NSFK Bronzene Teilnehmerplakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"
Die NSFK Bronzene Teilnehmerplakette zum Deutschlandflug 1938 stellt ein bedeutendes zeithistorisches Zeugnis der nationalsozialistischen Luftfahrtpropaganda dar. Diese Auszeichnung wurde an Teilnehmer des Deutschlandfluges 1938 verliehen, einer der wichtigsten fliegerischen Großveranstaltungen des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK).
Das Nationalsozialistische Fliegerkorps wurde am 17. April 1937 als Nachfolgeorganisation des Deutschen Luftsportverbandes gegründet und unterstand direkt dem Korpsführer Friedrich Christiansen. Das NSFK hatte die Aufgabe, die fliegerische Vorschulung für die Luftwaffe zu übernehmen und die Bevölkerung für die Fliegerei zu begeistern. Mit über 500.000 Mitgliedern im Jahr 1944 entwickelte sich das NSFK zu einer der größten Gliederungen der NSDAP.
Der Deutschlandflug 1938 fand vom 25. Juni bis 3. Juli 1938 statt und stellte einen Höhepunkt im Kalender des NSFK dar. Diese mehrtägige Wettbewerbsveranstaltung führte die Teilnehmer über verschiedene Etappen durch das Deutsche Reich. Ziel war es, fliegerisches Können unter Beweis zu stellen, aber auch die Leistungsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie zu demonstrieren. Der Deutschlandflug diente zudem der Popularisierung der Fliegerei und sollte die Luftbegeisterung in der Bevölkerung fördern.
Die vorliegende Teilnehmerplakette wurde aus Aluminium gefertigt und bronziert, was eine kostengünstigere Herstellung ermöglichte als die Verwendung echter Bronze. Diese Fertigungstechnik war in der Zeit des Nationalsozialismus durchaus üblich, da Ressourcen geschont werden mussten. Die Plakette trägt rückseitig die Verleihungsnummer 2408, was darauf hindeutet, dass mindestens über 2400 dieser Auszeichnungen ausgegeben wurden.
Die Gestaltung solcher Plaketten folgte typischerweise den ikonografischen Konventionen des Nationalsozialismus. Üblicherweise zeigten diese Abzeichen Flugzeugmotive, das Hakenkreuz als zentrales Symbol sowie Adler und andere Elemente der NS-Symbolik. Die Inschriften verwiesen auf die Veranstaltung und das Jahr der Durchführung.
Der Deutschlandflug als Institution hatte eine längere Tradition und wurde bereits in der Weimarer Republik durchgeführt. Nach der Machtübernahme 1933 wurde diese Veranstaltung jedoch vollständig in die nationalsozialistische Propaganda eingebunden. Die Flüge dienten nicht mehr nur sportlichen Zwecken, sondern wurden zu Demonstrationen deutscher Luftfahrttechnik und fliegerischen Könnens stilisiert.
Die Teilnahme am Deutschlandflug 1938 erforderte erhebliche fliegerische Fähigkeiten. Die Piloten mussten Navigation, Präzisionslandungen und andere fliegerische Disziplinen beherrschen. Die Bewertung erfolgte nach einem Punktesystem, das verschiedene Leistungskriterien berücksichtigte. Neben den sportlichen Aspekten hatte die Veranstaltung auch eine wichtige Funktion für die militärische Vorbereitung, da viele Teilnehmer später in die Luftwaffe übernommen wurden.
Die Verleihungsnummer auf der Rückseite ermöglichte eine eindeutige Zuordnung der Plakette zu einem bestimmten Teilnehmer. Dies entsprach der nationalsozialistischen Vorliebe für Ordnung und Dokumentation. Vermutlich existierten Verleihungslisten, die die Namen der Empfänger festhielten, wobei viele dieser Dokumente die Kriegsjahre nicht überdauert haben.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der NS-Zeit und der Luftfahrtgeschichte. Sie dokumentieren die Instrumentalisierung des Flugsports für politische und militärische Zwecke. Der Erhaltungszustand 2+ deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das trotz seines Alters von über 85 Jahren nur geringe Gebrauchsspuren aufweist.
Die Sammlung und Erforschung solcher Objekte dient heute ausschließlich historischen und wissenschaftlichen Zwecken. Sie helfen, die Mechanismen der nationalsozialistischen Propaganda und die Mobilisierung der Bevölkerung für militärische Zwecke zu verstehen. Der Deutschlandflug 1938 fand zudem in einem bedeutsamen Jahr statt – kurz nach dem Anschluss Österreichs und dem Münchner Abkommen, das die Abtretung des Sudetenlandes zur Folge hatte.