Lothar Hartung - Fachliteratur - Verleihungsurkunden des 3. Reiches

1985, Kartoniert, 159 Seiten mit Abbildungen, Zustand 2.
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15,00

Lothar Hartung - Fachliteratur - Verleihungsurkunden des 3. Reiches

Fachliteratur zu Verleihungsurkunden des Dritten Reiches: Ein wissenschaftliches Nachschlagewerk

Das vorliegende Werk von Lothar Hartung aus dem Jahr 1985 stellt eine bedeutende Fachliteratur zur Dokumentation und Identifizierung von Verleihungsurkunden des Dritten Reiches dar. Mit 159 Seiten und zahlreichen Abbildungen bietet dieses kartonierte Nachschlagewerk eine systematische Übersicht über die verschiedenen Auszeichnungsdokumente, die zwischen 1933 und 1945 im nationalsozialistischen Deutschland ausgestellt wurden.

Historischer Kontext der Verleihungsurkunden

Das Ordenswesen des Dritten Reiches knüpfte an die militärischen Traditionen des Kaiserreiches und der Weimarer Republik an, wurde jedoch ideologisch umgestaltet und erheblich erweitert. Nach der Machtübernahme 1933 führte das NS-Regime zahlreiche neue Auszeichnungen ein, die sowohl militärische Tapferkeit als auch politische Verdienste würdigen sollten. Zu den bekanntesten Auszeichnungen gehörten das Eiserne Kreuz in seinen verschiedenen Stufen, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit seinen Erhöhungsstufen, das Deutsche Kreuz, sowie zahlreiche Kampf- und Ehrenabzeichen.

Jede Verleihung dieser Auszeichnungen wurde durch eine offizielle Urkunde dokumentiert. Diese Verleihungsurkunden waren nicht nur administrative Dokumente, sondern auch repräsentative Objekte mit hohem symbolischem Wert. Sie wurden auf hochwertigem Papier oder Karton gedruckt, häufig mit Wasserzeichen versehen und trugen die Unterschriften der verleihenden Kommandeure oder staatlichen Würdenträger.

Aufbau und Gestaltung der Verleihungsurkunden

Die Verleihungsurkunden des Dritten Reiches folgten bestimmten formalen Vorgaben, die je nach Art der Auszeichnung und verleihender Stelle variierten. Typischerweise enthielten sie den Namen und Rang des Ausgezeichneten, die genaue Bezeichnung der Auszeichnung, das Verleihungsdatum sowie die Unterschrift und den Dienstsiegel des Vorgesetzten. Viele Urkunden waren mit dem Hoheitsadler und dem Hakenkreuz versehen, den offiziellen Staatssymbolen des NS-Regimes.

Die grafische Gestaltung reichte von schlichten, funktionalen Formularen bis zu aufwendig gestalteten Dokumenten mit kalligraphischen Elementen und künstlerischen Verzierungen. Besonders hochrangige Auszeichnungen wie das Ritterkreuz wurden oft auf großformatigen Urkunden mit besonders repräsentativer Gestaltung verliehen.

Die Bedeutung von Hartungs Werk

Lothar Hartungs Publikation erschien zu einer Zeit, als das wissenschaftliche und sammlerische Interesse an militärhistorischen Dokumenten des Zweiten Weltkrieges zunahm. In den 1980er Jahren entwickelte sich ein spezialisierter Markt für Militaria, der fundierte Referenzwerke zur Authentifizierung und Bewertung benötigte. Hartungs Arbeit erfüllte diesen Bedarf, indem sie eine systematische Darstellung der verschiedenen Urkundentypen bot.

Das Werk dokumentiert die Vielfalt der Verleihungsurkunden, ihre typographischen Merkmale, Papierqualitäten und Gestaltungsvarianten. Für Sammler, Militärhistoriker und Museen bietet es wichtige Informationen zur Identifizierung echter Dokumente und zur Erkennung von Fälschungen, die bereits in der Nachkriegszeit in Umlauf kamen.

Wissenschaftliche Einordnung

Die Beschäftigung mit Verleihungsurkunden des Dritten Reiches ist Teil der militärhistorischen Forschung und muss stets im Kontext der kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gesehen werden. Solche Nachschlagewerke dienen der wissenschaftlichen Dokumentation und dem Verständnis der militärischen Strukturen und Ehrungssysteme des NS-Regimes. Sie sind unverzichtbare Hilfsmittel für Museen, Archive und Forschungseinrichtungen, die sich mit dieser Epoche befassen.

Die 1985 erschienene Publikation steht in einer Reihe von Fachveröffentlichungen, die sich um eine objektive, wissenschaftliche Dokumentation militärischer Auszeichnungen bemühen. Dabei geht es nicht um Glorifizierung, sondern um sachliche Information und historische Aufarbeitung.

Sammlerwesen und historische Verantwortung

Der Umgang mit militärischen Dokumenten des Dritten Reiches erfordert historische Sensibilität und Verantwortung. Während solche Objekte wichtige Zeitdokumente darstellen, die Aufschluss über individuelle Militärbiographien und die Funktionsweise des NS-Militärapparates geben, müssen sie stets im Kontext ihrer Entstehung betrachtet werden. Fachliteratur wie Hartungs Werk trägt dazu bei, diese Dokumente sachlich einzuordnen und ihre historische Bedeutung zu verstehen, ohne die Verbrechen des NS-Regimes zu relativieren.