Marine-Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Es handelt sich hierbei um eines der wenigen verliehenen Stücke. Eisen hohl geprägt und silber lackiert, rückseitig an runder Nadel, leicht getragen, Zustand 2 .
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450,00

Marine-Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Silber 1918 stellt eines der seltensten und historisch bedeutsamsten Ehrenzeichen der deutschen Kaiserlichen Marine dar. Dieses Abzeichen wurde in den letzten Monaten des Ersten Weltkrieges geschaffen und nur in äußerst geringer Stückzahl verliehen, was es zu einem außerordentlich seltenen Sammlerstück macht.

Die Stiftung des Marine-Verwundetenabzeichens erfolgte am 13. Mai 1918 durch Kaiser Wilhelm II. Diese späte Einführung – nur sechs Monate vor Kriegsende – erklärt die äußerst geringe Anzahl der tatsächlich verliehenen Exemplare. Während das Verwundetenabzeichen für das Heer bereits seit dem 3. März 1918 existierte, erhielten Angehörige der Kaiserlichen Marine erst später eine eigene Auszeichnung für erlittene Verwundungen im Kriegseinsatz.

Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, in Silber für drei- oder viermalige Verwundung, und in Gold für fünfmalige oder häufigere Verwundung. Die silberne Ausführung dokumentiert somit bereits einen erheblichen persönlichen Einsatz und wiederholte Gefährdung des Trägers im Dienst der Kaiserlichen Marine.

Die Gestaltung des Abzeichens unterschied sich deutlich vom Heeres-Verwundetenabzeichen. Es zeigt typischerweise einen Anker als zentrales Motiv, umgeben von maritimen Elementen, die die besondere Zugehörigkeit zur Seestreitkraft symbolisieren. Die hier beschriebene Ausführung ist aus Eisen hohl geprägt und silber lackiert, was der üblichen Herstellungsweise entspricht. Diese Fertigungstechnik war während des Ersten Weltkrieges weit verbreitet, da kriegswichtige Metalle eingespart werden mussten.

Die rückseitige Befestigung an runder Nadel entspricht der standardmäßigen Trageweise dieser Auszeichnung. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, und seine Präsenz signalisierte sofort den besonderen Status des Trägers als mehrfach verwundeter Marinesoldat.

Die extreme Seltenheit des Marine-Verwundetenabzeichens in Silber ergibt sich aus mehreren Faktoren: Erstens die späte Stiftung im Mai 1918, zweitens die Tatsache, dass eine dreimalige Verwundung im Marinedienst deutlich seltener vorkam als im Heeresdienst an der Front, und drittens das Kriegsende im November 1918, das die Verleihungsperiode auf nur etwa sechs Monate begrenzte. Die meisten Marineangehörigen, die verwundet wurden, erlitten ihre Verletzungen bei Seegefechten, durch U-Boot-Kriegsführung, bei der Marinefliegerei oder während des Einsatzes der Marineinfanterie an Land.

Besonders bemerkenswert sind die Einsätze der Kaiserlichen Marine, bei denen Verwundungen auftraten: Die großen Seeschlachten wie die Skagerrakschlacht (31. Mai – 1. Juni 1916) fanden vor der Stiftung des Abzeichens statt, sodass retrospektive Verleihungen erfolgen mussten. Der gefährliche U-Boot-Krieg, bei dem deutsche Unterseeboote hohe Verluste erlitten, sowie Einsätze der Marinekorps in Flandern führten zu Verwundungen, die mit diesem Abzeichen gewürdigt wurden.

Die Verleihungskriterien waren streng definiert: Es musste sich um Verwundungen handeln, die durch feindliche Einwirkung entstanden waren. Unfälle oder Krankheiten qualifizierten nicht für diese Auszeichnung. Jede Verwundung musste dokumentiert und durch militärärztliche Atteste bestätigt werden.

Nach dem Kriegsende und dem Untergang der Kaiserlichen Marine im Zuge der Novemberrevolution 1918 wurde das Abzeichen nicht mehr verliehen. Die Träger behielten jedoch das Recht, ihre Auszeichnung auch in der Weimarer Republik zu tragen. Das Marine-Verwundetenabzeichen von 1918 blieb somit ein einzigartiges Zeugnis der letzten Kriegsmonate und der Opfer, die Marineangehörige im Ersten Weltkrieg brachten.

Der hier beschriebene Zustand 2 (leicht getragen) deutet darauf hin, dass dieses Exemplar tatsächlich von einem Veteranen getragen wurde, was seinen historischen Wert zusätzlich erhöht. Die Tragespuren belegen die Authentizität und die persönliche Geschichte, die mit diesem Stück verbunden ist. Für Sammler und Historiker repräsentiert ein solches Abzeichen nicht nur ein seltenes militärisches Ehrenzeichen, sondern auch ein berührendes Zeugnis individueller Opferbereitschaft in einem der verheerendsten Konflikte der Menschheitsgeschichte.