NSDAP - Gautag der NSDAP Westfalen-Süd Bochum 5.-7.7.1935

Eisenblechabzeichen, an Nadel, Zustand 2+.
260302
60,00

NSDAP - Gautag der NSDAP Westfalen-Süd Bochum 5.-7.7.1935

Das vorliegende Abzeichen dokumentiert den Gautag der NSDAP Westfalen-Süd, der vom 5. bis 7. Juli 1935 in Bochum stattfand. Solche Veranstaltungsabzeichen waren während der Zeit des Nationalsozialismus weit verbreitet und dienten sowohl der Identifikation der Teilnehmer als auch der Propaganda und Memorabilia-Funktion.

Die NSDAP-Gaue bildeten die wichtigsten regionalen Verwaltungseinheiten der nationalsozialistischen Parteiorganisation. Der Gau Westfalen-Süd wurde 1933 aus dem ursprünglichen Gau Westfalen gebildet und umfasste die südlichen Gebiete der preußischen Provinz Westfalen, einschließlich des Ruhrgebiets mit Industriestädten wie Bochum, Dortmund und Hagen. Als Gauleiter fungierte Josef Wagner von 1932 bis 1941, der gleichzeitig auch Gauleiter von Schlesien war.

Die Gautage waren jährliche Großveranstaltungen, bei denen die Parteimitglieder und angeschlossenen Organisationen der NSDAP zusammenkamen. Sie dienten mehreren Zwecken: der ideologischen Schulung, der Demonstration von Macht und Geschlossenheit, der Mobilisierung der Anhängerschaft und der Selbstdarstellung der Partei in der Öffentlichkeit. Solche Veranstaltungen folgten einem festgelegten Zeremoniell mit Massenaufmärschen, Fahnenappellen, Reden führender Funktionäre und verschiedenen Propagandaveranstaltungen.

Das Jahr 1935 war politisch bedeutsam für das NS-Regime. Im September desselben Jahres wurden die berüchtigten Nürnberger Rassengesetze verkündet. Die Partei befand sich in einer Phase der Konsolidierung ihrer Macht und der zunehmenden Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche. Gautage wie dieser in Bochum waren Teil dieser systematischen Durchdringung der Gesellschaft.

Das beschriebene Abzeichen besteht aus Eisenblech und ist mit einer Nadel zur Befestigung an der Kleidung versehen. Die Herstellung aus Eisenblech war typisch für Veranstaltungsabzeichen dieser Art und Zeit, da sie kostengünstig in großen Stückzahlen produziert werden konnten. Im Gegensatz zu offiziellen Parteiabzeichen oder Auszeichnungen, die oft aus höherwertigen Materialien gefertigt wurden, waren diese Gautag-Abzeichen als temporäre Kennzeichnung für die Dauer der Veranstaltung gedacht.

Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte üblicherweise nationalsozialistischen Gestaltungsprinzipien und beinhaltete typischerweise Symbole wie das Hakenkreuz, den Parteiadler, sowie Angaben zu Ort und Datum der Veranstaltung. Die Farbgebung orientierte sich häufig an den Parteifarben Rot, Weiß und Schwarz.

Die Wahl Bochums als Austragungsort war kein Zufall. Als bedeutende Industriestadt im Ruhrgebiet mit ihrer Bergbau- und Stahlindustrie war Bochum von strategischer Bedeutung für das Regime. Die Arbeiterschaft dieser Region galt es für die NSDAP zu gewinnen und zu kontrollieren, nachdem das Ruhrgebiet traditionell eine Hochburg der Sozialdemokraten und Kommunisten gewesen war.

Solche Veranstaltungsabzeichen wurden an die Teilnehmer ausgegeben oder verkauft und sollten während der gesamten Veranstaltung sichtbar getragen werden. Sie dokumentieren heute die ausgeprägte Symbolpolitik und das Organisationswesen des NS-Regimes. Für Sammler und Historiker sind sie wichtige Zeitzeugnisse, die Einblick in die Propagandamaschinerie und die regionale Organisation der NSDAP geben.

Der angegebene Erhaltungszustand 2+ entspricht nach gängiger numismatischer und militärhistorischer Bewertungsskala einem sehr guten Zustand mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein fast 90 Jahre altes Objekt aus relativ einfachem Material und deutet darauf hin, dass es entweder nicht häufig getragen oder sorgfältig aufbewahrt wurde.

Die wissenschaftliche und sammlerische Beschäftigung mit solchen Objekten dient ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung. Sie sind materielle Überreste eines verbrecherischen Regimes und helfen, die Mechanismen totalitärer Herrschaft und Propaganda zu verstehen und für künftige Generationen zu dokumentieren.

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