NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorgruppe Thüringen - Geländefahrt im grünen Herzen Deutschlands 8. Mai 1938 "

Aluminium vergoldet, 65 x 97 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : Steinhauer & Lück Lüdenscheid, Zustand 2.
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180,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorgruppe Thüringen - Geländefahrt im grünen Herzen Deutschlands 8. Mai 1938 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes motorsportliches Ereignis des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) im Jahr 1938. Diese vergoldete Aluminiumplakette mit den Maßen 65 x 97 mm wurde von der renommierten Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid hergestellt und commemoriert die “Geländefahrt im grünen Herzen Deutschlands” der Motorgruppe Thüringen am 8. Mai 1938.

Das NSKK wurde am 1. April 1930 als Untergliederung der SA gegründet und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Organisation mit etwa 500.000 Mitgliedern zur Hochzeit ihrer Existenz. Nach der Machtübernahme 1933 erhielt das NSKK unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein zunehmend staatliche Aufgaben im Bereich der Kraftfahrausbildung und Motorisierung. Die Organisation war in verschiedene Motorgruppen unterteilt, die regional organisiert waren und motorsportliche sowie ausbildungstechnische Aktivitäten durchführten.

Die Motorgruppe Thüringen war eine dieser regionalen Einheiten und organisierte regelmäßig Geländefahrten, Orientierungsfahrten und motorsportliche Wettbewerbe. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die fahrerischen Fähigkeiten der Mitglieder verbessern, den Gemeinschaftsgeist stärken und gleichzeitig als Propagandaveranstaltungen die Leistungsfähigkeit der deutschen Kraftfahrtechnik demonstrieren. Der Begriff “grünes Herz Deutschlands” ist eine traditionelle Bezeichnung für Thüringen, die auf die ausgedehnten Waldgebiete und die zentrale Lage im Deutschen Reich anspielt.

Die Veranstaltung vom 8. Mai 1938 fand in einer Zeit statt, in der das NS-Regime seine Macht bereits vollständig konsolidiert hatte. Das Jahr 1938 war geprägt vom “Anschluss” Österreichs im März und der zunehmenden Vorbereitung auf militärische Expansionen. Das NSKK spielte in dieser Phase eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Kraftfahrern, die später für militärische Zwecke eingesetzt werden sollten.

Teilnehmerplaketten dieser Art wurden als Erinnerungsstücke und Auszeichnungen für die Teilnahme an motorsportlichen Veranstaltungen des NSKK vergeben. Die vorliegende Plakette ist als “nichttragbar” klassifiziert, was bedeutet, dass sie nicht an der Uniform getragen wurde, sondern als Wandschmuck oder Andenken diente. Die zwei Bohrungen an der Plakette ermöglichten die Befestigung an einer Wand oder in einer Vitrine.

Die Herstellerfirma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid war eine der bedeutendsten Produzenten von Abzeichen, Plaketten und Orden während der NS-Zeit. Lüdenscheid hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zentrum der metallverarbeitenden Industrie etabliert, insbesondere für Knöpfe, Schnallen und Abzeichen. Zahlreiche Firmen in dieser Region belieferten staatliche Stellen und Organisationen mit ihren Produkten. Die Qualität der Fertigung war üblicherweise hoch, wie auch bei diesem Exemplar erkennbar ist.

Die Vergoldung des Aluminiumgrundmaterials war ein typisches Verfahren für solche Plaketten. Aluminium war leicht und kostengünstig, während die Vergoldung der Plakette einen repräsentativen Charakter verlieh. Die Größe von 65 x 97 mm entspricht den Standardformaten für nichttragbare Veranstaltungsplaketten dieser Zeit.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die Selbstdarstellung des NSKK geben. Sie zeigen, wie das NS-Regime auch den Motorsport und die Kraftfahrausbildung für seine Zwecke instrumentalisierte und in seine ideologischen und militärischen Vorbereitungen einband. Sammler und Historiker schätzen diese Plaketten als Zeugnisse einer spezifischen historischen Epoche, wobei der Umgang mit solchen Objekten stets eine kritische historische Einordnung erfordert.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem die Vergoldung weitgehend intakt ist und nur geringfügige Gebrauchsspuren vorhanden sind. Solche Plaketten überdauerten oft in Privatbesitz und gelangten nach Kriegsende in Sammlungen oder wurden als historische Dokumente aufbewahrt.