Postwertzeichen Ausstellung im Rahmen der Reichsgartenschau Dresden 1936

Meissen Böttgermedaille, Durchmesser 50 mm. 


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80,00

Postwertzeichen Ausstellung im Rahmen der Reichsgartenschau Dresden 1936

Die Böttgermedaille aus Meissener Porzellan stellt eine besondere Form der Auszeichnung und Erinnerungsstücke dar, die ihren Namen von Johann Friedrich Böttger (1682-1719) erhält, dem Erfinder des europäischen Hartporzelans. Diese spezielle Medaille wurde zur Postwertzeichen-Ausstellung im Rahmen der Reichsgartenschau Dresden 1936 herausgegeben und verbindet künstlerisches Handwerk mit historischer Erinnerungskultur im nationalsozialistischen Deutschland.

Johann Friedrich Böttger gelang 1708/09 in Dresden die Herstellung des ersten europäischen Hartporzelans, was zur Gründung der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen im Jahr 1710 führte. Die nach ihm benannten Böttgermedaillen wurden traditionell aus dem charakteristischen roten Böttgersteinzeug oder aus weißem Porzellan gefertigt und dienten verschiedenen repräsentativen Zwecken. Mit einem Durchmesser von 50 mm entspricht diese Medaille den üblichen Standardgrößen für derartige Erinnerungsstücke.

Die Reichsgartenschau Dresden 1936 fand vom 1. Mai bis 11. Oktober 1936 statt und war eine der großen propagandistischen Veranstaltungen des NS-Regimes. Die Ausstellung erstreckte sich über das Gelände des Großen Gartens und diente nicht nur der Präsentation von Gartenbaukunst, sondern auch der Selbstdarstellung des nationalsozialistischen Staates. Dresden, als eine der bedeutendsten Kulturstädte Deutschlands, bot sich als idealer Austragungsort für solche Großveranstaltungen an.

Im Rahmen dieser Reichsgartenschau wurde eine Postwertzeichen-Ausstellung organisiert, die das wachsende Interesse an Philatelie und die Bedeutung der Briefmarke als Propagandamittel widerspiegelte. Briefmarken waren im Dritten Reich wichtige Instrumente der visuellen Kommunikation und staatlichen Repräsentation. Die Ausstellung präsentierte vermutlich historische und zeitgenössische deutsche Postwertzeichen und diente gleichzeitig der Förderung des Briefmarkensammelns als volksverbundenes Hobby.

Die Herstellung einer Porzellanmedaille durch die Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen für diese Veranstaltung unterstreicht den repräsentativen Charakter der Ausstellung. Meissener Porzellan genoss international höchstes Ansehen und stand für deutsche Handwerkskunst und kulturelle Überlegenheit - Aspekte, die das NS-Regime gerne für seine Propagandazwecke instrumentalisierte. Die Wahl einer Böttgermedaille verband die Tradition des sächsischen Kunsthandwerks mit der zeitgenössischen Veranstaltung.

Solche Medaillen wurden in begrenzter Auflage hergestellt und dienten verschiedenen Zwecken: als Erinnerungsstücke für Besucher, als Auszeichnungen für Aussteller oder Organisatoren, oder als Sammlerobjekte. Die Verbindung von Philatelie, Gartenschau und Porzellankunst spiegelt die Bestrebungen der nationalsozialistischen Kulturpolitik wider, traditionelle deutsche Kulturwerte zu betonen und für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Die Meissener Porzellanmanufaktur fertigte während der NS-Zeit zahlreiche offizielle Medaillen, Plaketten und Erinnerungsstücke für staatliche Veranstaltungen, Jubiläen und Ausstellungen. Diese Objekte dokumentieren heute die Instrumentalisierung traditionsreicher Manufakturen durch das NS-Regime. Gleichzeitig zeugen sie von der hohen handwerklichen Qualität, die trotz der politischen Vereinnahmung aufrechterhalten wurde.

Für Sammler und Historiker sind solche Medaillen heute wichtige Zeitdokumente, die Einblick in die Erinnerungs- und Repräsentationskultur des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren die Verschränkung von Kultur, Propaganda und alltäglichem Leben in der NS-Zeit. Die Reichsgartenschau Dresden 1936 war eine von vielen Großveranstaltungen, mit denen das Regime seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen und die Bevölkerung mobilisieren wollte.

Die erhaltenen Böttgermedaillen aus dieser Zeit werden heute in Museen, Archiven und Privatsammlungen aufbewahrt und dienen der historischen Forschung als materielle Zeugnisse einer komplexen Epoche deutscher Geschichte.