NSKK - Kennzeichnungsplakette - " Motorstaffel III/M118 "

Aluminium bronziert, 58 x 75 mm, mit 2 Bohrungen, Zustand 2/2-.
340703
220,00

NSKK - Kennzeichnungsplakette - " Motorstaffel III/M118 "

Die NSKK-Kennzeichnungsplakette der Motorstaffel III/M118 repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der organisatorischen Struktur des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) während der Zeit des Dritten Reiches. Diese aus bronziertem Aluminium gefertigte Plakette mit den Maßen 58 x 75 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung diente der eindeutigen Kennzeichnung von Fahrzeugen oder Ausrüstungsgegenständen innerhalb der militärischen Transportorganisation.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 zunächst als Unterorganisation der SA (Sturmabteilung) gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer selbstständigen Organisation innerhalb der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zu einer paramilitärischen Formation mit circa 500.000 Mitgliedern auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Vorbereitung auf den motorisierten Kriegseinsatz.

Die Motorstaffeln bildeten die grundlegenden operativen Einheiten des NSKK. Sie waren hierarchisch in Motorstandarten, Motorstürme und schließlich in einzelne Motorstaffeln untergliedert. Die Bezeichnung “Motorstaffel III/M118” folgt dem typischen Nummerierungssystem des NSKK, wobei die römische Ziffer die Staffelnummer innerhalb der übergeordneten Einheit angibt, während “M118” die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Motorstandarte kennzeichnet. Diese präzise Systematik ermöglichte eine eindeutige Identifizierung und Verwaltung der zahlreichen Einheiten über das gesamte Deutsche Reich hinweg.

Kennzeichnungsplaketten dieser Art wurden gemäß den Dienstvorschriften des NSKK an Kraftfahrzeugen, Motorrädern, Anhängern und teilweise auch an stationärer Ausrüstung angebracht. Sie erfüllten mehrere wichtige Funktionen: Erstens dienten sie der schnellen Identifizierung der Einheitenzugehörigkeit, zweitens ermöglichten sie eine effiziente Bestandskontrolle und drittens demonstrierten sie die militärische Organisation und Disziplin der Formation. Die Verwendung von bronziertem Aluminium war dabei kein Zufall – dieses Material bot eine gute Balance zwischen Haltbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und kostengünstiger Herstellung.

Die Motorstandarte 118 war eine von über 200 Motorstandarten, die im gesamten Reichsgebiet aufgestellt wurden. Jede Motorstandarte umfasste in der Regel mehrere Motorstürme, die wiederum in drei bis vier Motorstaffeln unterteilt waren. Eine typische Motorstaffel bestand aus 30 bis 70 Mitgliedern mit entsprechenden Fahrzeugen. Die geografische Verteilung dieser Einheiten folgte der territorialen Gliederung des Reiches in Motorgruppen, die den Wehrbezirken entsprachen.

Während der Vorkriegszeit konzentrierte sich das NSKK auf die kraftfahrtechnische Ausbildung der Mitglieder, die Durchführung von Geländefahrten und motorsportlichen Veranstaltungen sowie die Förderung des Kraftfahrwesens im Allgemeinen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 wandelte sich die Rolle des NSKK zunehmend. Viele Mitglieder wurden zur Wehrmacht eingezogen, während das NSKK selbst verstärkt Transportaufgaben für militärische und zivile Zwecke übernahm. Das Korps beteiligte sich am Transport-Korps Speer, unterstützte die Versorgung der kämpfenden Truppen und war in den besetzten Gebieten aktiv.

Die Herstellung solcher Kennzeichnungsplaketten erfolgte durch spezialisierte Metallwarenfabriken, die Aufträge von der NSKK-Führung erhielten. Die Qualität und Ausführung variierte dabei je nach Herstellungszeitpunkt und Hersteller. Die hier beschriebene Plakette mit ihrer Bronzierung und sauberen Verarbeitung deutet auf eine Produktion in der Vorkriegs- oder frühen Kriegszeit hin, als Material und Produktionskapazitäten noch verfügbar waren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das NSKK durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 zusammen mit anderen NS-Organisationen aufgelöst und verboten. Sämtliche Vermögenswerte wurden beschlagnahmt, und die Mitgliedschaft wurde im Rahmen der Entnazifizierung überprüft. Kennzeichnungsplaketten wie diese wurden in der Nachkriegszeit größtenteils eingeschmolzen oder vernichtet, weshalb erhaltene Exemplare heute als historische Dokumente einer dunklen Epoche deutscher Geschichte gelten.

Aus heutiger wissenschaftlicher Perspektive sind solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der organisatorischen Strukturen des NS-Regimes. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen und die Militarisierung der Gesellschaft. Für Museen und Forschungseinrichtungen stellen sie wertvolle Anschauungsobjekte dar, die im Kontext der historischen Aufarbeitung und Bildungsarbeit von Bedeutung sind.