NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Sternfahrt 10. September 1933 Breslau "

Keramik grün gefärbt, 46 x 73 mm, mit 3 Bohrungen, Zustand 2.
338903
250,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Sternfahrt 10. September 1933 Breslau "

Die NSKK-Sternfahrt-Plakette vom 10. September 1933 in Breslau repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), einer paramilitärischen Organisation des Dritten Reiches. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette aus grün gefärbter Keramik dokumentiert eine der zahlreichen Motorsportveranstaltungen, die das NSKK zur Förderung der motorisierten Mobilität und zur ideologischen Indoktrination nutzte.

Das NSKK wurde am 1. April 1931 als Unterorganisation der SA gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer eigenständigen Formation der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zu einer Organisation mit über 500.000 Mitgliedern bis 1939. Die Hauptaufgaben umfassten die vormilitärische Ausbildung von Kraftfahrern, die Förderung des Motorsports und die Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie.

Sternfahrten waren beliebte Motorsportveranstaltungen, bei denen Teilnehmer aus verschiedenen Richtungen zu einem zentralen Zielpunkt fuhren. Die Veranstaltung in Breslau am 10. September 1933 fand in einer politisch besonders bedeutsamen Phase statt. Im Jahr 1933, unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtergreifung, intensivierte das Regime seine Bemühungen, die Bevölkerung durch Massenveranstaltungen zu mobilisieren und die neue Ordnung zu festigen. Breslau, als Hauptstadt der preußischen Provinz Niederschlesien und bedeutendes kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum im Osten des Deutschen Reiches, bot eine ideale Kulisse für solche Propagandaveranstaltungen.

Die Plakette selbst ist aus Keramik gefertigt und grün gefärbt, was für die damalige Zeit eine übliche Materialwahl für nichttragbare Erinnerungsstücke darstellte. Mit ihren Maßen von 46 x 73 mm und drei Bohrungen zur Befestigung war sie vermutlich zur Anbringung an Kraftfahrzeugen oder als Wanddekoration konzipiert. Die Verwendung von Keramik als Material hatte praktische und wirtschaftliche Gründe: Keramik war kostengünstiger als Metall und erlaubte dennoch eine ansprechende Gestaltung mit dauerhafter Farbgebung.

Solche Teilnehmerplaketten dienten mehreren Zwecken. Zum einen waren sie Erinnerungsstücke für die Teilnehmer, die ihre Verbundenheit mit der Organisation und ihre Teilnahme an der Veranstaltung dokumentierten. Zum anderen hatten sie eine propagandistische Funktion, indem sie die Präsenz und Aktivität des NSKK im öffentlichen Raum sichtbar machten. Die Verteilung solcher Plaketten förderte zudem den Korpsgeist und die Identifikation mit der nationalsozialistischen Bewegung.

Die frühen Jahre des NSKK waren von intensiver Aufbauarbeit und der Etablierung seiner Rolle im NS-Staat geprägt. Die Organisation übernahm die Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht, organisierte motorsportliche Wettkämpfe und technische Schulungen. Veranstaltungen wie die Breslauer Sternfahrt dienten der öffentlichen Darstellung dieser Aktivitäten und der Rekrutierung neuer Mitglieder.

Im historischen Kontext ist bemerkenswert, dass Breslau in den 1930er Jahren eine wichtige Rolle in der nationalsozialistischen Propaganda spielte. Die Stadt war Schauplatz zahlreicher Parteiveranstaltungen und sollte ihre Bedeutung als “Bollwerk im Osten” demonstrieren. Die Wahl Breslaus als Austragungsort für die Sternfahrt unterstreicht die strategische Bedeutung der Region für das NS-Regime.

Heute sind solche historischen Artefakte wichtige Zeugnisse einer dunklen Periode deutscher Geschichte. Sie dienen der historischen Forschung und Aufklärung über die Mechanismen nationalsozialistischer Herrschaft und Propaganda. Sammler und Museen bewahren diese Objekte als Dokumente einer Zeit, die mahnt und erinnert. Die nichttragbare Plakette repräsentiert dabei nicht nur die Geschichte des NSKK, sondern auch die umfassendere Geschichte der Militarisierung und Ideologisierung der deutschen Gesellschaft in den 1930er Jahren.