Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 11. Form
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der organisatorischen Durchdringung der deutschen Gesellschaft während des Nationalsozialismus dar. Die NSF wurde am 1. Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenverbände gegründet und entwickelte sich zur größten Frauenorganisation im Dritten Reich.
Die 11. Form des Mitgliedsabzeichens repräsentiert eine spezifische Entwicklungsstufe in der Herstellung und Standardisierung dieser Organisationsabzeichen. Das beschriebene Exemplar weist eine Größe von 17 mm auf und trägt die Herstellermarkierung RZM ST GES.GESCH., was auf die Kontrolle durch das Reichszeugmeisterei (RZM) hinweist. Diese zentrale Prüf- und Vergabestelle der NSDAP wurde 1929 etabliert und sollte die Qualität und Authentizität aller Parteiabzeichen sicherstellen.
Die Nationalsozialistische Frauenschaft stand unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin fungierte. Die Organisation hatte die Aufgabe, nationalsozialistische Ideologie unter deutschen Frauen zu verbreiten und sie im Sinne der NS-Doktrin zu erziehen. Die NSF war eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) verbunden, wobei die NSF als elitärere Kaderorganisation innerhalb des umfassenderen Frauenwerks fungierte.
Die Mitgliedschaft in der NSF war nicht automatisch, sondern erforderte einen Aufnahmeantrag und die Erfüllung bestimmter Kriterien. Mitglieder mussten nachweisen, dass sie arischer Abstammung waren und die nationalsozialistische Weltanschauung teilten. Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war nicht nur ein Zeichen der Zugehörigkeit, sondern auch ein sichtbares Bekenntnis zur nationalsozialistischen Bewegung.
Die verschiedenen Formen des NSF-Abzeichens entwickelten sich im Laufe der Jahre, wobei Änderungen in Design, Herstellungsmethoden und Materialien vorgenommen wurden. Die RZM-Kennzeichnung wurde ab 1934 obligatorisch für alle NSDAP-bezogenen Abzeichen und Uniformteile. Die Kennzeichnung “ST GES.GESCH.” verweist auf einen spezifischen, offiziell zugelassenen Hersteller, wobei “GES.GESCH.” für “gesetzlich geschützt” steht.
Die NSF organisierte zahlreiche Aktivitäten, darunter Schulungen zur Hauswirtschaft, Mutterschaftskurse und ideologische Unterweisungen. Die Organisation propagierte das nationalsozialistische Frauenideal, das die Frau primär als Mutter und Hausfrau sah. Gleichzeitig mobilisierte die NSF Frauen für kriegswichtige Aufgaben, besonders nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939.
Das Abzeichen wurde üblicherweise an der Zivilkleidung getragen, befestigt durch eine Nadelkonstruktion auf der Rückseite. Die Standardgröße von 17 mm war typisch für viele NSF-Abzeichen und ermöglichte eine dezente, aber erkennbare Kennzeichnung der Trägerin. Das Design umfasste in der Regel das Hakenkreuz als zentrales Element, umgeben von spezifischen Symbolen der Frauenschaft.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des NS-Regimes wurde die Nationalsozialistische Frauenschaft zusammen mit allen anderen NSDAP-Gliederungen durch die Alliierten verboten. Der Besitz und das Zeigen von NS-Symbolen wurde in Deutschland durch die Kontrollratsgesetze und später durch das Strafgesetzbuch reguliert. Heute dürfen solche Objekte nur zu wissenschaftlichen, historischen oder künstlerischen Zwecken gezeigt werden.
Aus historischer Perspektive sind diese Abzeichen wichtige Sachquellen für die Erforschung der Organisationsgeschichte des Nationalsozialismus und der Rolle von Frauen im NS-Staat. Sie dokumentieren die systematische Erfassung und Mobilisierung der Bevölkerung durch das Regime und die Bedeutung von Symbolen und Abzeichen für die Schaffung kollektiver Identitäten.