Luftwaffe Foto - Träger des Eichenlaubs mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Oberst Werner Mölders

Postkartengröße, Rückseite gestempelt "PK-Aufnahme Kriegsberichter Hans Jütte", Zustand 2.
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140,00

Luftwaffe Foto - Träger des Eichenlaubs mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Oberst Werner Mölders

Diese Fotografie im Postkartenformat dokumentiert Oberst Werner Mölders, einen der bedeutendsten Jagdflieger der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg und den ersten Soldaten der Wehrmacht, der mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernes Kreuzes ausgezeichnet wurde.

Werner Mölders (1913-1941) war eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der deutschen Jagdfliegertaktik. Bereits während des Spanischen Bürgerkrieges als Angehöriger der Legion Condor sammelte er wichtige Kampferfahrungen und entwickelte das “Rotte”-System, bei dem zwei Flugzeuge als taktische Grundeinheit zusammen operierten. Diese Formation erwies sich als der starren Dreier-Kette als überlegen und wurde zum Standard der Luftwaffe.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler als höchste Tapferkeitsauszeichnung des Dritten Reiches gestiftet. Das Stufensystem der Auszeichnung umfasste zunächst das Ritterkreuz selbst, später erweitert um das Eichenlaub (3. Juni 1940), die Schwerter zum Eichenlaub (28. September 1941) und schließlich die Brillanten (15. Juli 1941).

Mölders erhielt das Ritterkreuz am 29. Mai 1940 nach seinem 25. Luftsieg. Das Eichenlaub folgte als fünfzehnter Soldat am 21. September 1940 nach 40 bestätigten Abschüssen. Die Schwerter erhielt er am 22. Juni 1941 als zweiter Empfänger überhaupt. Am 15. Juli 1941 wurde ihm als erstem Soldaten der Wehrmacht die höchste Stufe verliehen: die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 101 bestätigte Luftsiege errungen.

Die auf der Rückseite gestempelte Bezeichnung “PK-Aufnahme Kriegsberichter Hans Jütte” verweist auf die Propaganda-Kompanien (PK) der Wehrmacht. Diese militärischen Einheiten bestanden aus Fotografen, Filmern, Journalisten und Berichterstattern, die an der Front operierten, um Material für die Kriegspropaganda zu sammeln. Die PK-Angehörigen waren speziell ausgebildete Soldaten, die sowohl militärisch als auch technisch geschult waren. Ihre Aufnahmen wurden für Zeitungen, Magazine, Wochenschauen und Propagandamaterial verwendet.

Kriegsberichter Hans Jütte war einer dieser offiziellen Fotografen, dessen Aufgabe es war, wichtige militärische Persönlichkeiten und Ereignisse zu dokumentieren. Die Stempelung auf der Rückseite authentifiziert die Aufnahme als offizielles Propagandamaterial und gibt Aufschluss über die Urheberschaft und den offiziellen Charakter der Fotografie.

Fotografien von hochdekorierten Soldaten wie Mölders hatten im nationalsozialistischen Deutschland erhebliche propagandistische Bedeutung. Sie wurden in Zeitschriften wie “Die Wehrmacht”, “Signal” oder der “Berliner Illustrierten Zeitung” veröffentlicht und als Postkarten vertrieben. Solche Bilder dienten dazu, Heldenfiguren zu schaffen, die Kampfmoral zu stärken und die militärischen Erfolge des Regimes zu glorifizieren.

Mölders' Karriere endete tragisch am 22. November 1941, als er bei einem Flugunfall ums Leben kam. Er war als Passagier in einer Heinkel He 111 auf dem Weg nach Berlin, um am Staatsbegräbnis für Ernst Udet teilzunehmen, als die Maschine bei schlechtem Wetter in Breslau abstürzte. Mölders wurde mit einem Staatsakt beigesetzt, und das Jagdgeschwader 51, das er kommandiert hatte, wurde in “Jagdgeschwader 51 Mölders” umbenannt.

Nach dem Krieg wurde Mölders' Name im Zuge der Traditionsdebatte der Bundeswehr kontrovers diskutiert. Während seine taktischen Innovationen und fliegerischen Leistungen unbestritten waren, führte seine Rolle im nationalsozialistischen System zur kritischen Neubewertung. 1998 wurde die letzte nach ihm benannte Kaserne der Bundeswehr umbenannt.

Fotografien wie diese sind heute wichtige historische Dokumente. Sie dokumentieren nicht nur militärische Persönlichkeiten und deren Auszeichnungen, sondern auch die Propagandamaschinerie des NS-Regimes. Die PK-Stempelung macht diese Aufnahme zu einem authentischen Zeitzeugnis der systematischen Bildpropaganda im Dritten Reich. Der angegebene Zustand 2 entspricht der gängigen Bewertungsskala für militärische Sammlerstücke und deutet auf eine gut erhaltene Fotografie mit leichten altersbedingten Gebrauchsspuren hin.