Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

22 mm, an Nadel, Zustand 2.
468400
40,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der Organisation von Frauen im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die NSF wurde am 1. Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenverbände gegründet und entwickelte sich zur größten Frauenorganisation im Dritten Reich.

Die NSF entstand aus der Verschmelzung mehrerer regionaler Frauengruppen und stand unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin fungierte. Die Organisation war fest in die Hierarchie der NSDAP eingebunden und diente der Mobilisierung und Indoktrination von Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Bis 1945 erreichte die NSF eine Mitgliederzahl von etwa 2,3 Millionen Frauen.

Das vorliegende Abzeichen der 5. Form mit einem Durchmesser von 22 mm repräsentiert eine der späteren Varianten dieser Mitgliedsauszeichnung. Im Laufe der Existenz der NSF wurden verschiedene Abzeichenformen ausgegeben, die sich in Details der Gestaltung und Herstellung unterschieden. Die Kennzeichnung als “5. Form” bezieht sich auf die chronologische Entwicklung dieser Abzeichen, wobei jede Form leichte Modifikationen in der Fertigung oder Gestaltung aufwies.

Das typische NSF-Abzeichen zeigte das charakteristische Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von einem Kranz oder einer kreisförmigen Umrandung. Die Nadelbefestigung auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an der Kleidung, üblicherweise an der linken Brustseite. Die Abzeichen wurden aus verschiedenen Materialien gefertigt, wobei im Verlauf des Krieges zunehmend Ersatzmaterialien zum Einsatz kamen.

Die Mitgliedschaft in der NSF war formal freiwillig, jedoch übten gesellschaftlicher Druck und das Streben nach beruflichen Vorteilen einen erheblichen Einfluss auf die Beitrittsentscheidung aus. Die Organisation gliederte sich in verschiedene Gliederungen und war auf lokaler, regionaler und Reichsebene strukturiert. Ihre Aufgaben umfassten die weltanschauliche Schulung, die Förderung der Haushaltsführung, Mutter- und Säuglingspflege sowie die Unterstützung sozialer Aktivitäten im nationalsozialistischen Sinne.

Die NSF arbeitete eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) zusammen, das ab 1933 als Dachorganisation aller gleichgeschalteten Frauenverbände fungierte. Während das DFW alle deutschen Frauen erfassen sollte, bildete die NSF den parteipolitischen Kern innerhalb dieser Struktur. Die Funktionärinnen der NSF übernahmen häufig Führungspositionen im DFW.

Die ideologische Ausrichtung der NSF konzentrierte sich auf die Propagierung des nationalsozialistischen Frauenbildes, das die Frau primär als Mutter und Hausfrau definierte. Der Slogan “Kinder, Küche, Kirche” charakterisierte diese Rollenvorstellung, wobei die “Kirche” durch die nationalsozialistische Weltanschauung ersetzt wurde. Die Organisation führte Schulungen durch, organisierte Veranstaltungen und kontrollierte die Einhaltung der propagierten Normen.

Während des Krieges erweiterte sich das Aufgabenspektrum der NSF erheblich. Die Mitglieder wurden verstärkt in die Kriegswirtschaft eingebunden, organisierten Sammlungen für die Winterhilfe und das Kriegshilfswerk, betreuten Verwundete und kümmerten sich um evakuierte Familien. Die Realität des totalen Krieges führte zu einer deutlichen Diskrepanz zwischen dem propagierten Frauenbild und den tatsächlichen Anforderungen an die weibliche Bevölkerung.

Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war Ausdruck der Zugehörigkeit zur NSF und demonstrierte öffentlich die Loyalität zum nationalsozialistischen System. Die Abzeichen wurden bei offiziellen Anlässen, Versammlungen und im Alltag getragen. Ihre Herstellung unterlag bestimmten Richtlinien, und es existierten offizielle Hersteller, die die Produktion im Auftrag der Organisation übernahmen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die NSF zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen durch die Alliierten verboten und aufgelöst. Das Tragen ihrer Abzeichen und Symbole wurde im Rahmen der Entnazifizierung untersagt. Heute sind diese Objekte Gegenstand historischer Forschung und dienen als materielle Zeugnisse einer diktatorischen Vergangenheit.

Das vorliegende Abzeichen im Zustand 2 weist auf einen gut erhaltenen Erhaltungszustand hin, bei dem die wesentlichen Merkmale und Details erkennbar sind. Solche Objekte besitzen heute ausschließlich historischen Dokumentationswert und dienen der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Organisationsstrukturen.