Wehrmacht schwarzes Schiffchen für einen Feldwebel im Panzer Rgt.10
Mit bei mit Fotokopien seiner Urkunden, Verwundetenabzeichen in Schwarz, und Eisernes Kreuz II.Klasse.
Das schwarze Schiffchen der Wehrmacht war eine charakteristische Kopfbedeckung der deutschen Panzertruppen während des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Ausführung für einen Feldwebel im Panzer-Regiment 10 repräsentiert ein wichtiges Beispiel der militärischen Bekleidungsordnung der deutschen Panzerwaffe zwischen 1934 und 1945.
Die Panzer-Regiment 10 war ursprünglich Teil der 1. Panzer-Division, die zu den ersten sechs Panzerdivisionen der Wehrmacht gehörte und im Oktober 1935 aufgestellt wurde. Diese Division nahm an nahezu allen bedeutenden Feldzügen des Zweiten Weltkriegs teil, einschließlich des Polenfeldzugs 1939, des Westfeldzugs 1940 und des Ostfeldzugs ab 1941.
Das schwarze Schiffchen wurde gemäß der Heeresdienstvorschrift (HDV) speziell für die Panzerwaffe eingeführt. Die schwarze Farbe war das charakteristische Erkennungsmerkmal der Panzertruppen und unterschied sie von anderen Waffengattungen der Wehrmacht. Diese Farbwahl hatte praktische Gründe: Sie verbarg Ölflecken und Verschmutzungen, die beim Umgang mit gepanzerten Fahrzeugen unvermeidlich waren.
Die Herstellung erfolgte aus schwarzem Wollstoff, wobei die Qualität je nach Herstellungszeitraum variierte. Das vorliegende Exemplar zeigt typische Merkmale der Kriegsproduktion: es handelt sich um ein Kammerstück, also ein aus Heeresbeständen ausgegebenes Standardstück. Die beiden charakteristischen Bevo-gewebten Insignien – der Adler auf der rechten Seite und die schwarz-weiß-rote Kokarde auf der linken Seite – wurden im maschinellen Webverfahren von der Bandfabrik Ewald Vorsteher (BeVo) in Wuppertal hergestellt. Dieses Verfahren ersetzte zunehmend die aufwendigere handgestickte Ausführung.
Der Rang eines Feldwebels war ein wichtiger Unteroffiziersdienstgrad in der Wehrmacht. Feldwebel bildeten das Rückgrat der militärischen Führung auf Zugund Kompanieebene. Sie waren erfahrene Soldaten mit erheblicher Verantwortung für Ausbildung, Disziplin und taktische Führung. In Panzereinheiten konnten Feldwebel als Panzerkommandanten, Zugführer oder in Stabsfunktionen eingesetzt werden.
Die beigefügten Fotokopien der Urkunden dokumentieren die militärische Laufbahn des Trägers. Das Verwundetenabzeichen in Schwarz wurde für eine oder zwei Verwundungen verliehen und bezeugt den Fronteinsatz des Soldaten. Das Eiserne Kreuz II. Klasse, gestiftet 1939 als Neuauflage der preußischen Auszeichnung von 1813, wurde für Tapferkeit und Führungsleistung im Gefecht verliehen. Diese Auszeichnungen waren in der Wehrmacht weit verbreitet, wobei das Eiserne Kreuz II. Klasse oft als erste bedeutende Kampfauszeichnung vergeben wurde.
Der Erhaltungszustand dieses Schiffchens ist typisch für Stücke, die über Jahrzehnte ohne optimale Lagerbedingungen aufbewahrt wurden. Die starken Mottenspuren und das Loch am Hinterkopf sind charakteristische Schäden bei Wollstoff-Militaria. Das Fehlen der Lüftungsösen auf beiden Seiten und die Unleserlichkeit des Herstellerstempels erschweren eine genauere Datierung und Zuordnung.
Die Größenangabe von 54-55 entspricht dem damaligen deutschen Größensystem, das den Kopfumfang in Zentimetern angab. Dies war eine Standardgröße, die etwa dem heutigen Medium entspricht.
Das braune Tuchfutter im Inneren war Standard bei Wehrmacht-Kopfbedeckungen und diente dem Tragekomfort sowie der Schweißaufnahme. Die Qualität und Verarbeitung des Futters geben oft Hinweise auf den Herstellungszeitraum: Spätkriegsproduktionen zeigten häufig Qualitätseinbußen aufgrund der Materialknappheit.
Heute sind solche Originalstücke der Panzerwaffe gesuchte militärhistorische Sammlerstücke, die wichtige Zeugnisse der Uniformgeschichte und des Alltagslebens deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg darstellen. Sie ermöglichen es Historikern und Sammlern, die materielle Kultur der Wehrmacht zu studieren und zu bewahren. Die Kombination mit dokumentierten Auszeichnungen erhöht den historischen Wert erheblich, da sie einen konkreten Bezug zur Biographie eines einzelnen Soldaten herstellt.