Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

9 mm, Feinzink, an langer Nadel, Zustand 2.
399203
35,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs und repräsentiert die Anerkennung für Infanteristen, die sich im direkten Kampfeinsatz bewährt haben. Die hier beschriebene Miniaturausführung mit 9 mm Durchmesser stellt eine besondere Variante dieser Auszeichnung dar, die für das Tragen an der Zivilkleidung oder an bestimmten Uniformvarianten gedacht war.

Das Infanterie-Sturmabzeichen wurde durch eine Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanterie im Kampf würdigen. Das Abzeichen in Silber wurde für die Teilnahme an drei Infanterieangriffen an drei verschiedenen Tagen verliehen, während die Bronze-Variante bereits nach einem Kampftag verliehen werden konnte. Die Verleihungsbedingungen wurden im Verlauf des Krieges mehrfach angepasst und präzisiert.

Die reguläre Ausführung des Abzeichens zeigte ein ovales Design mit einem Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Das Abzeichen wurde von verschiedenen Herstellern produziert, wobei Feinzink als Material besonders in den späteren Kriegsjahren verwendet wurde, als Buntmetalle zunehmend knapp wurden und für kriegswichtige Zwecke reserviert waren.

Die Miniaturausführungen militärischer Auszeichnungen hatten eine lange Tradition in der deutschen Militärgeschichte. Sie dienten dazu, die erworbenen Ehrenzeichen auch bei Gelegenheiten tragen zu können, bei denen die regulären Ausführungen als zu auffällig oder unpassend galten. Miniaturen wurden typischerweise an langen Nadeln befestigt, was das Tragen am Revers von Zivilanzügen oder an bestimmten Uniformjacken ermöglichte. Mit 9 mm Durchmesser war diese Miniatur deutlich kleiner als die Standard-Ausführung, die etwa 46 mm hoch und 32 mm breit war.

Die Herstellung von Miniaturen erfolgte oft durch spezialisierte Manufakturen und Juweliere. Die Qualität variierte erheblich, von einfachen, gegossenen Ausführungen bis hin zu fein gearbeiteten Stücken. Die hier beschriebene Ausführung aus Feinzink deutet auf eine Produktion während der Kriegsjahre hin, als die Materialknappheit auch die Herstellung von Miniaturen beeinflusste. Frühere Miniaturen wurden häufig aus Silber oder versilbertem Material gefertigt.

Die lange Nadel ist ein charakteristisches Merkmal dieser Miniaturausführungen. Sie unterscheidet sich deutlich von den Nadelsystemen der regulären Kampfabzeichen, die mit kürzeren, breiteren Nadeln und oft mit speziellen Verschlusssystemen ausgestattet waren. Die lange, dünne Nadel der Miniatur ermöglichte ein diskretes Befestigen an der Kleidung und war für den alltäglichen Gebrauch außerhalb des militärischen Dienstes konzipiert.

Der angegebene Zustand 2 nach der in der Militaria-Sammlerszene üblichen Bewertungsskala deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das zwar Gebrauchsspuren aufweisen kann, aber noch alle wesentlichen Details zeigt und keine gravierenden Beschädigungen aufweist. Bei Feinzink-Ausführungen ist dies besonders bemerkenswert, da dieses Material anfälliger für Korrosion und Beschädigungen ist als andere Metalle.

Die Sammlertradition solcher Miniaturen reicht weit zurück. Bereits Veteranen des Ersten Weltkriegs trugen Miniaturen ihrer Auszeichnungen im zivilen Leben, um ihre militärische Vergangenheit dezent zu dokumentieren. Diese Tradition setzte sich nach 1945 fort, wobei das Tragen solcher Abzeichen in Deutschland nach dem Krieg rechtlichen Beschränkungen unterlag, wenn sie nationalsozialistische Symbole wie das Hakenkreuz zeigten.

Heute sind solche Miniaturausführungen begehrte Sammlerobjekte, die einen Einblick in die materielle Kultur des Zweiten Weltkriegs bieten. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis, sondern auch die sozialgeschichtlichen Aspekte des Soldatenlebens und der Nachkriegszeit. Die kleinen Abmessungen und die spezielle Machart machen sie zu interessanten Studienobjekten für Militärhistoriker und Sammler gleichermaßen.