Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

emaillierte Ausführung, mit RZM-Hersteller M1/63, an Nadel, Zustand 2.
483702
140,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stellt eines der bekanntesten politischen Embleme des 20. Jahrhunderts dar. Dieses spezielle Exemplar trägt die Herstellermarkierung RZM M1/63, was auf eine regulierte Produktion innerhalb des nationalsozialistischen Systems hinweist.

Die NSDAP wurde 1920 gegründet und entwickelte sich von einer kleinen politischen Gruppierung zur Regierungspartei des Deutschen Reiches zwischen 1933 und 1945. Das Parteiabzeichen wurde zu einem zentralen Symbol der Mitgliedschaft und wurde von allen Parteimitgliedern getragen. Die ursprüngliche Gestaltung des Abzeichens geht auf das Jahr 1920 zurück, als die Partei ihr offizielles Symbol festlegte.

Das Abzeichen zeigt typischerweise ein Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund, umgeben von einem silberfarbenen oder goldenen Kranz. Diese Farbgebung entspricht der offiziellen Parteiflagge und symbolisierte nach nationalsozialistischer Deutung verschiedene ideologische Konzepte. Die emaillierte Ausführung war hochwertiger als einfache gestanzte Versionen und wurde häufig für offizielle Zwecke verwendet.

Die Markierung RZM steht für Reichszeugmeisterei, eine 1929 gegründete Organisation, die für die Standardisierung und Qualitätskontrolle aller NSDAP-Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Abzeichen zuständig war. Die RZM wurde am 1. Januar 1929 unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz, dem Reichsschatzmeister der NSDAP, ins Leben gerufen. Ihr Hauptzweck bestand darin, die Herstellung von Parteiausrüstung zu überwachen und sicherzustellen, dass nur autorisierte Hersteller offizielle Abzeichen produzieren konnten.

Die Herstellernummer M1/63 identifiziert den spezifischen Produzenten dieses Abzeichens. Das “M1” bezeichnet die Kategorie der Mitgliedsabzeichen, während die “63” den registrierten Hersteller angibt. Die RZM führte ein umfassendes Nummerierungssystem ein, das es ermöglichte, jeden Produzenten zu identifizieren und die Qualität zu kontrollieren. Hunderte von Herstellern waren bei der RZM registriert, von großen Industriebetrieben bis zu kleineren Handwerksbetrieben.

Die Vergabe der Parteiabzeichen war streng geregelt. Neue Mitglieder erhielten ihr Abzeichen nach der Aufnahme in die Partei, und die Nummer des Abzeichens wurde oft mit der Mitgliedsnummer verknüpft. Besonders begehrt waren niedrige Mitgliedsnummern, die auf eine frühe Parteizugehörigkeit hinwiesen. Die sogenannten “Alten Kämpfer”, Mitglieder, die der Partei vor der Machtübernahme 1933 beigetreten waren, genossen besonderes Ansehen.

Die technische Ausführung der emaillierten Abzeichen erforderte erhebliches handwerkliches Geschick. Der Prozess umfasste das Stanzen der Grundform aus Metall, das Auftragen mehrerer Emailschichten in verschiedenen Farben und das anschließende Brennen bei hohen Temperaturen. Diese aufwendige Herstellung machte die emaillierten Versionen teurer als einfache gestanzte oder gedruckte Varianten.

Das Tragen des Parteiabzeichens war für NSDAP-Mitglieder obligatorisch, besonders bei offiziellen Anlässen und in der Öffentlichkeit. Es wurde üblicherweise am linken Revers getragen. Die Nadelbefestigung auf der Rückseite ermöglichte ein einfaches Anbringen an Zivilkleidung oder Uniformen. Beschädigungen oder der Verlust des Abzeichens mussten der Partei gemeldet werden, und Ersatzabzeichen konnten nur unter bestimmten Bedingungen ausgegeben werden.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 wurde die NSDAP durch die alliierten Besatzungsmächte verboten. Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 löste die Partei offiziell auf und verbot alle ihre Organisationen. Der Besitz und die Zurschaustellung von NS-Symbolen wurden in Deutschland später durch das Strafgesetzbuch (§ 86a StGB) geregelt, das die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt, mit Ausnahmen für historische, wissenschaftliche und Bildungszwecke.

Heute haben solche Objekte ausschließlich historischen und dokumentarischen Wert. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen und europäischen Geschichte. Museen, Gedenkstätten und wissenschaftliche Sammlungen bewahren diese Artefakte als Lehrmittel zur Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Systeme und zur Mahnung vor den Gefahren extremistischer Ideologien.

Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin mit minimalen Gebrauchsspuren, was bei Objekten dieses Alters bemerkenswert ist. Die Erhaltung solcher historischer Gegenstände ist wichtig für die wissenschaftliche Forschung und die historische Bildung kommender Generationen.