Panzerkampfabzeichen in Silber - Otto Schickle

Buntmetall hohl.
476404
650,00

Panzerkampfabzeichen in Silber - Otto Schickle

Das Panzerkampfabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 20. Dezember 1939 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Panzerbesatzungen würdigen.

Die Verleihungsbedingungen waren klar definiert: Das Abzeichen in Silber wurde an Angehörige der Panzertruppen verliehen, die an drei verschiedenen Panzerangriffen an drei verschiedenen Tagen teilgenommen hatten, oder die durch besondere Tapferkeit oder Leistung im Panzerkampf aufgefallen waren. Alternativ konnte es auch für Verwundungen im Panzerkampf verliehen werden. Die Version in Bronze wurde für Besatzungen von Panzerspähwagen und ähnlichen Fahrzeugen vergeben.

Otto Schickle aus Pforzheim war einer der bedeutenden Hersteller von militärischen Auszeichnungen während des Zweiten Weltkriegs. Die Firma Schickle produzierte verschiedene Orden und Ehrenzeichen für die Wehrmacht und war für ihre handwerkliche Qualität bekannt. Pforzheim hatte als traditionelles Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie eine lange Tradition in der Metallverarbeitung, was die Stadt zu einem wichtigen Standort für die Herstellung militärischer Auszeichnungen machte.

Das hier beschriebene Exemplar ist aus Buntmetall in hohler Ausführung gefertigt. Diese Fertigungstechnik wurde besonders in der späteren Kriegsphase häufiger angewandt, als Materialknappheit die Verwendung massiver Metallausführungen einschränkte. Buntmetall bezeichnet dabei eine Legierung, typischerweise auf Kupferbasis, die sich gut verarbeiten ließ und nach der Versilberung das charakteristische Aussehen der Auszeichnung erhielt.

Das Design des Panzerkampfabzeichens zeigt einen frontal dargestellten Panzer Kampfwagen IV oder einen ähnlichen Panzertyp, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Die bildliche Darstellung sollte die Schlagkraft und Bedeutung der Panzerwaffe symbolisieren. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen und war etwa 54 mm hoch und 45 mm breit.

Die Herstellung durch verschiedene Firmen führte zu charakteristischen Unterschieden in der Ausführung, die heute für Sammler und Historiker von Interesse sind. Schickle-Abzeichen weisen bestimmte Merkmale auf, die eine Zuordnung ermöglichen, darunter spezifische Details in der Prägung und der Gestaltung der Nadel auf der Rückseite. Viele Hersteller verwendeten auch Herstellermarken oder Nummern zur Kennzeichnung ihrer Produkte.

Die Panzerwaffe spielte in der deutschen Militärdoktrin eine zentrale Rolle. Die Blitzkrieg-Strategie der frühen Kriegsjahre basierte maßgeblich auf dem schnellen, konzentrierten Einsatz von Panzerverbänden. Das Panzerkampfabzeichen war daher nicht nur eine militärische Auszeichnung, sondern auch Ausdruck der besonderen Bedeutung, die dieser Waffengattung beigemessen wurde.

Im Verlauf des Krieges wurden die Verleihungsbedingungen mehrfach angepasst. Ab 1943 gab es zusätzliche Stufen der Auszeichnung für besonders häufige Kampfeinsätze, gekennzeichnet durch eingravierte Zahlen (25, 50, 75, 100). Diese Ergänzungen spiegelten die zunehmende Intensität und Dauer der Kampfhandlungen wider.

Für die historische Forschung sind solche Auszeichnungen wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur das System militärischer Ehrungen, sondern geben auch Einblicke in Produktionsmethoden, Materialverfügbarkeit und die Organisation der Rüstungsindustrie. Die Tatsache, dass verschiedene Hersteller wie Schickle mit der Produktion beauftragt wurden, zeigt die dezentrale Organisation der deutschen Rüstungsproduktion.

Heute sind Panzerkampfabzeichen Gegenstand intensiver Forschung und werden in militärhistorischen Sammlungen bewahrt. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer historischen Epoche und ermöglichen die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Authentifizierung solcher Stücke erfordert fundierte Kenntnisse über Herstellungsmerkmale, Materialien und historische Produktionsbedingungen.