Bund Deutscher Mädel Knopf für die Weiße JM - BDM Bluse 

rückseitig mit RZM Hersteller, ca. 22 mm, Zustand 2-

Preis Pro Stück : 
475403
10,00

Bund Deutscher Mädel Knopf für die Weiße JM - BDM Bluse 

Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war die weibliche Jugendorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und bildete von 1930 bis 1945 einen integralen Bestandteil der Hitler-Jugend (HJ). Die Organisation umfasste Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren, wobei die jüngere Altersgruppe von 10 bis 14 Jahren als Jungmädelbund (JM) bezeichnet wurde.

Die Uniformierung spielte eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Jugendorganisation. Die weiße Bluse des Jungmädelbundes war ein charakteristisches Kleidungsstück, das zusammen mit dem dunkelblauen Rock und dem schwarzen Halstuch die Dienstkleidung der jüngeren BDM-Mitglieder bildete. Diese Uniform unterschied sich bewusst von der der älteren BDM-Mädchen, die braune Blusen trugen, und symbolisierte die Unschuld und Jugend der Trägerinnen.

Der hier beschriebene Knopf für die weiße JM-Bluse stellt ein authentisches Beispiel der uniformtechnischen Ausrüstungsgegenstände dar, die nach strengen Vorschriften hergestellt wurden. Die Kennzeichnung mit RZM auf der Rückseite ist von besonderer historischer Bedeutung. RZM stand für Reichszeugmeisterei, die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die 1929 gegründet wurde und ab 1933 das Monopol über die Herstellung und den Vertrieb von Parteiabzeichen, Uniformteilen und Ausrüstungsgegenständen innehatte.

Die Reichszeugmeisterei vergab Lizenznummern an zugelassene Hersteller und kontrollierte streng die Qualität und Ausführung aller Parteiartikel. Jeder zugelassene Hersteller erhielt eine eindeutige Kennziffer, die auf den produzierten Gegenständen angebracht werden musste. Diese Systematik sollte einerseits die einheitliche Qualität sicherstellen und andererseits den illegalen Handel mit gefälschten Parteiartikeln unterbinden. Die Durchmesserangabe von etwa 22 mm entspricht den standardisierten Maßen, die für Blusenknöpfe der Jugendorganisationen vorgeschrieben waren.

Die Gründung des Bund Deutscher Mädel erfolgte offiziell im Jahr 1930, obwohl es bereits zuvor vereinzelte Mädchengruppen innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung gab. Nach der Machtergreifung 1933 wurde die Organisation massiv ausgebaut. Das Gesetz über die Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936 machte die Mitgliedschaft faktisch obligatorisch, indem es festlegte, dass “die gesamte deutsche Jugend” in der HJ zu organisieren sei. Im Jahr 1939 umfasste der BDM etwa 3,5 Millionen Mitglieder.

Der Jungmädelbund diente als Vorstufe zum eigentlichen BDM und sollte Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren im nationalsozialistischen Sinne erziehen. Die Aktivitäten umfassten Sport, Wanderungen, Heimabende und ideologische Schulungen. Mit 14 Jahren wechselten die Mädchen dann in den BDM, wo sie bis zum 18. Lebensjahr oder bis zum Eintritt in das BDM-Werk “Glaube und Schönheit” für 18- bis 21-jährige Frauen verblieben.

Die Uniformierung mit ihren spezifischen Elementen wie Knöpfen, Abzeichen und Halstüchern diente mehreren Zwecken: Sie schuf ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gleichheit, hob die Trägerinnen aus der allgemeinen Bevölkerung hervor und symbolisierte die Unterordnung unter die Gemeinschaft und die nationalsozialistische Ideologie. Die weiße Farbe der JM-Bluse war dabei kein Zufall, sondern Teil eines durchdachten Systems visueller Symbolik.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wie der beschriebene Knopf wichtige materielle Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen Geschichte. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch das nationalsozialistische Regime, einschließlich der systematischen Indoktrination der Jugend. Die Sammlung und wissenschaftliche Dokumentation solcher Gegenstände dient der historischen Forschung und der Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Herrschaft.

Die Erhaltung und der Zustand solcher historischer Objekte variiert erheblich. Der angegebene Zustand 2- entspricht in der Sammlernomenklatur einem gut erhaltenen Stück mit leichten Gebrauchsspuren, was für einen über 75 Jahre alten Gegenstand bemerkenswert ist. Die Patina und eventuelle Gebrauchsspuren machen jeden einzelnen Knopf zu einem individuellen historischen Dokument, das von der alltäglichen Realität der Mädchen erzählt, die diese Uniformen trugen.