Preußen 1. Weltkrieg Paar Schulterklappen feldgrau für Mannschaften im Altmärkischen Feldartillerie-Regiment Nr. 40
Die hier vorliegenden feldgrauen Schulterklappen für Mannschaften des Altmärkischen Feldartillerie-Regiments Nr. 40 repräsentieren ein authentisches Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Ersten Weltkrieges. Diese persönlichen Ausrüstungsgegenstände, die um 1917/18 datiert werden, stammen aus der Spätphase des Krieges und spiegeln sowohl die materielle Kultur der kaiserlichen Armee als auch die zunehmenden Versorgungsschwierigkeiten dieser Zeit wider.
Das Altmärkische Feldartillerie-Regiment Nr. 40 hatte seinen Heimatstandort in Burg, einer Stadt in der preußischen Provinz Sachsen, im heutigen Sachsen-Anhalt. Das Regiment wurde im Rahmen der preußischen Heeresreform des 19. Jahrhunderts aufgestellt und entwickelte sich zu einer wichtigen Einheit der Feldartillerie. Der Name “Altmärkisch” bezieht sich auf die historische Region Altmark, die westlich der Elbe liegt und seit jeher eine bedeutende Rekrutierungsregion für die preußische Armee darstellte.
Die Schulterklappen dienten im deutschen Heer als wesentliches Erkennungsmerkmal zur Identifikation von Truppengattung, Regiment und Dienstgrad. Für Mannschaften, also Soldaten ohne Unteroffiziersrang, waren die Schulterklappen in der Waffenfarbe der jeweiligen Truppengattung gehalten. Bei der Feldartillerie war dies traditionell Rot, das auf den Schulterklappen als Unterlegung oder Paspelierung sichtbar wurde. Die feldgraue Grundfarbe, die ab 1907/1910 flächendeckend eingeführt wurde, sollte im modernen Gefechtsfeld bessere Tarnung gewährleisten und löste die zuvor getragenen bunten Uniformfarben ab.
Die Regimentsnummer “40” wurde in der Regel als Metallziffer oder als gestickte Zahl auf den Schulterklappen angebracht. Diese Nummerierung ermöglichte die schnelle Identifikation der Regimentszugehörigkeit eines Soldaten. Während die Friedensuniform noch aufwendigere Verzierungen aufwies, wurden im Verlauf des Ersten Weltkrieges zunehmend vereinfachte Ausführungen produziert, um Material und Produktionskapazitäten zu sparen.
Die Datierung dieser Schulterklappen auf 1917/18 ist von besonderer historischer Bedeutung. Diese Phase markierte die letzten beiden Kriegsjahre, in denen das Deutsche Reich unter enormem militärischen und wirtschaftlichen Druck stand. Die “Steckrübenwinter” von 1916/17 und die zunehmende Materialknappheit beeinflussten auch die Qualität militärischer Ausrüstungsgegenstände. Uniformteile aus dieser Periode zeigen häufig Spuren der Ersatzmaterialverwendung und vereinfachter Fertigungsmethoden.
Der erwähnte Mottenschaden an einer der Schulterklappen ist ein typisches Merkmal textiler Militaria aus dieser Zeit. Die Verwendung von Wolle als Grundmaterial machte diese Gegenstände anfällig für Insektenbefall, insbesondere wenn sie über Jahrzehnte unter nicht optimalen Bedingungen aufbewahrt wurden. Solche Erhaltungsmängel sind bei Sammlerstücken aus dem Ersten Weltkrieg keine Seltenheit und beeinträchtigen den historischen Wert nur bedingt, mindern jedoch den Sammlerwert je nach Ausmaß der Beschädigung.
Das Feldartillerie-Regiment Nr. 40 war während des Ersten Weltkrieges an verschiedenen Fronten im Einsatz. Wie die meisten deutschen Artillerieeinheiten spielte es eine zentrale Rolle in der Kriegsführung, die zunehmend von massivem Artillerieeinsatz geprägt war. Die Schlacht bei Verdun 1916 und die Materialschlachten an der Somme demonstrierten die überragende Bedeutung der Artillerie im modernen Stellungskrieg.
Die Altmark als Rekrutierungsregion stellte während des gesamten Krieges kontinuierlich Soldaten für das Regiment. Die ländliche Prägung dieser Region bedeutete, dass viele Rekruten aus der Landwirtschaft stammten und oft erstmals mit moderner Technik und industrieller Kriegsführung konfrontiert wurden.
Für Sammler und Historiker sind solche Mannschaftsschulterklappen wichtige Studienobjekte. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Organisation und Uniformkunde, sondern erzählen auch von den individuellen Schicksalen einfacher Soldaten. Im Gegensatz zu Offiziersstücken, die oft aufwendiger gearbeitet und besser erhalten wurden, sind Mannschaftsausrüstungen authentische Zeugnisse der Lebenswirklichkeit der Mehrheit der Soldaten.
Der Erhaltungszustand 2/3 weist auf ein Objekt mit deutlichen Gebrauchsspuren hin, das jedoch noch die wesentlichen Merkmale erkennen lässt. Für die wissenschaftliche Dokumentation und museale Präsentation sind gerade solche authentischen, gebrauchten Stücke von besonderem Wert, da sie die realen Bedingungen des Kriegsalltags widerspiegeln.