Norwegen 2. Weltkrieg unter NS Führung : Hutadler der Hirden

Norwegische Fertigung, bronze, mit Emailleschäden, rückseitig zum Einstecken. Getragen, Zustand 2.
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300,00

Norwegen 2. Weltkrieg unter NS Führung : Hutadler der Hirden

Das Hutabzeichen der norwegischen Hird stellt ein bedeutendes, wenn auch kontroverses Artefakt aus der dunkelsten Periode der norwegischen Geschichte dar. Dieses bronzene Abzeichen mit Emailledetails wurde während der deutschen Besatzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg (1940-1945) von Mitgliedern der Hirden getragen, einer paramilitärischen Organisation der kollaborierenden Nasjonal Samling (NS) Partei unter Vidkun Quisling.

Die Hird wurde am 8. Mai 1933 ursprünglich als Leibwache Quislings gegründet und entwickelte sich nach dem deutschen Einmarsch am 9. April 1940 zu einer bedeutenden kollaborierenden Kraft. Der Name “Hird” stammt aus der altnordischen Tradition und bezeichnete ursprünglich die Leibwache mittelalterlicher norwegischer Könige. Quisling versuchte damit, seiner faschistischen Bewegung einen Anstrich historischer Legitimität zu verleihen und an die vermeintlich glorreiche Wikingervergangenheit anzuknüpfen.

Das vorliegende Hutabzeichen zeigt den charakteristischen Adler, der ein zentrales Symbol der Hird-Uniformierung war. Diese Symbolik orientierte sich deutlich an deutschen nationalsozialistischen Vorbildern, während sie gleichzeitig versuchte, norwegische Elemente zu integrieren. Die norwegische Fertigung des Abzeichens ist von besonderer historischer Bedeutung, da sie die lokale Produktion von Kollaborationsinsignien dokumentiert. Norwegische Handwerksbetriebe und kleine Manufakturen stellten diese Abzeichen her, was die komplexe Realität der Besatzungszeit widerspiegelt, in der wirtschaftlicher Zwang und ideologische Überzeugung oft ineinander übergingen.

Die technische Ausführung mit Bronze als Grundmaterial und farbigen Emailleeinlagen entsprach dem Standard militärischer und paramilitärischer Abzeichen jener Epoche. Die Emailletechnik ermöglichte farbige Akzente, typischerweise in den Farben der NS-Bewegung oder norwegischen Nationalfarben. Die beschriebenen Emailleschäden sind charakteristisch für getragene Stücke und zeugen von der tatsächlichen Verwendung im Feld. Die rückseitige Befestigungsvorrichtung zum Einstecken war die übliche Methode zur Anbringung an der Uniformmütze.

Die Hird wuchs während der Besatzungszeit auf etwa 8.500 Mitglieder an und fungierte als eine Art norwegische SS. Sie war in verschiedene Einheiten gegliedert, darunter die Hirdens Befalskole (Führerschule) und spezielle Wachbataillone. Mitglieder trugen schwarze Uniformen, die bewusst an SS-Uniformen angelehnt waren, ergänzt durch spezifische norwegische Abzeichen wie das hier beschriebene Hutabzeichen.

Nach der Befreiung Norwegens am 8. Mai 1945 wurden die Hird und alle NS-Organisationen aufgelöst. Es folgten umfangreiche Rechtsverfolgungen: Etwa 46.000 Norweger wurden wegen Kollaboration angeklagt, was bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 3 Millionen einen bemerkenswerten Anteil darstellte. Quisling selbst wurde im September 1945 hingerichtet. Viele Hird-Mitglieder erhielten Gefängnisstrafen, und ihre Uniformen sowie Ausrüstungsgegenstände wurden konfisziert oder vernichtet.

Heute sind solche Abzeichen historische Dokumente, die in Museen und Sammlungen die Realität der Kollaboration und Besatzung bezeugen. In Norwegen wird der Umgang mit dieser Geschichte von kritischer Aufarbeitung geprägt. Das Norwegische Widerstandsmuseum in Oslo dokumentiert sowohl den Widerstand als auch die Kollaboration umfassend. Solche Objekte dienen der Erinnerung und Mahnung, sind aber auch rechtlich sensibel: Das öffentliche Zeigen nationalsozialistischer Symbole ist in vielen Ländern reguliert.

Der Zustand 2 (gut bis sehr gut mit Gebrauchsspuren) ist typisch für authentische, getragene Stücke aus dieser Zeit. Die Patina und Abnutzung verleihen dem Objekt historische Authentizität. Sammler und Historiker schätzen solche Stücke für ihre dokumentarische Qualität, wobei stets der ernste historische Kontext im Vordergrund stehen muss. Diese Abzeichen sind stumme Zeugen einer Zeit, in der ein Teil der norwegischen Bevölkerung mit den Besatzern kollaborierte, während andere im Widerstand ihr Leben riskierten.