III. Reich - WHW - " Fliege deutscher Adler, siege im neuen Kampfjahr 1936 "

, Eisenblechabzeichen, an Nadel, Dm 30 mm, Zustand 2.
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40,00

III. Reich - WHW - " Fliege deutscher Adler, siege im neuen Kampfjahr 1936 "

Das vorliegende Abzeichen gehört zur Winterhilfswerk (WHW)-Sammlung des nationalsozialistischen Deutschlands und trägt die Aufschrift “Fliege deutscher Adler, siege im neuen Kampfjahr 1936”. Es handelt sich um ein rundes Eisenblechabzeichen mit einem Durchmesser von 30 mm, das mit einer Nadel zur Befestigung an der Kleidung versehen ist.

Das Winterhilfswerk wurde im September 1933 unter der Leitung von Erich Hilgenfeldt gegründet und war eine der größten nationalsozialistischen Propagandaorganisationen. Offiziell sollte das WHW bedürftigen Deutschen während der Wintermonate helfen, indem es Lebensmittel, Kohle, Kleidung und andere Hilfsgüter verteilte. In Wirklichkeit diente es jedoch hauptsächlich als Instrument der politischen Indoktrination und sozialen Kontrolle.

Die jährlichen Sammelaktionen des WHW erstreckten sich typischerweise von Oktober bis März und waren durch massive öffentliche Kampagnen gekennzeichnet. Bürger wurden aufgefordert – und oft unter erheblichem sozialen Druck gezwungen – Geldspenden zu leisten. Als Gegenleistung für ihre Spenden erhielten sie kleine Abzeichen, Plaketten oder andere Erinnerungsstücke, die sie an ihrer Kleidung tragen sollten, um ihre Teilnahme öffentlich zu demonstrieren.

Das Jahr 1936 war für das nationalsozialistische Regime von besonderer Bedeutung. Im März 1936 erfolgte die Remilitarisierung des Rheinlandes, ein eklatanter Bruch des Versailler Vertrags. Im August 1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt, die das Regime als Propagandaplattform nutzte. Der Begriff “Kampfjahr” im Text des Abzeichens spiegelt die militaristische Rhetorik wider, die alle Bereiche des nationalsozialistischen Lebens durchdrang, selbst scheinbar zivile Wohltätigkeitsaktionen.

Die Symbolik des deutschen Adlers war zentral für die nationalsozialistische Ikonographie. Der Adler, ein traditionelles deutsches Symbol seit der römischen und mittelalterlichen Zeit, wurde vom NS-Regime übernommen und mit dem Hakenkreuz kombiniert. Die Aufforderung, der Adler möge “fliegen” und “siegen”, war eine typische martialische Metapher, die das deutsche Volk auf kommende Konflikte einstimmen sollte.

WHW-Abzeichen wurden in enormen Stückzahlen produziert und aus verschiedensten Materialien hergestellt: Metall, Porzellan, Holz, Glas, Pappe und sogar Bernstein. Jedes Sammlungsjahr hatte spezifische Themen und Serien. Es gab Abzeichen mit regionalen Motiven, Märchenfiguren, Tierdarstellungen, Berufsgruppen und natürlich politisch-militärischen Symbolen. Die Produktion dieser Millionen von Abzeichen stellte einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und beschäftigte zahlreiche Manufakturen im gesamten Reich.

Die Herstellung aus Eisenblech war bei WHW-Abzeichen üblich und kostengünstig, was die Massenproduktion ermöglichte. Der angegebene Zustand 2 nach der Erhaltungsskala für Orden und Ehrenzeichen bedeutet, dass das Abzeichen in sehr gutem Zustand ist, mit nur leichten Gebrauchsspuren.

Die Teilnahme an den WHW-Sammlungen war theoretisch freiwillig, praktisch jedoch kaum zu vermeiden. Arbeitgeber führten oft Listen über die Spenden ihrer Angestellten, und wer nicht spendete, musste mit beruflichen und sozialen Konsequenzen rechnen. Das öffentliche Tragen der Abzeichen war ein sichtbares Zeichen der Konformität mit dem Regime.

Aus historischer Perspektive sind WHW-Abzeichen heute wichtige Dokumente der nationalsozialistischen Propaganda- und Alltagsgeschichte. Sie zeigen, wie das Regime versuchte, alle Aspekte des täglichen Lebens zu politisieren und zu kontrollieren. Die schiere Menge und Vielfalt dieser Objekte illustriert den totalitären Anspruch des Nationalsozialismus, der selbst Wohltätigkeit in ein Instrument der politischen Mobilisierung verwandelte.