Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze

Buntmetall bronziert, die Auflage brüniert, im blauen Verleihungsetui mit Aufdruck "Frontflugspange für Kampfflieger bronze". 
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850,00

Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze

Die Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze stellt eine bedeutende Auszeichnung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs dar, die von der deutschen Luftwaffe verliehen wurde. Diese Ehrenzeichen wurden geschaffen, um die besonderen Leistungen und den Einsatz von Kampfflugzeugbesatzungen an der Front zu würdigen.

Die Stiftung der Frontflugspangen erfolgte durch Hermann Göring in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Luftwaffe am 30. Januar 1941. Die Verordnung sah ursprünglich drei Stufen vor: Bronze, Silber und Gold. Diese Auszeichnungen wurden ausschließlich für operative Frontflüge verliehen und unterschieden sich damit grundlegend von anderen Ehrenzeichen. Die Frontflugspangen existierten in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Flugzeugbesatzungen: Kampfflieger, Zerstörer, Jäger, Aufklärer, Seeaufklärer, Lufttransport und Schlachtflieger.

Die Bronze-Stufe der Frontflugspange für Kampfflieger wurde nach Absolvierung von 20 Feindflügen verliehen. Die Silber-Stufe folgte nach 60 Einsätzen, während die Gold-Stufe erst nach 110 Feindflügen erreicht werden konnte. Später, am 26. Juni 1942, wurden zusätzlich Einsatzzahlanhänger eingeführt, die in Form von goldenen Anhängern mit Zahlen die weiteren hundert Einsätze dokumentierten.

Das hier beschriebene Exemplar zeigt die typische Gestaltung dieser Auszeichnung: Die Spange besteht aus bronziertem Buntmetall mit einer brünierten Auflage. Das Design zeigt zentral einen stilisierten Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hält - das charakteristische Symbol der nationalsozialistischen Machtsymbolik. Rechts und links des Adlers befinden sich typischerweise stilisierte Lorbeerzweige, die den militärischen Ehrencharakter unterstreichen. Unter dem Adler ist üblicherweise die Silhouette eines Kampfflugzeugs dargestellt, welche die spezifische Waffengattung kennzeichnet.

Besonders bemerkenswert ist das blaue Verleihungsetui mit dem Aufdruck "Frontflugspange für Kampfflieger bronze". Diese originalen Verleihungsetuis sind heute oft seltener erhalten als die Spangen selbst, da sie im Kriegsalltag häufig beschädigt wurden oder verloren gingen. Das Etui besteht typischerweise aus blauem oder schwarzblauem Kunstleder oder Karton und verfügt über eine Samteinlage, in die die Spange eingebettet war.

Die Herstellung erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, die ihre Produkte oft mit Herstellermarken kennzeichneten. Zu den bekanntesten Herstellern zählten Firmen wie Juncker aus Berlin, Assmann aus Lüdenscheid und andere renommierte Ordensfabrikanten. Die Qualität der Ausführungen variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt erheblich, wobei frühere Exemplare meist eine höhere handwerkliche Qualität aufwiesen als spätere Kriegsproduktionen.

Die Trageweise war genau reglementiert: Die Frontflugspange wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, oberhalb der Brusttasche. In der Hierarchie der Ordensspangen nahm sie einen hohen Stellenwert ein und wurde von den Trägern mit erheblichem Stolz präsentiert. Die Spange durfte nur auf der Dienstuniform getragen werden und war auf Ausgehanzügen nicht vorgesehen.

Aus historischer Perspektive dokumentieren diese Frontflugspangen die intensive Luftkriegsführung während des Zweiten Weltkriegs. Kampfflieger der deutschen Luftwaffe waren an allen Fronten des Krieges eingesetzt - von den frühen Blitzkrieg-Kampagnen über die Luftschlacht um England bis zu den verzweifelten Abwehrkämpfen in den letzten Kriegsjahren. Die Besatzungen von Kampfflugzeugen wie der Heinkel He 111, Junkers Ju 88 oder Dornier Do 17 trugen diese Auszeichnung.

Nach Kriegsende 1945 wurden alle nationalsozialistischen Orden und Ehrenzeichen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 verboten. Das Tragen dieser Auszeichnungen mit nationalsozialistischen Symbolen ist in Deutschland bis heute nur zu wissenschaftlichen, künstlerischen oder Aufklärungszwecken gestattet. Sammler und Museen bewahren solche Objekte als historische Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte.

Heute sind Frontflugspangen begehrte Sammlerobjekte im Bereich der militärhistorischen Memorabilia. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, da der Markt von zahlreichen Reproduktionen und Fälschungen überschwemmt ist. Authentische Exemplare lassen sich durch Materialanalyse, Herstellermerkmale und typische Alterungsspuren identifizieren. Ein vollständiges Set mit Originaletui, wie hier beschrieben, erhöht den historischen und dokumentarischen Wert erheblich.

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