Österreich K.u.K. Monarchie K.uK. Infanterieregiment Freiherr v. Drahtschmidt No. 101 - 2 tragbare Regimentsjubiläumsmedaillen 1908

Auführung bronziert und versilbert, Zustand 2.
505004
100,00

Österreich K.u.K. Monarchie K.uK. Infanterieregiment Freiherr v. Drahtschmidt No. 101 - 2 tragbare Regimentsjubiläumsmedaillen 1908

Das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 101 der österreichisch-ungarischen Monarchie, bekannt unter dem Namen Freiherr von Drahtschmidt, gehörte zu jenen traditionsreichen Truppenverbänden, die im Jahr 1908 ihr Regimentsjubiläum feierten. Zu diesem Anlass wurden spezielle Regimentsjubiläumsmedaillen angefertigt, die sowohl in bronzierter als auch versilberter Ausführung existierten und von Offizieren sowie Mannschaften getragen werden konnten.

Die Tradition der Regimentsjubiläumsmedaillen entwickelte sich in der k.u.k. Armee im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer etablierten Praxis. Diese Medaillen waren keine offiziellen Staatsauszeichnungen, sondern wurden auf private Initiative der Regimenter selbst in Auftrag gegeben und finanziert. Sie dienten der Stärkung des Korpsgeistes und der Verbundenheit mit der Regimentsgeschichte. Typischerweise wurden solche Jubiläumsmedaillen anlässlich von 50-, 100- oder 150-jährigen Regimentsjubiläen hergestellt.

Das Infanterieregiment Nr. 101 war ein bedeutender Verband innerhalb der Gemeinsamen Armee der Doppelmonarchie. Die Benennung nach Freiherr von Drahtschmidt folgte der k.u.k. Tradition, Regimenter nach ihren aktuellen oder verdienten Inhabern zu benennen. Diese Praxis diente nicht nur der Ehrung einzelner Persönlichkeiten, sondern auch der Identitätsstiftung innerhalb der multiethnischen Armee Österreich-Ungarns.

Die materielle Ausführung der Medaillen in zwei verschiedenen Varianten – bronziert und versilbert – entsprach der hierarchischen Struktur der k.u.k. Armee. Üblicherweise erhielten Offiziere die versilberte Ausführung, während Unteroffiziere und Mannschaften die bronzierte Version trugen. Diese Unterscheidung spiegelte das strikte Rangsystem der Monarchie wider, bot aber gleichzeitig allen Regimentsangehörigen die Möglichkeit, ihre Zugehörigkeit zu demonstrieren.

Das Jahr 1908 markiert einen bedeutsamen Zeitpunkt in der Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. In diesem Jahr erfolgte die Annexion Bosnien-Herzegowinas, was zu erheblichen außenpolitischen Spannungen auf dem Balkan führte. Die Regimentsjubiläen und die damit verbundenen Festlichkeiten dienten in dieser Zeit auch der Demonstration militärischer Stärke und der Loyalität zur Monarchie unter Kaiser Franz Joseph I., der seit 1848 regierte.

Die Tragbarkeit der Medaillen war ein wichtiges Merkmal. Im Gegensatz zu reinen Erinnerungsstücken wurden diese Jubiläumsmedaillen an der Uniform getragen, typischerweise an der Brust neben anderen Auszeichnungen oder an speziellen Bandschnallen. Die k.u.k. Uniformvorschriften erlaubten das Tragen solcher privaten Regimentsabzeichen, solange sie nicht mit offiziellen staatlichen Dekorationen verwechselt werden konnten.

Die Herstellung solcher Medaillen erfolgte meist durch renommierte Wiener Medailleure und Juweliere. Diese Werkstätten verfügten über die notwendige Expertise in der Metallbearbeitung und Prägung. Die Motive auf den Medaillen umfassten typischerweise das Regimentswappen, Jahreszahlen der Gründung und des Jubiläums, sowie oft militärische Symbole wie gekreuzte Gewehre, Lorbeerkränze oder den österreichischen Doppeladler.

Im Kontext der militärischen Erinnerungskultur der k.u.k. Monarchie stellen diese Jubiläumsmedaillen wichtige Zeugnisse der Identitätsstiftung dar. Sie verdeutlichen, wie die Armee der Doppelmonarchie versuchte, durch Tradition und gemeinsame Symbole einen Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Nationalitäten des Vielvölkerstaates zu schaffen. Die Regimenter bildeten oft über Jahrzehnte stabile soziale Einheiten, in denen Männer unterschiedlichster Herkunft gemeinsam dienten.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 und der Auflösung der k.u.k. Armee verloren diese Regimentsmedaillen ihre offizielle Bedeutung, gewannen aber als Erinnerungsstücke an Wert. Viele Veteranen bewahrten sie als persönliche Andenken an ihre Dienstzeit. Heute stellen solche Medaillen begehrte Sammlerobjekte dar, die Einblicke in die militärische Kultur der untergegangenen Donaumonarchie bieten.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Exemplare hin, bei denen die Prägung noch klar erkennbar ist und nur leichte Gebrauchsspuren vorhanden sind. Dies ist bemerkenswert für über 110 Jahre alte Objekte und spricht für die Qualität der damaligen Herstellung sowie für die sorgfältige Aufbewahrung durch ihre ehemaligen Besitzer und nachfolgende Sammler.