Reichsarbeitsdienst ( RAD ) Dienstauszeichnung für Männer 3. Stufe in Silber - Miniaturauflage für die Bandspange
Die Reichsarbeitsdienst (RAD) Dienstauszeichnung für Männer 3. Stufe in Silber stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Arbeits- und Ehrungspolitik während des Dritten Reiches dar. Bei dem beschriebenen Objekt handelt es sich um eine Miniaturauflage dieser Auszeichnung, die speziell für das Tragen an der Bandspange konzipiert wurde.
Der Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 durch das “Reichsarbeitsdienstgesetz” als obligatorische Institution eingeführt. Alle jungen deutschen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren waren verpflichtet, sechs Monate Arbeitsdienst zu leisten. Der RAD stand unter der Leitung des Reichsarbeitsführers Konstantin Hierl und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Organisation mit etwa 350.000 Mitgliedern auf dem Höhepunkt seiner Existenz.
Die RAD-Dienstauszeichnungen wurden durch Erlass vom 1. März 1936 gestiftet und in vier Stufen verliehen. Die 3. Stufe in Silber wurde für zwölf Jahre treue Dienste im Reichsarbeitsdienst verliehen. Die Abstufung erfolgte nach Dienstjahren: Die 4. Stufe (Bronze) für vier Jahre, die 3. Stufe (Silber) für zwölf Jahre, die 2. Stufe (vergoldetes Silber) für 18 Jahre und die 1. Stufe (Gold) für 25 Jahre Dienstzeit.
Das Aussehen der Auszeichnung war streng reglementiert. Sie zeigte auf der Vorderseite ein stilisiertes Hakenkreuz umgeben von einem Eichenlaubkranz und dem Schriftzug “Für treue Arbeit”. Die Miniaturausführungen, wie das beschriebene Exemplar, hatten einen Durchmesser von etwa 10 mm und waren für das Tragen an der Ordensspange bzw. Bandspange vorgesehen, wenn die Vollgröße der Auszeichnung nicht angebracht war.
Die rückseitigen zwei Splinte dienten zur Befestigung an der Bandspange oder Uniform. Diese Konstruktion war typisch für Miniaturausführungen deutscher Orden und Ehrenzeichen der Zeit. Die Miniaturabzeichen wurden in der Regel aus dem gleichen Material wie die Vollversion gefertigt, in diesem Fall aus Silber oder versilbertem Metall.
Der Zustand 2 bezeichnet in der militärhistorischen Sammlerkunde einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Stück entweder sorgfältig aufbewahrt wurde oder nur selten getragen wurde.
Die Verleihung dieser Auszeichnungen war mit einem formellen Prozedere verbunden. Die Träger erhielten neben dem Abzeichen auch eine Verleihungsurkunde, die den Namen des Empfängers, die Stufe der Auszeichnung und das Verleihungsdatum dokumentierte. Die Miniaturversionen wurden oft zusätzlich zur Hauptauszeichnung erworben, um sie bei gesellschaftlichen Anlässen in Zivilkleidung oder bei Uniformen in Feldausführung zu tragen.
Historisch gesehen dokumentiert diese Auszeichnung die Instrumentalisierung der Arbeit durch das NS-Regime. Der RAD diente nicht nur der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sondern auch der ideologischen Indoktrination und der Vorbereitung junger Männer auf den Militärdienst. Die Arbeiten umfassten hauptsächlich land- und forstwirtschaftliche Projekte sowie Infrastrukturmaßnahmen.
Nach 1945 wurden alle nationalsozialistischen Auszeichnungen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 verboten. Das öffentliche Tragen solcher Ehrenzeichen ist in Deutschland bis heute nur zu wissenschaftlichen oder aufklärenden Zwecken gestattet. Dennoch besitzen diese Objekte einen hohen militärhistorischen und sammlungswissenschaftlichen Wert für die Erforschung der NS-Zeit.