NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Kurhessenfahrt 1935 Motorgruppe Hessen "

emaillierte Plakette aufgelegt auf Stern aus Buntmetall versilbert, 90 x 90 mm, Hersteller : E.F.Wiedmann Frankfurt a.M., mit 4 Bohrungen, Zustand 2.
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160,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Kurhessenfahrt 1935 Motorgruppe Hessen "

NSKK-Teilnehmerplakette “Kurhessenfahrt 1935 Motorgruppe Hessen”

Die vorliegende emaillierte Plakette repräsentiert ein charakteristisches Beispiel der Erinnerungs- und Teilnehmerabzeichen des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), einer paramilitärischen Formation des NS-Regimes. Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 aus der SA-Motorstaffel herausgelöst und zunächst als eigenständige Gliederung der SA geführt, bevor es im Juli 1934 den Status einer selbständigen Organisation der NSDAP erhielt.

Die Kurhessenfahrt 1935 war eine der zahlreichen motorsportlichen Veranstaltungen, die das NSKK in den 1930er Jahren organisierte. Die Motorgruppe Hessen bildete dabei eine der regionalen Verwaltungseinheiten des NSKK, das in verschiedene Motorobergruppen, Motorgruppen, Motorbrigaden und weitere Untereinheiten gegliedert war. Die Hessische Region stellte aufgrund ihrer zentralen Lage und der dort ansässigen Automobilindustrie einen bedeutenden Organisationsbereich dar.

Diese nichttragbare Plakette, hergestellt von E.F. Wiedmann aus Frankfurt am Main, zeigt die typische Verarbeitungsqualität der Zeit. Der Hersteller Wiedmann gehörte zu den etablierten Produzenten von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten in der Region Frankfurt. Die Firma war bekannt für ihre emaillierten Arbeiten und belieferte verschiedene Organisationen mit Auszeichnungen und Erinnerungsstücken.

Die technische Ausführung mit einem versilberten Buntmetallstern als Träger und der aufgelegten emaillierten Plakette entspricht den Standards der 1930er Jahre. Die vier Bohrungen dienten der Befestigung, vermutlich an Kraftfahrzeugen oder als Wandschmuck. Mit ihren Abmessungen von 90 x 90 mm war sie deutlich größer als tragbare Auszeichnungen und für die dauerhafte Montage konzipiert.

Das NSKK hatte verschiedene Aufgaben innerhalb des NS-Staates. Neben der vormilitärischen Ausbildung im Kraftfahrwesen organisierte es Motorsportveranstaltungen, Orientierungsfahrten und technische Schulungen. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der praktischen Ausbildung, sondern auch der Kameradschaftspflege und der ideologischen Indoktrination der Mitglieder. Die Teilnehmer erhielten häufig solche Plaketten als Erinnerung an ihre Teilnahme.

Im Jahr 1935, als diese Fahrt stattfand, befand sich das NSKK in einer Phase der Expansion und Konsolidierung. Nach der sogenannten “Röhm-Affäre” im Sommer 1934 hatte das Korps seinen Status als selbständige Organisation gefestigt. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein wuchs die Organisation kontinuierlich und erreichte bis 1939 etwa eine halbe Million Mitglieder.

Die motorsportlichen Veranstaltungen wie die Kurhessenfahrt waren sorgfältig organisierte Events, die verschiedene Disziplinen umfassen konnten: Geschicklichkeitsfahrten, Orientierungsläufe, technische Prüfungen und Geländefahrten. Sie dienten der praktischen Erprobung der Fahrer und ihrer Fahrzeuge unter verschiedenen Bedingungen. Gleichzeitig waren sie Propagandaveranstaltungen, die die vermeintliche technische Überlegenheit und Organisation des NS-Regimes demonstrieren sollten.

Die Produktion solcher Teilnehmerplaketten erfolgte in der Regel in limitierter Auflage, entsprechend der Anzahl der Teilnehmer oder für besondere Unterstützer und Organisatoren der Veranstaltung. Sie wurden nicht im Rahmen des offiziellen staatlichen Ordenswesens verliehen, sondern stellten inoffizielle Erinnerungsstücke dar. Dennoch waren sie bei den Empfängern sehr geschätzt und wurden oft an prominenten Stellen präsentiert.

Die Emailletechnik, die bei dieser Plakette zur Anwendung kam, ermöglichte farbenfrohe und wetterbeständige Darstellungen. Das Verfahren war aufwendig und erforderte mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen. Die Versilberung des Trägersterns verlieh dem Stück zusätzlichen repräsentativen Charakter.

Heute sind solche Plaketten wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die Selbstdarstellung des NSKK geben. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen und deren Bemühungen, auch den Motorsport und das Kraftfahrwesen ideologisch zu vereinnahmen. Für die historische Forschung sind sie wertvolle Quellen zur Regional- und Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus.