Finnland Tapferkeitsmedaille in Bronze 1939
Die vorliegende Tapferkeitsmedaille der 2. Klasse des Freiheitskreuz-Ordens aus Bronze, datiert 1939, stellt ein bedeutendes Zeugnis der finnischen Militärgeschichte dar und ist untrennbar mit dem Winterkrieg verbunden, jenem dramatischen Verteidigungskampf, den Finnland zwischen dem 30. November 1939 und dem 13. März 1940 gegen die sowjetische Invasion führte. Die Medaille trägt auf ihrer Rückseite die Aufschrift “SUOMEN KANSALTA 1939” (Vom finnischen Volk 1939), die in einem kreisförmigen Lorbeerkranz eingeschlossen ist, und symbolisiert die Dankbarkeit einer Nation gegenüber ihren Verteidigern.
Der Freiheitskreuz-Orden selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich wurde er 1918 während des finnischen Bürgerkriegs (auch als Befreiungskrieg bezeichnet) gegründet und bereits 1919 wieder eingestellt. Mit dem Ausbruch des Winterkriegs im November 1939 initiierte Oberbefehlshaber Carl Gustaf Emil Mannerheim die Wiedereinsetzung des Ordens. Das Dekret zur offiziellen Wiedereinführung erließ Präsident Kyösti Kallio am 8. Dezember 1939. Am 16. Dezember 1940 wurde der Orden schließlich als permanente Auszeichnung etabliert und blieb auch während des Fortsetzungskrieges (1941-1944) in Verwendung.
Die künstlerische Gestaltung der Auszeichnung stammt von Akseli Gallen-Kallela, einem der bedeutendsten finnischen Künstler. Die Vorderseite zeigt den gekrönten finnischen Löwen mit einem Schwert sowie zwei weiße finnische Rosen. Sie trägt die zweisprachige Inschrift “URHEUDESTA FÖR TAPPERHET” (Für Tapferkeit auf Finnisch und Schwedisch), was die offizielle Zweisprachigkeit Finnlands unterstreicht. Die Medaille ist kreisförmig gestaltet und wird an einem blauen Band mit schmalen weißen Streifen an den Rändern getragen.
Die Tapferkeitsmedaille der 2. Klasse aus Bronze war die gängigste Auszeichnung für Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade. Die Medaillen der 1. Klasse wurden hingegen aus Silber oder versilberter Bronze gefertigt. Die Klassifizierung hing vom militärischen Rang des Empfängers ab. Der Freiheitskreuz-Orden umfasste mehrere Stufen: das Großkreuz, das Freiheitskreuz (1. bis 4. Klasse), die Freiheitsmedaille (1. und 2. Klasse) sowie die Verdienstmedaille (1. und 2. Klasse). Medaillen konnten mit Schwertern (für militärische Verdienste) oder ohne Schwerter (für zivile Verdienste) verliehen werden. Eine Variante mit rotem Kreuz existierte für medizinisches Personal.
Marschall Mannerheim ordnete an, dass alle verwundeten Soldaten Dekorationen des Ordens erhalten sollten, da Finnland über kein separates Verwundetenabzeichen verfügte. Diese Entscheidung führte zu einer erheblichen Steigerung der Verleihungszahlen. Während des Fortsetzungskriegs allein wurden etwa 650.000 Dekorationen des Freiheitskreuz-Ordens verliehen, was die großzügige Verleihungspolitik während der Kriegsjahre verdeutlicht.
Der Winterkrieg selbst war ein beispielloser Verteidigungskampf, bei dem Finnland trotz massiver zahlenmäßiger Unterlegenheit seine Unabhängigkeit behaupten konnte, wenn auch unter territorialen Verlusten. Die mit 1939 datierten Medaillen würdigen ausschließlich die Verdienste während dieses Konflikts, während Medaillen mit der Jahreszahl 1941 für den Fortsetzungskrieg verliehen wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Orden eine der drei offiziellen Staatsauszeichnungen Finnlands. Ein Dekret vom 18. August 1944 ermöglichte die Verleihung auch in Friedenszeiten, wobei friedenszeitliche Auszeichnungen ein gelbes Band mit roten Streifen statt des kriegszeitlichen Bandes verwenden. Seit 2006 werden Freiheitskreuze und Freiheitsmedaillen erneut für Kampfverdienste in internationalen Krisenbewältigungseinsätzen verliehen, etwa in Afghanistan im Rahmen der ISAF-Mission. Diese Kontinuität unterstreicht die anhaltende Bedeutung dieser historischen Auszeichnung in der finnischen Militärtradition.