Flottenkriegsabzeichen

Buntmetall, Hersteller "Fec. Adolf Bock - Ausf. Schwerin Berlin". Getragen, Zustand 2.
479102
900,00

Flottenkriegsabzeichen

Das Flottenkriegsabzeichen gehört zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 30. April 1941 durch Großadmiral Erich Raeder gestiftet und sollte die Leistungen und den Einsatz der Besatzungen von Überwasserschiffen der Kriegsmarine würdigen.

Das vorliegende Exemplar wurde von Adolf Bock in Schwerin, Berlin hergestellt, einem der anerkannten Hersteller militärischer Auszeichnungen dieser Zeit. Die Kennzeichnung “Fec.” (lateinisch fecit - “hat es gemacht”) war eine übliche Herstellermarkierung. Das Abzeichen besteht aus Buntmetall, was der typischen Materialverwendung für solche Auszeichnungen entsprach.

Verleihungskriterien und historischer Kontext: Die Verleihung des Flottenkriegsabzeichens war an strikte Kriterien gebunden. Offiziere und Mannschaften mussten an mindestens zwölf Wochen aktiver Seefahrt auf Überwasserschiffen teilgenommen haben, oder alternativ durch besondere Tapferkeit oder Verwundung im Gefecht qualifiziert sein. Die Auszeichnung wurde an Besatzungsmitglieder von Schlachtschiffen, Kreuzern, Zerstörern, Torpedobooten, Minensuchern und anderen Überwassereinheiten verliehen.

Gestaltung und Symbolik: Das Abzeichen zeigt ein ovales Design mit einem Eichenlaubkranz, in dessen Zentrum sich ein Kriegsschiff befindet, das durch stilisierte Wellen pflügt. Über dem Schiff thront ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz. Diese Ikonographie sollte die Verbindung von militärischer Tradition, maritimer Stärke und nationalsozialistischer Ideologie symbolisieren. Das ovale Format unterscheidet das Flottenkriegsabzeichen deutlich von anderen Auszeichnungen wie dem U-Boot-Kriegsabzeichen.

Die Rolle der Hersteller: Während des Krieges waren verschiedene Firmen mit der Produktion von Kriegsabzeichen beauftragt. Adolf Bock in Berlin-Schwerin gehörte zu den etablierten Herstellern, die für die Qualität ihrer Arbeiten bekannt waren. Die Produktionsbedingungen variierten im Laufe des Krieges erheblich. Während frühe Exemplare oft aus hochwertigen Materialien gefertigt wurden, musste man später aufgrund von Materialknappheit auf minderwertigere Legierungen zurückgreifen.

Historische Bedeutung: Das Flottenkriegsabzeichen dokumentiert eine spezifische Phase der deutschen Marinegeschichte. Die Kriegsmarine kämpfte unter schwierigen Bedingungen gegen die numerische Überlegenheit der alliierten Seestreitkräfte. Bedeutende Operationen wie die Versenkung der HMS Hood durch die Bismarck im Mai 1941 oder die gefährlichen Geleitzugschlachten im Nordatlantik prägten den Seekrieg. Die Träger dieser Auszeichnung waren Teilnehmer dieser historischen Ereignisse.

Sammleraspekte und Authentizität: Heute sind authentische Flottenkriegsabzeichen begehrte Sammlerstücke militärhistorischer Objekte. Die Herstellermarkierung ist ein wichtiges Kriterium für die Authentizitätsbestimmung. Das vorliegende Stück im Zustand 2 zeigt Gebrauchsspuren, was seine authentische Tragegeschichte unterstreicht. Experten achten bei der Bewertung auf die Qualität der Prägung, die korrekte Gestaltung der Details und die Patina des Metalls.

Rechtliche und ethische Aspekte: In Deutschland unterliegen Gegenstände mit verfassungswidrigen Symbolen strengen rechtlichen Regelungen. Der Handel und Besitz solcher Objekte zu wissenschaftlichen, historischen oder ähnlichen Zwecken ist jedoch legal. Seriöse Sammler und Historiker betonen stets den dokumentarischen und aufklärenden Charakter solcher Artefakte als Zeugnisse einer dunklen Epoche der Geschichte.