Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

17 mm, Hersteller : Wernstein Jena, an langer Nadel, Zustand 2.
513203
35,00

Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

Das Deutsche Reichssportabzeichen (DRL) stellt eines der bedeutendsten sportlichen Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschland dar. Die hier beschriebene Miniaturversion in Bronze mit Hakenkreuz, hergestellt von Wernstein Jena, repräsentiert eine spezielle Form dieser Auszeichnung, die für das Tragen an Zivilkleidung oder in verkleinerter Form an Uniformen gedacht war.

Das Deutsche Reichssportabzeichen wurde am 19. Januar 1937 durch den Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten als Nachfolger des seit 1913 existierenden Deutschen Sportabzeichens eingeführt. Diese Neugestaltung erfolgte im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik, wobei alle sportlichen Organisationen unter dem Dachverband des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) zusammengefasst wurden. Das Abzeichen sollte die körperliche Ertüchtigung der deutschen Bevölkerung fördern und entsprach den ideologischen Vorstellungen des NS-Regimes von einem wehrhaften Volkskörper.

Die Verleihung des Reichssportabzeichens in Bronze erfolgte nach dem Bestehen verschiedener sportlicher Prüfungen in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen und teilweise auch Schießen. Die Anforderungen waren nach Altersklassen und Geschlecht gestaffelt. Männer mussten in der Regel Leistungen in den Bereichen Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen oder Diskuswurf, sowie im Schwimmen erbringen. Das bronzene Abzeichen stellte die Grundstufe dar, gefolgt von Silber für wiederholte Verleihungen und besonderen Leistungen.

Die Miniaturausführung mit einer Größe von 17 mm unterschied sich deutlich von der regulären Version des Abzeichens, die etwa 30-32 mm maß. Miniaturen wurden besonders für das Tragen an Zivilkleidung oder als dezentere Variante an Uniformen verwendet. Sie wurden an einer langen Nadel befestigt, wie in der Objektbeschreibung angegeben, was das Anbringen an verschiedenen Kleidungsstücken erleichterte.

Der Hersteller Wernstein aus Jena gehörte zu den zahlreichen Firmen, die während der NS-Zeit mit der Produktion von Orden, Ehrenzeichen und Sportabzeichen beauftragt wurden. Jena war als Industriestandort mit optischer und feinmechanischer Tradition bekannt, und mehrere Betriebe dort fertigten militärische und zivile Auszeichnungen. Die Herstellermarkierung ermöglicht heute die genaue Zuordnung und Authentifizierung solcher Stücke.

Das Design des Reichssportabzeichens zeigte typischerweise einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der auf einem Eichenkranz mit Hakenkreuz sitzt. Die Gestaltung folgte der nationalsozialistischen Symbolsprache und machte das Abzeichen zu einem politischen sowie sportlichen Symbol. Nach 1945 wurde die Verleihung eingestellt, und der Besitz von Abzeichen mit Hakenkreuz unterlag in Deutschland den Bestimmungen des Strafgesetzbuches bezüglich verfassungswidriger Symbole, wobei historische Sammlerstücke unter bestimmten Bedingungen davon ausgenommen sind.

Die Bedeutung solcher Miniaturen lag in ihrer Alltagstauglichkeit. Während die regulären Abzeichen oft nur zu besonderen Anlässen oder an Uniformen getragen wurden, ermöglichten Miniaturen das diskrete Zeigen der sportlichen Leistung im täglichen Leben. Besonders Angehörige von Parteiorganisationen, Beamte und Offiziere trugen häufig Miniaturversionen ihrer Auszeichnungen.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der numismatischen und militaria-sammlerischen Terminologie einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit leichten Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Stück getragen wurde, aber keine erheblichen Beschädigungen aufweist.

Heute sind solche Objekte von militärhistorischem und sammlertechnischem Interesse. Sie dokumentieren die Alltagskultur des Dritten Reiches und die Durchdringung der Gesellschaft mit nationalsozialistischer Symbolik. Gleichzeitig erinnern sie an die Instrumentalisierung des Sports für politische und militärische Zwecke. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten ermöglicht ein besseres Verständnis der NS-Zeit und ihrer gesellschaftlichen Mechanismen.