III. Reich - Reichssportführer SA-Gruppenführer Hans von Tschammer und Osten - seine Verleihungsurkunde für den Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes 1937-1939 

ausgestellt am 30. Januar 1937, mit Originalunterschrift " Carl Eduard " Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. 
Das großformatige Blatt hat leichte Gebrauchsspuren und kommt in der unbedruckten weißen Pappmappe.
Hans von Tschammer und Osten (* 25. Oktober 1887 in Dresden; † 25. März 1943 in Berlin) war ein deutscher Sportfunktionär in der Zeit des Nationalsozialismus. Er amtierte ab 1933 als Reichssportführer und -kommissar im Deutschen Reich sowie als Vorsitzender des „Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen“ (DRL) und des „Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen“ (NSRL).
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III. Reich - Reichssportführer SA-Gruppenführer Hans von Tschammer und Osten - seine Verleihungsurkunde für den Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes 1937-1939 

Diese Verleihungsurkunde dokumentiert die Auszeichnung von Hans von Tschammer und Osten, dem ersten Reichssportführer des nationalsozialistischen Deutschlands, mit dem Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes am 30. Januar 1937. Die Urkunde trägt die Originalunterschrift von Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, der zu diesem Zeitpunkt als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes fungierte.

Das Deutsche Rote Kreuz hatte im Dritten Reich eine komplexe und zunehmend problematische Rolle. Nach der Machtübernahme 1933 wurde die Organisation schrittweise gleichgeschaltet und in das NS-System integriert. Die Ernennung von Herzog Carl Eduard, einem überzeugten Nationalsozialisten und SA-Obergruppenführer, zum DRK-Präsidenten im Jahr 1933 symbolisierte diese Entwicklung. Unter seiner Führung verlor das DRK seine Unabhängigkeit und wurde zu einem Instrument der nationalsozialistischen Politik.

Die Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes wurden in verschiedenen Stufen verliehen, wobei der Stern die höchste Auszeichnung darstellte. Diese Auszeichnungen wurden für besondere Verdienste im Sanitäts- und Wohlfahrtswesen vergeben, wobei im NS-Regime politische Loyalität und Rang innerhalb der Parteiorganisationen oft wichtiger waren als rein humanitäre Leistungen. Die Verleihung erfolgte durch den DRK-Präsidenten im Namen der Organisation.

Hans von Tschammer und Osten (1887-1943) war eine Schlüsselfigur des nationalsozialistischen Sports. Nach einer Karriere als Offizier im Ersten Weltkrieg trat er früh der NSDAP und SA bei. Im April 1933 ernannte ihn Adolf Hitler zum Reichssportkommissar, kurz darauf zum Reichssportführer. In dieser Funktion war er verantwortlich für die vollständige Gleichschaltung des deutschen Sports, die Ausgrenzung jüdischer Sportler und die Instrumentalisierung des Sports für NS-Propagandazwecke.

Als Reichssportführer leitete Tschammer und Osten den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL), der 1938 in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umgewandelt wurde. Er organisierte die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, die als gigantisches Propagandaspektakel inszeniert wurden. Unter seiner Führung wurde Sport zum Mittel der Wehrerziehung und ideologischen Indoktrination.

Das Datum der Verleihung, der 30. Januar 1937, ist von symbolischer Bedeutung: Es markierte den vierten Jahrestag der Machtübernahme Hitlers, ein wichtiger Gedenktag im NS-Kalender. An diesem Tag wurden regelmäßig besondere Ehrungen und Auszeichnungen verliehen, um die Verbundenheit mit dem Regime zu demonstrieren.

Die Verleihung des DRK-Sterns an Tschammer und Osten erfolgte in einer Zeit, in der das NS-Regime seine Macht konsolidiert hatte und sich auf den kommenden Krieg vorbereitete. Die Verbindung zwischen Sportorganisation und Rotem Kreuz war nicht zufällig: Beide Bereiche wurden als wichtig für die Kriegsvorbereitung angesehen. Körperliche Ertüchtigung sollte die Wehrmacht mit geeigneten Rekruten versorgen, während das DRK für den medizinischen Dienst im Kriegsfall aufgebaut wurde.

Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (1884-1954) war ein britischer Prinz, der den deutschen Herzogtitel geerbt hatte. Als überzeugter Nazi seit den frühen 1930er Jahren missbrauchte er seine Position beim DRK, um die Organisation in den Dienst der NS-Politik zu stellen. Nach dem Krieg wurde er als Hauptschuldiger eingestuft und sein Vermögen konfisziert.

Solche Verleihungsurkunden sind heute wichtige historische Dokumente, die die Verflechtung verschiedener NS-Organisationen und die Instrumentalisierung traditioneller Institutionen wie des Roten Kreuzes belegen. Sie dokumentieren das System von Patronage und gegenseitiger Ehrung, das die NS-Elite zusammenhielt. Die Urkunde zeigt auch die typische formale Gestaltung solcher Dokumente mit großformatigen Bögen und repräsentativer Aufmachung.

Der historische Wert solcher Dokumente liegt in ihrer Authentizität als Primärquellen zur NS-Geschichte. Sie belegen konkrete Verbindungen zwischen Personen und Organisationen und helfen, die Strukturen des Regimes zu verstehen. Gleichzeitig werfen sie ethische Fragen bezüglich des Umgangs mit NS-Relikten auf, die bis heute diskutiert werden.