Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Gold - Miniatur

19 mm, ohne Bandschleife, Zustand 2.
Pro Stück EUR 45,--
487003
45,00

Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Gold - Miniatur

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, auch als Mutterkreuz bekannt, gehört zu den bemerkenswertesten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands und repräsentiert die bevölkerungspolitischen Zielsetzungen des Regimes zwischen 1938 und 1945. Die hier vorliegende Miniaturausführung in Gold mit einer Größe von 19 mm stellt eine besondere Variante dieser Auszeichnung dar, die für den täglichen Gebrauch konzipiert wurde.

Die Stiftung des Ehrenkreuzes erfolgte durch Adolf Hitler am 16. Dezember 1938, zeitgleich mit der Einführung des Gedenktages für die Deutsche Mutter am zweiten Sonntag im Mai. Die offizielle Verleihungszeremonie fand erstmals am Muttertag 1939 statt. Die Auszeichnung war Teil der umfassenden nationalsozialistischen Familien- und Bevölkerungspolitik, die darauf abzielte, die Geburtenrate zu erhöhen und das Ideal der kinderreichen Familie zu fördern.

Das Mutterkreuz wurde in drei Stufen verliehen: Bronze für vier oder fünf Kinder, Silber für sechs oder sieben Kinder und Gold für acht oder mehr Kinder. Die Verleihungskriterien waren streng geregelt und umfassten nicht nur die Anzahl der Kinder, sondern auch die “rassische” Zugehörigkeit und das politische Verhalten der Familie. Nur Mütter, die den nationalsozialistischen Rassevorstellungen entsprachen und als politisch zuverlässig galten, kamen für die Auszeichnung in Frage.

Das Design des Kreuzes stammte vom Münchner Bildhauer Franz Breithaupt. Es zeigt ein blaues Emaille-Kreuz mit dem Hakenkreuz in der Mitte, umgeben von der Inschrift “Der Deutschen Mutter” und dem Datum “16. Dezember 1938”. Die vollständige Auszeichnung wurde ursprünglich an einem weiß-blauen Band getragen, das die bayerischen Farben aufgriff, da Hitler in München die erste Verleihung vornahm.

Die hier beschriebene Miniatur stellt eine reduzierte Version der Vollgröße dar. Miniaturen waren im deutschen Ordensystem traditionell für den täglichen Gebrauch oder für bestimmte Uniformkombinationen vorgesehen, bei denen die Vollgröße der Auszeichnung unpraktisch gewesen wäre. Mit 19 mm Durchmesser war sie deutlich kleiner als die reguläre Ausführung und konnte dezenter getragen werden. Die Angabe “ohne Bandschleife” deutet darauf hin, dass diese Miniatur ohne das charakteristische Band angeboten wird, was bei Sammlerstücken nicht ungewöhnlich ist.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden schätzungsweise über 4,7 Millionen Mutterkreuze in allen drei Stufen verliehen, wobei die goldene Stufe am seltensten war. Die Verleihung erfolgte durch lokale NSDAP-Funktionäre in feierlichen Zeremonien, die die gesellschaftliche Bedeutung der Mutterschaft im nationalsozialistischen Staat unterstreichen sollten.

Die historische Bewertung des Mutterkreuzes ist komplex und umstritten. Während es vordergründig Mütter ehrte, war es tatsächlich ein Instrument der nationalsozialistischen Ideologie. Die Auszeichnung diente der Förderung einer Politik, die Frauen primär auf ihre Rolle als Gebärende reduzierte und Teil eines Systems war, das rassistische und eugenische Vorstellungen durchsetzte. Die strikte Ausgrenzung jüdischer, politisch missliebiger oder als “erbkrank” eingestufter Familien offenbart den diskriminierenden Charakter dieser Auszeichnung.

Nach 1945 wurde das Tragen des Mutterkreuzes durch die Alliierten zunächst verboten. Im Zuge der Entnazifizierung wurde 1957 durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland geregelt, dass das Mutterkreuz ohne nationalsozialistische Symbole getragen werden durfte. In der Praxis verlor die Auszeichnung jedoch rasch an Bedeutung.

Heute sind Mutterkreuze und ihre Miniaturen gesuchte Sammlerobjekte, die einen wichtigen Aspekt der deutschen Geschichte dokumentieren. Der angegebene Zustand 2 bezeichnet im Sammlerbereich einen sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Die Miniaturausführungen sind dabei oft seltener als die regulären Größen, da sie in geringerer Stückzahl produziert wurden.

Die Beschäftigung mit solchen historischen Objekten erfordert stets eine kritische Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext. Das Mutterkreuz steht exemplarisch für die Art und Weise, wie das nationalsozialistische Regime traditionelle Werte instrumentalisierte und für seine rassistischen und totalitären Ziele missbrauchte. Es erinnert an eine Zeit, in der staatliche Auszeichnungen nicht der Würdigung individueller Leistungen dienten, sondern der Durchsetzung einer menschenverachtenden Ideologie.