Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
372804
€ 40,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

Die Schießauszeichnung in Silber des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Organisationskultur der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des Kyffhäuserbundes verliehen, die besondere Leistungen im Schießsport erbracht hatten.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand 1900 aus dem Zusammenschluss verschiedener Kriegervereine und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation des Deutschen Reiches. Nach dem Ersten Weltkrieg gewann der Bund erheblich an Bedeutung und zählte in den 1920er Jahren über eine Million Mitglieder. Der Verband verstand sich als Hüter soldatischer Traditionen und pflegte das Andenken an die Gefallenen der deutschen Kriege.

Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in verschiedenen Stufen verliehen: in Bronze, Silber und Gold. Die hier beschriebene silberne Auszeichnung repräsentiert die mittlere Leistungsstufe und wurde für überdurchschnittliche Schießleistungen verliehen. Das systematische Schießwesen war ein zentraler Bestandteil der Bundesaktivitäten und diente nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der Aufrechterhaltung soldatischer Fertigkeiten unter den Veteranen.

Die Auszeichnung existierte in mehrerenFormen. Die hier vorliegende zweite Form wurde wahrscheinlich nach 1933 eingeführt, als der Kyffhäuserbund in die nationalsozialistischen Organisationsstrukturen eingegliedert wurde. Die Ausführung an langer Nadel deutet auf eine Trageweise als Anstecknadel hin, typischerweise an der Zivilkleidung oder der Vereinsuniform getragen.

Die Gestaltung solcher Schießauszeichnungen folgte üblicherweise militärischen und nationalen Symboltraditionen. Häufig fanden sich Darstellungen von Eichenlaub, Gewehren, Zielscheiben oder dem charakteristischen Kyffhäuser-Denkmal, das dem Bund seinen Namen gab. Das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, 1896 eingeweiht, war ein monumentales Kaiser-Wilhelm-Denkmal und wurde zum Symbol deutscher Einheit und militärischer Tradition.

Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser schrittweise in das NS-Regime integriert. 1938 erfolgte die offizielle Eingliederung in den NS-Reichskriegerbund. Trotz dieser Gleichschaltung behielt der Bund teilweise seine eigenen Traditionen und Auszeichnungen bei, wobei diese zunehmend im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisiert wurden.

Das Schießwesen hatte in dieser Zeit eine besondere Bedeutung. Es diente der vormilitärischen Ausbildung und wurde als wichtiger Bestandteil der Wehrertüchtigung betrachtet. Die Verleihung von Schießauszeichnungen motivierte die Mitglieder zu regelmäßigem Training und schuf ein System der Leistungsanerkennung innerhalb der Organisation.

Die technische Ausführung der Auszeichnung mit langer Nadel war charakteristisch für die Trageweise der 1930er Jahre. Die Nadel ermöglichte ein sicheres Befestigen an der Kleidung und unterschied sich von den kürzeren Nadeln späterer Kriegsauszeichnungen. Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei Auszeichnungen dieser Art, die regelmäßig getragen wurden, durchaus üblich ist.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der Kyffhäuserbund wie alle anderen militärischen und paramilitärischen Organisationen des Dritten Reiches von den Alliierten aufgelöst. In der Bundesrepublik Deutschland erfolgte 1952 eine Neugründung als unpolitischer Veteranen- und Traditionsverband, der sich von der nationalsozialistischen Vergangenheit distanzierte.

Heute besitzen solche Auszeichnungen vor allem historischen und sammlertechnischen Wert. Sie dokumentieren die Organisationskultur paramilitärischer Verbände in der Zwischenkriegszeit und im Dritten Reich. Für die militärhistorische Forschung sind sie wichtige Quellen zum Verständnis der Veteranenkultur, der Rolle des Schießsports und der schrittweisen Militarisierung der deutschen Gesellschaft in den 1930er Jahren.