Elastolin - Heer Minenwerfergruppe ( Tarnanstrich )

7 cm, Zustand 2.
265401
35,00

Elastolin - Heer Minenwerfergruppe ( Tarnanstrich )

Die Elastolin Minenwerfergruppe mit Tarnanstrich stellt ein bemerkenswertes Beispiel der deutschen Spielzeugfigurenproduktion während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Diese 7 cm großen Figuren wurden von der Hausser-Elastolin Firma hergestellt, einem der führenden deutschen Produzenten von Massefiguren, der zwischen den 1920er und 1940er Jahren tätig war.

Die Firma Hausser und Elastolin
Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und entwickelte um 1926 das Material Elastolin, eine Masse aus Kasein, Kreide, Glyzerin und anderen Zusätzen, die auf Drahtgestelle aufgebracht wurde. Diese Innovation ermöglichte die Herstellung detaillierter, haltbarer Figuren, die gegenüber den traditionellen Blei- und Zinnfiguren mehrere Vorteile boten. Elastolin-Figuren waren leichter, bruchfester und konnten in größerer Detailgenauigkeit produziert werden.

Minenwerfer in der deutschen Militärgeschichte
Der Minenwerfer war eine wichtige Waffe der deutschen Streitkräfte, besonders während des Ersten Weltkriegs. Diese Steilfeuerwaffen wurden entwickelt, um Schützengräben und befestigte Stellungen zu bekämpfen. Die deutsche Armee setzte verschiedene Kaliber ein, darunter leichte (7,6 cm), mittlere (17 cm) und schwere (25 cm) Minenwerfer. Die Bedienmannschaft eines Minenwerfers bestand typischerweise aus 3-6 Soldaten, die für das Laden, Richten und Abfeuern der Waffe verantwortlich waren.

Der Tarnanstrich
Die Erwähnung des Tarnanstrichs ist besonders bedeutsam, da sie auf eine spätere Produktionsperiode hinweist, wahrscheinlich aus der Mitte der 1930er bis Anfang der 1940er Jahre. Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte die Wehrmacht verschiedene Tarnmuster für Ausrüstung und Uniformen. Die Darstellung von Figuren mit Tarnanstrich in Spielzeugform spiegelt die militärische Realität jener Zeit wider, als Tarnung zu einem wesentlichen Element der Kriegsführung wurde.

Produktion und Verwendung
Elastolin-Figuren wurden in großen Stückzahlen produziert und waren bei Sammlern und Kindern gleichermaßen beliebt. Die Figuren dienten sowohl als Spielzeug als auch als Sammelobjekte. Die detailgetreue Darstellung militärischer Einheiten, einschließlich spezialisierter Truppenteile wie Minenwerfergruppen, machte sie für militärhistorisch Interessierte besonders attraktiv. Die 7 cm-Größe war eine der Standardgrößen, die Elastolin produzierte, und ermöglichte die Schaffung komplexer Dioramen und Szenen.

Historischer Kontext der 1930er und 1940er Jahre
Die Produktion militärischer Spielfiguren in Deutschland während dieser Periode muss im Kontext der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft gesehen werden. Nach der Machtergreifung 1933 wurde die Darstellung militärischer Themen im Spielzeugbereich gefördert. Firmen wie Hausser passten ihre Produktlinien an die zeitgenössischen militärischen Entwicklungen an, einschließlich neuer Uniformen, Ausrüstungen und taktischer Einheiten.

Zustand und Sammlerwert
Der angegebene “Zustand 2” entspricht in der Sammlerterminologie einem sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren. Elastolin-Figuren aus dieser Periode sind heute begehrte Sammlerobjekte, insbesondere wenn sie in gutem Zustand und mit vollständiger Bemalung erhalten sind. Der Tarnanstrich macht solche Stücke besonders interessant, da er eine spezifische historische Periode repräsentiert.

Nachkriegszeit und Sammlertum
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Elastolin-Figuren zunächst eingestellt, später aber unter veränderten Bedingungen wieder aufgenommen. Die Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit wurden zu gesuchten Sammlerstücken. Heute sind sie wichtige Zeugnisse der deutschen Spielzeuggeschichte und bieten Einblicke in die Darstellung militärischer Themen in der Populärkultur jener Zeit.

Bedeutung für die Militärgeschichte
Diese Figurengruppen sind nicht nur Spielzeug, sondern auch historische Dokumente, die zeigen, wie militärische Einheiten und Ausrüstungen dargestellt und der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Sie ermöglichen es Historikern und Sammlern, Uniformdetails, Ausrüstungsgegenstände und die Organisation militärischer Einheiten zu studieren, wenn auch in miniaturisierter und stilisierter Form.