1. Weltkrieg nichttragbare Plakette "Generaloberst v. Mackensen - Weltkrieg gegen Frankreich, England, Russland, Japan und andere 1914/1915"

Feinzinkmedaille, Durchmesser55 mm, Zustand 2.
478402
120,00

1. Weltkrieg nichttragbare Plakette "Generaloberst v. Mackensen - Weltkrieg gegen Frankreich, England, Russland, Japan und andere 1914/1915"

Die Generaloberst von Mackensen-Plakette aus dem Ersten Weltkrieg stellt ein bemerkenswertes Beispiel der deutschen Kriegserinnerungskultur dar, die sich zwischen 1914 und 1918 entwickelte. Diese nichttragbare Medaille aus Feinzink mit einem Durchmesser von 55 mm würdigt einen der bekanntesten deutschen Heerführer des Ersten Weltkriegs und dokumentiert die propagandistische Darstellung des Krieges aus deutscher Perspektive.

Generaloberst August von Mackensen (1849-1945) gehörte zu den berühmtesten und erfolgreichsten deutschen Militärführern des Ersten Weltkriegs. Seine militärische Karriere begann bereits im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Im Ersten Weltkrieg erlangte er besondere Bekanntheit durch seine erfolgreichen Operationen an der Ostfront, insbesondere während der Schlacht von Gorlice-Tarnów im Mai 1915 und der Eroberung Serbiens im Herbst 1915. Sein charakteristisches Auftreten mit dem Totenkopf-Husarenkollett machte ihn zu einer der markantesten Persönlichkeiten des deutschen Militärs.

Die Aufschrift der Plakette nennt die Hauptgegner des Deutschen Reiches: Frankreich, England, Russland, Japan und andere. Diese Aufzählung spiegelt die deutsche Wahrnehmung der Kriegslage in den Jahren 1914/1915 wider. Das Deutsche Reich sah sich als von feindlichen Mächten umzingelt und führte einen Mehrfrontenkrieg. Die Erwähnung Japans, das im August 1914 auf Seiten der Entente in den Krieg eingetreten war und deutsche Besitzungen in China und im Pazifik angriff, unterstreicht die globale Dimension des Konflikts.

Die Verwendung von Zink als Material ist typisch für Kriegsplaketten dieser Zeit. Bereits 1916 wurden Buntmetalle wie Kupfer und Messing kriegswichtig und mussten für Munitionsproduktion reserviert werden. Die Metallindustrie stellte daher auf alternative Materialien wie Zink oder Eisen um. Diese nichttragbaren Plaketten dienten als Erinnerungsstücke und Sammelobjekte, nicht als offizielle militärische Auszeichnungen.

Die Erinnerungskultur des Ersten Weltkriegs in Deutschland war vielfältig. Neben offiziellen staatlichen Auszeichnungen entwickelte sich ein umfangreicher Markt für private Gedenk- und Erinnerungsmedaillen. Verschiedene Hersteller, Vereine und Verbände produzierten Plaketten zu militärischen Ereignissen, herausragenden Persönlichkeiten und Schlachten. Diese Objekte sollten die Heimatfront mobilisieren, militärische Erfolge feiern und Durchhaltewillen stärken.

Die Datierung 1914/1915 auf der Plakette ist besonders interessant. Sie dokumentiert die ersten beiden Kriegsjahre, als auf deutscher Seite noch Optimismus herrschte. Die erfolgreichen deutschen Operationen an der Ostfront unter Mackensen schienen die Hoffnung auf einen baldigen Sieg zu rechtfertigen. Die Plakette entstand vermutlich Ende 1915 oder Anfang 1916, als Mackensens militärische Erfolge in Serbien und Rumänien seinen Ruhm auf dem Höhepunkt brachten.

Solche Propagandaplaketten erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten der Heldenverehrung, der Legitimation des Krieges und der Stärkung der nationalen Identität. Die Personalisierung des Krieges durch Darstellung herausragender Militärführer sollte dem industrialisierten Massenkrieg ein menschliches Gesicht geben und traditionelle militärische Tugenden betonen.

Aus sammlungsgeschichtlicher Perspektive sind diese Plaketten heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente. Sie zeigen, wie Krieg und militärische Führung in der deutschen Gesellschaft wahrgenommen und dargestellt wurden. Die Erhaltung im Zustand 2 (sehr gut) deutet darauf hin, dass das Stück sorgsam aufbewahrt wurde, was seine historische Bedeutung unterstreicht.

Die Mackensen-Verehrung setzte sich auch nach dem Ersten Weltkrieg fort. Der Generalfeldmarschall (seit 1915) blieb bis zu seinem Tod 1945 eine umstrittene, aber in konservativen und nationalistischen Kreisen verehrte Figur. Seine lange Lebensspanne ermöglichte es ihm, zwei Weltkriege zu erleben, was seine symbolische Bedeutung für die deutsche Militärgeschichte verstärkte.