Japan 1. Weltkrieg Interalliierte Siegesmedaille

Bronze, am original Band. Verleihungsetui aus Holz mit Aufschrift. Zustand 2.
407101
320,00

Japan 1. Weltkrieg Interalliierte Siegesmedaille

Die Interalliierte Siegesmedaille (auch als Victory Medal bezeichnet) stellt eines der bemerkenswertesten Phänomene der militärischen Auszeichnungsgeschichte dar. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 beschlossen die alliierten und assoziierten Mächte, eine gemeinsame Gedenkmedaille zu schaffen, die an den gemeinsamen Sieg über die Mittelmächte erinnern sollte.

Die japanische Version dieser Medaille wurde vom Kaiserreich Japan gestiftet, das als eine der alliierten Mächte am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte. Japan trat am 23. August 1914 in den Krieg ein und erfüllte damit seine Verpflichtungen aus dem Anglo-Japanischen Bündnis von 1902. Die japanischen Streitkräfte waren hauptsächlich im pazifischen Raum und in Ostasien aktiv, wo sie deutsche Kolonialbesitzungen wie Tsingtau (Qingdao) in China eroberten und deutsche Inseln im Pazifik besetzten.

Die Gestaltung der Siegesmedaillen folgte einer gemeinsamen Vorgabe, die bei einer interalliierten Konferenz festgelegt wurde. Alle teilnehmenden Nationen sollten eine Medaille mit ähnlichen Grundelementen schaffen: eine geflügelte Siegesgöttin (Victoria) auf der Vorderseite und nationale Symbole auf der Rückseite. Die japanische Siegesmedaille wurde aus Bronze gefertigt und zeigt auf der Vorderseite die Siegesgöttin in einer für die japanische Interpretation charakteristischen Darstellung.

Das Band der Medaille folgte ebenfalls einer alliierten Vereinbarung: Es zeigt einen Regenbogen mit violetten Rändern, symbolisch für die Ruhe nach dem Sturm des Krieges. Dieses sogenannte “Rainbow Ribbon” wurde von allen alliierten Nationen mit nur geringfügigen Variationen verwendet und sollte die Einheit der Siegermächte darstellen.

Die Verleihung der japanischen Siegesmedaille erfolgte an alle Angehörigen der japanischen Streitkräfte, die zwischen dem 23. August 1914 und dem 11. November 1918 im aktiven Dienst standen. Dies umfasste Angehörige der Kaiserlich Japanischen Armee und der Kaiserlich Japanischen Marine. Die genauen Verleihungsbestimmungen wurden durch kaiserliche Verordnung festgelegt.

Das Verleihungsetui aus Holz ist ein charakteristisches Merkmal japanischer Militärauszeichnungen dieser Epoche. Japanische Orden und Medaillen wurden traditionell in sorgfältig gefertigten Holzkassetten präsentiert, oft mit einer Aufschrift versehen, die den Namen der Auszeichnung oder andere relevante Informationen enthielt. Diese Etuis wurden aus einheimischen Holzarten gefertigt und zeigen die japanische Handwerkskunst der Taishō-Zeit (1912-1926).

Die historische Bedeutung dieser Medaille liegt nicht nur in ihrer Rolle als Auszeichnung, sondern auch als Symbol für Japans Position in der internationalen Gemeinschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Als eine der fünf Hauptsiegermächte erhielt Japan einen ständigen Sitz im Rat des Völkerbundes und übernahm die Verwaltung ehemaliger deutscher Kolonien im Pazifik als Mandatsgebiete.

Für Sammler und Historiker sind diese Medaillen heute wichtige Zeugnisse der japanischen Militärgeschichte und der internationalen Beziehungen des frühen 20. Jahrhunderts. Die Erhaltung im originalen Etui mit Aufschrift erhöht den historischen und dokumentarischen Wert erheblich, da sie die ursprüngliche Präsentationsweise bewahrt.

Die Klassifizierung als “Zustand 2” weist auf einen sehr guten Erhaltungszustand hin, was bei Bronzemedaillen aus dieser Zeit beachtenswert ist. Bronze neigt zur Patina-Bildung, und gut erhaltene Exemplare mit minimalen Gebrauchsspuren sind entsprechend geschätzt.

Die japanische Siegesmedaille repräsentiert einen wichtigen Moment in der Geschichte, als Japan als gleichberechtigte Großmacht neben den europäischen Nationen und den Vereinigten Staaten anerkannt wurde. Sie steht am Beginn einer Entwicklung, die Japan in den folgenden Jahrzehnten zu einer führenden Macht im pazifischen Raum machte, auch wenn dieser Weg später in eine andere Richtung führen sollte.