Kriegsmarine - Kantinengeschirr Sauciere

11,5 x 24,5 cm, weiss glasiert, Hersteller : Koenigszelt Germany 1941, mit Hoheitsadler über dem M. Zustand 2.

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Kriegsmarine - Kantinengeschirr Sauciere

Diese weiß glasierte Porzellan-Sauciere der Kriegsmarine repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der maritimen Alltagskultur während des Zweiten Weltkriegs. Hergestellt im Jahr 1941 von der Porzellanfabrik Königszelt AG in Königszelt, Schlesien (heute Jaworzyna Śląska, Polen), verkörpert dieses Stück die industrielle Produktion von Kantinenbedarf für die schnell expandierende deutsche Kriegsmarine.

Die Kriegsmarine wurde am 21. Mai 1935 als Marine des nationalsozialistischen Deutschlands gegründet und wuchs während der deutschen Flottenaufrüstung der 1930er Jahre rasch an, was einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages darstellte. Am 24. März 1934 führte die Marine den Hoheitsadler mit Hakenkreuz als offizielle Kennzeichnung für Uniformen und Ausrüstungsgegenstände ein. Diese Markierung findet sich auf der Rückseite dieser Sauciere zusammen mit dem Buchstaben M für Marine, was den Kriegsmarine Waffenamt-Stempel darstellt – das militärische Abnahmezeichen, das während der Zeit des Dritten Reiches (1936-1945) standardisiert wurde.

Die Porzellanfabrik Königszelt AG war ein traditionsreiches Unternehmen, das seit 1860 hochwertiges Tafelgeschirr produzierte und unter diesem Namen von 1886 bis 1951 operierte. Ab 1905 war die Fabrik Großaktionär der Lorenz Hutschenreuther AG. Während der Kriegsjahre 1933 bis 1945 fertigte das Werk weißes Kantinenporzellen für die Reichsmarine und später die Kriegsmarine sowie andere Wehrmachtsteile. Im Jahr 1941, als diese Sauciere produziert wurde, war Deutschland massiv in Marineoperationen eingebunden, einschließlich der U-Boot-Kampagne.

Saucieren für die Kriegsmarine wurden in mehreren Größen hergestellt, wobei drei Größen von 0,25 Liter bis 0,45 Liter dokumentiert sind. Sie waren Teil des standardisierten Kantinengeschirrs für Mannschaftsmessen. Schlichtes weißes Porzellan, wie dieses Exemplar, wurde typischerweise von Mannschaftsdienstgraden und jüngeren Rängen verwendet, während Geschirr mit farbigen Bändern (grün/seladongrün, rot/eisenrot, gold/schwarz, blau) von Unteroffizieren und Offizieren verschiedener Ränge benutzt wurde. Die robuste industrielle Gastronomieware war speziell für die Haltbarkeit in maritimer Umgebung konzipiert.

Solches Geschirr wurde an Bord von Kriegsmarineschiffen – sowohl Überwasserschiffen als auch U-Booten – sowie in Landeinrichtungen zum Servieren von Soßen und Bratensaft in Offiziers- und Mannschaftsmessen verwendet. Ausrüstungsinventare (Allgemeines Gerätesoll/Erstausrüstungsliste) für U-Boote wie U-530 (1942) und U-874 (1944) dokumentierten die Arten und Mengen von Messegeschirr, das an Bord mitgeführt wurde. Beispiele solchen Porzellans wurden auch von gesunkenen U-Booten geborgen, darunter dokumentierte Stücke von Unterseebooten wie U-1277.

Neben Königszelt produzierten zahlreiche weitere Porzellanhersteller Tafelgeschirr für die Kriegsmarine, darunter KPM, Johann Haviland, Bauscher Weiden und C.T. Tielsch-Altwasser. Diese Vielfalt an Herstellern deutet auf eine großangelegte Produktion hin, die notwendig war, um die expandierende Kriegsmarine während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 zu versorgen.

Nach 1945 fand sich die Porzellanfabrik Königszelt in polnischem Territorium wieder. Deutsche Arbeiter mussten die Region verlassen, viele fanden Beschäftigung bei der Porzellanfabrik Bareuther & Co. AG in Waldsassen, Bayern. Die Fabrik wurde 1951 verstaatlicht und in Zakłady Porcelany Stołowej 'Jaworzyna Śląska' (1951-1957), später 'Karolina' (ab 1957) umbenannt und setzte die Porzellanproduktion unter polnischer Leitung fort. Ab 1956 wurde das Werk modernisiert und erweitert und produziert bis heute. In Erinnerung an die Zusammenarbeit schuf die Firma Bareuther später eine Fabrikmarke 'Königszelt Bayern'.

Heute wird Kriegsmarine-Kantinenporzellen als Militaria des Zweiten Weltkriegs gesammelt, wobei die Stücke wegen ihrer historischen Bedeutung und Herkunft geschätzt werden.