Südwestafrika-Denkmünze für Kämpfer .

Bronze mit Stempelschneider "Schultz", am Band mit 3 Gefechtsspange "Gross-Namaland", "Waterberg" und "Karras-Berge".
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675,00

Südwestafrika-Denkmünze für Kämpfer .

Die Südwestafrika-Denkmünze stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Kolonialgeschichte dar und dokumentiert die militärischen Auseinandersetzungen im heutigen Namibia zwischen 1904 und 1908. Diese Auszeichnung wurde am 19. Juni 1907 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und ehrte die deutschen Soldaten, die an den Kämpfen gegen die aufständischen Herero und Nama teilgenommen hatten.

Die Medaille wurde in Bronze geprägt und zeigt auf der Vorderseite das Profil Kaiser Wilhelms II. mit der Umschrift “WILHELM II DEUTSCHER KAISER KÖNIG VON PREUSSEN”. Die Rückseite trägt die Inschrift “FÜR TAPFERKEIT VOR DEM FEINDE SÜDWEST-AFRIKA 1904-1906” sowie einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen.

Der Stempelschneider Schultz war für die kunstvolle Gestaltung dieser Auszeichnung verantwortlich. Die Medaille wurde an einem charakteristischen Band in den Farben Schwarz-Weiß-Rot getragen, den deutschen Nationalfarben der Kaiserzeit entsprechend.

Besondere historische Bedeutung erlangen die drei Gefechtsspangen: “Gross-Namaland”, “Waterberg” und “Karras-Berge”. Diese dokumentieren die Teilnahme an spezifischen Schlachten des Kolonialkrieges. Die Schlacht am Waterberg am 11. August 1904 war ein entscheidender Wendepunkt im Herero-Aufstand, bei dem die deutschen Truppen unter General Lothar von Trotha die Herero-Krieger unter Samuel Maharero besiegten. Die Kämpfe in Gross-Namaland bezogen sich auf die Auseinandersetzungen mit den Nama unter Hendrik Witbooi, während die Spange “Karras-Berge” Gefechte in diesem bergigen Gebiet dokumentiert.

Die Verleihungsbedingungen waren streng geregelt: Die Medaille erhielten alle deutschen Soldaten, Beamten und Zivilisten, die mindestens sechs Monate in Südwestafrika Dienst geleistet hatten. Für jeden Kampfeinsatz konnte zusätzlich eine bronzene Spange verliehen werden, wobei maximal vier Spangen möglich waren.

Heute betrachtet die Geschichtswissenschaft diese Auszeichnungen im Kontext der deutschen Kolonialverbrechen, insbesondere des Völkermords an den Herero und Nama, der zwischen 1904 und 1908 schätzungsweise 65.000 Herero und 10.000 Nama das Leben kostete.