Demjansk - Schild 1942 und Narvik Ärmelschild 1940
Die vorliegenden militärischen Auszeichnungen - das Demjansk-Schild von 1942 und das Narvik-Ärmelschild von 1940 - repräsentieren zwei bedeutende Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Beide Stücke wurden nach 1945 entnazifiziert, das heißt, die ursprünglich vorhandenen Hakenkreuze und anderen nationalsozialistischen Symbole wurden entfernt oder unkenntlich gemacht.
Das Demjansk-Schild wurde am 25. April 1943 durch Adolf Hitler gestiftet und war eine Anerkennung für die Soldaten, die am Kessel von Demjansk zwischen dem 8. Februar und dem 21. Mai 1942 teilgenommen hatten. Dieser Kessel entstand im Rahmen der sowjetischen Winteroffensive 1941/42 im Raum südlich des Ilmensees in Nordrussland. Etwa 95.000 bis 100.000 deutsche Soldaten der 16. Armee wurden von sowjetischen Truppen eingeschlossen. Unter dem Befehl von Generaloberst Ernst Busch und später General der Infanterie Walter von Brockdorff-Ahlefeldt hielten die eingeschlossenen Truppen ihre Stellungen über mehr als drei Monate. Die Versorgung erfolgte ausschließlich durch die Luftwaffe in einer groß angelegten Luftbrücke. Am 21. April 1942 gelang schließlich der Entsatz durch einen Korridor, der den Kessel mit den deutschen Hauptlinien verband.
Das Schild selbst bestand aus einem vergoldeten oder versilberten Metallschild in Wappenform mit einer Höhe von etwa 42 mm und einer Breite von 34 mm. Es zeigte einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen über einem Hakenkreuz sowie die Inschrift "DEMJANSK" und "1942". Das Schild wurde auf dem linken Oberärmel der Uniform getragen. Die Verleihungskriterien waren streng: Der Träger musste nachweislich zwischen dem 8. Februar und dem 21. Mai 1942 innerhalb des Kessels gekämpft oder dort im Einsatz gewesen sein. Insgesamt wurden etwa 100.000 Demjansk-Schilde verliehen.
Das Narvik-Ärmelschild wurde bereits früher, am 19. August 1940, gestiftet und ehrte die Teilnehmer der Kämpfe um Narvik in Norwegen während der Operation Weserübung im Frühjahr 1940. Die Schlacht um Narvik begann am 9. April 1940 mit der deutschen Invasion Norwegens und endete am 8. Juni 1940 mit dem alliierten Rückzug. Deutsche Gebirgsjäger unter Generalleutnant Eduard Dietl kämpften unter extremen arktischen Bedingungen gegen norwegische, britische, französische und polnische Truppen. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit und schwieriger Versorgungslage konnten die deutschen Truppen ihre Positionen halten, bis die Alliierten sich aufgrund der dramatischen Lage in Frankreich zurückziehen mussten.
Das Narvik-Ärmelschild hatte die Form eines Wappenschilds mit einer Höhe von etwa 57 mm und zeigte eine stilisierte Edelweiß-Blüte (das Symbol der Gebirgstruppen), darüber einen Adler mit Hakenkreuz, und die Inschrift "NARVIK" sowie die Jahreszahl "1940". Es wurde ebenfalls auf dem linken Oberärmel getragen. Die Verleihungsbedingungen umfassten die Teilnahme an den Kämpfen in der Zeit vom 9. April bis 8. Juni 1940 im Raum Narvik. Etwa 8.577 Schilde wurden verliehen, hauptsächlich an Angehörige der 3. Gebirgsdivision und unterstützende Marine- und Luftwaffeneinheiten.
Die Entnazifizierung nach 1945 war eine weit verbreitete Praxis im Nachkriegsdeutschland. Gemäß dem Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 und späteren Bestimmungen war das öffentliche Zeigen nationalsozialistischer Symbole verboten. Viele Veteranen entfernten daher die Hakenkreuze von ihren militärischen Auszeichnungen mechanisch - durch Abschleifen, Überfeilen oder Ausstanzen - um die Stücke weiterhin als Erinnerung an ihre gefallenen Kameraden und ihre militärischen Erfahrungen behalten zu können, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Diese entnazifizierten Stücke sind heute historische Dokumente, die sowohl die ursprüngliche militärische Geschichte als auch die Nachkriegszeit widerspiegeln.
Beide Auszeichnungen gehören zu den Kampfabzeichen der Wehrmacht und dokumentieren spezifische militärische Operationen unter extremen Bedingungen - Narvik im arktischen Norwegen und Demjansk in der russischen Winterlandschaft. Sie sind wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs und werden heute in historischen Sammlungen und Museen als Studienmaterial zur deutschen Militärgeschichte aufbewahrt.