Norwegen 2. Weltkrieg unter NS Führung : Hutadler der Hirden
Der Hutadler der Hirden stellt ein bedeutsames Zeugnis der norwegischen Kollaborationsgeschichte während des Zweiten Weltkriegs dar. Die Hirden (norwegisch für “Die Hirten”) war die paramilitärische Organisation der norwegischen faschistischen Partei Nasjonal Samling unter Vidkun Quisling.
Nach der deutschen Invasion Norwegens am 9. April 1940 etablierte sich die Nasjonal Samling als Kollaborationsregierung. Die Hirden wurde 1941 als norwegisches Pendant zur deutschen SS gegründet und entwickelte sich zur bewaffneten Exekutivmacht des Quisling-Regimes. Diese Organisation übernahm polizeiliche Funktionen, führte Verhaftungen durch und beteiligte sich an der Verfolgung von Widerstandskämpfern und der jüdischen Bevölkerung.
Das vorliegende Abzeichen aus Bronze mit norwegischer Fertigung zeigt den charakteristischen Adler, der als Hoheitszeichen auf den Uniformmützen der Hirden-Mitglieder getragen wurde. Die Rückseite ist zum Einstecken konstruiert, was der üblichen Befestigungsart für Hutabzeichen dieser Zeit entspricht. Der Adler als Symbol wurde bewusst in Anlehnung an deutsche Vorbilder gewählt, um die ideologische Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Deutschland zu demonstrieren.
Die Hirden umfasste auf ihrem Höhepunkt etwa 8.500 Mitglieder und war in mehrere Einheiten gegliedert, darunter die Staatspolizei und verschiedene Wachbataillone. Ihre Uniformen orientierten sich stark an deutschen Vorbildern, wobei norwegische Elemente wie Runen und spezifische Abzeichen integriert wurden. Das Hutabzeichen war ein wesentlicher Bestandteil der Uniform und kennzeichnete den Träger als Angehörigen dieser kollaborierenden Truppe.
Nach der Befreiung Norwegens im Mai 1945 wurde die Hirden aufgelöst und ihre Mitglieder strafrechtlich verfolgt. Viele Uniformteile und Abzeichen wurden vernichtet oder versteckt, weshalb erhaltene Exemplare heute historische Seltenheiten darstellen. Das vorliegende Hutabzeichen dokumentiert somit einen dunklen Abschnitt der norwegischen Geschichte und dient als mahnendes Zeugnis der Kollaboration während der deutschen Besatzungszeit.