 1939 etwa 500.000 Mitglieder. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und der Förderung des Motorsports im Deutschen Reich. Die paramilitärische Organisation gliederte sich in verschiedene Motorgruppen, die geografischen Regionen entsprachen.

Die Motorgruppe Alpenland war für die österreichischen Gebiete zuständig, die nach dem Anschluss im März 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert wurden. Diese Motorgruppe umfasste die alpinen Regionen und organisierte neben kraftfahrtechnischen Schulungen auch umfangreiche Sportveranstaltungen, insbesondere Wintersportaktivitäten, die der Region und den Fähigkeiten der Mitglieder entsprachen.

Die Wintersportkämpfe des NSKK dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die körperliche Ertüchtigung der Mitglieder fördern, den Korpsgeist stärken und die paramilitärische Ausbildung durch sportliche Wettkämpfe ergänzen. Der Mannschaftslauf betonte besonders den Gemeinschaftsgedanken und die Zusammenarbeit, Werte, die in der NS-Ideologie zentral waren. Solche Veranstaltungen wurden 1939, im letzten Friedensjahr vor dem Zweiten Weltkrieg, noch mit großem Aufwand durchgeführt.

Die Plakette selbst wurde von der renommierten Münchner Firma Klotz & Kienast hergestellt, einem etablierten Hersteller von Abzeichen, Plaketten und Auszeichnungen während der NS-Zeit. Das Unternehmen produzierte zahlreiche Ehrenzeichen für verschiedene NS-Organisationen und war für die Qualität seiner Arbeiten bekannt. Die Verwendung von Feinzink als Material war typisch für nichttragbare Auszeichnungen und Siegerplaketten dieser Zeit. Das Format von 72 x 83 mm entspricht den üblichen Dimensionen für Wandplaketten, die zur Erinnerung an sportliche Erfolge aufbewahrt wurden.

Die Bohrung an der Plakette deutet darauf hin, dass sie zur Aufhängung und Präsentation gedacht war. Solche Auszeichnungen wurden häufig in NSKK-Dienststellen, Gemeinschaftsräumen oder privaten Haushalten ausgestellt, um die sportlichen Erfolge sichtbar zu machen und die Verbundenheit mit der Organisation zu demonstrieren.

Der zeitliche Kontext der Veranstaltung im Jahr 1939 ist bemerkenswert: Im Januar 1939 befand sich das Deutsche Reich bereits in intensiven Kriegsvorbereitungen. Die Annexion der Tschechoslowakei erfolgte im März desselben Jahres, und im September begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Dennoch wurden im Winter 1938/39 noch reguläre Sportveranstaltungen durchgeführt, die eine gewisse Normalität suggerierten, während gleichzeitig die militärische Mobilisierung voranschritt.

Das NSKK spielte während des Krieges eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht und bei der Organisation des Transportwesens. Viele NSKK-Mitglieder wurden direkt in militärische Transporteinheiten übernommen. Die sportlichen und kameradschaftlichen Aktivitäten der Vorkriegszeit trugen zur Schaffung eines Netzwerks bei, das später für militärische Zwecke genutzt wurde.

Aus historischer Sicht dokumentieren solche Plaketten die Durchdringung des Alltags durch NS-Organisationen und deren Aktivitäten. Sport wurde systematisch instrumentalisiert, um politische Ziele zu fördern und die Bevölkerung an die Strukturen des Regimes zu binden. Die nichttragbaren Siegerplaketten unterschieden sich von tragbaren Auszeichnungen wie Abzeichen oder Medaillen und dienten primär der Erinnerung und Dokumentation.

Heute stellen solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der NS-Zeit dar. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisationsstrukturen, die Alltagskultur und die Mechanismen gesellschaftlicher Integration im nationalsozialistischen Deutschland. Die Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation dieser Objekte ist für die historische Forschung und Bildungsarbeit von Bedeutung.