Allgemeine-SS Paar Kragenspiegel für Mannschaften in SS-Reiterstandarte 17

Standort Regensburg, Oberabschnitt Main. RZM-maschinengestickte Ausführung. Ungetragen, Zustand 2+. Sehr selten.
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1.200,00

Allgemeine-SS Paar Kragenspiegel für Mannschaften in SS-Reiterstandarte 17

Die vorliegenden Kragenspiegel repräsentieren ein bedeutendes Relikt aus der organisatorischen Struktur der Allgemeinen SS während der nationalsozialistischen Ära. Diese spezifischen Abzeichen waren für Mannschaftsgrade der SS-Reiterstandarte 17 bestimmt, einer berittenen Einheit, die dem Oberabschnitt Main zugeordnet war und in Regensburg stationiert wurde.

Die SS-Reiterstandarten bildeten einen besonderen Zweig innerhalb der Allgemeinen SS und entstanden aus der Tradition paramilitärischer Reiterverbände der frühen NSDAP. Bereits in den 1920er Jahren existierten berittene SA-Einheiten, die nach der Gründung der SS im Jahr 1925 teilweise in diese neue Organisation überführt wurden. Die formelle Etablierung eigener Reiterformationen innerhalb der SS erfolgte im Laufe der frühen 1930er Jahre. Diese Einheiten dienten nicht nur repräsentativen Zwecken bei Aufmärschen und Paraden, sondern sollten auch praktische Aufgaben in der Geländeerkundung und bei Ordnungseinsätzen übernehmen.

Die SS-Reiterstandarte 17 war eine von etwa zwei Dutzend solcher Reiterstandarten, die im gesamten Deutschen Reich aufgestellt wurden. Jede Standarte war einem bestimmten SS-Oberabschnitt zugeordnet – im Falle der Standarte 17 war dies der Oberabschnitt Main, dessen Verwaltungsbereich Teile Bayerns und Frankens umfasste. Der Standort Regensburg unterstreicht die strategische Bedeutung dieser oberpfälzischen Stadt als Garnisonsort und Verwaltungszentrum.

Die Kragenspiegel selbst zeigen die charakteristische RZM-maschingestickte Ausführung. Die Abkürzung RZM steht für Reichszeugmeisterei, die zentrale Beschaffungs- und Qualitätskontrollstelle für Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP und ihrer Gliederungen. Die RZM wurde 1929 gegründet und führte ein strenges Lizenzsystem ein, um die Herstellung und den Vertrieb von Parteiabzeichen zu kontrollieren. Hersteller mussten sich registrieren lassen und erhielten eine RZM-Nummer, die oft auf den Produkten angebracht wurde. Die maschingestickte Ausführung war eine kostengünstigere Alternative zu handgestickten Varianten und wurde typischerweise für Mannschaftsgrade verwendet, während höhere Ränge oft handgestickte oder metallfadenverzierte Abzeichen trugen.

Für Mannschaften der SS-Reiterstandarten waren die Kragenspiegel in schwarzem Stoff ausgeführt und zeigten die standartenspezifischen Kennzeichen. Die genaue Gestaltung folgte den Uniformvorschriften der SS, die im Laufe der Jahre mehrfach modifiziert wurden. Die grundlegende Systematik der SS-Kragenspiegel wurde in den frühen 1930er Jahren etabliert und unterschied zwischen verschiedenen Organisationsebenen und Funktionsbereichen durch unterschiedliche Symbole und Nummern.

Der angegebene ungetragene Zustand dieser Kragenspiegel ist bemerkenswert, da die meisten Uniformteile aus dieser Zeit entweder getragen und damit abgenutzt wurden oder nach Kriegsende vernichtet wurden. Ungetragene Stücke können verschiedene Ursachen haben: Sie könnten als Ersatzteile beschafft, aber nie verwendet worden sein, oder sie stammten aus Lagerbeständen, die das Kriegsende überdauerten. Die Bewertung mit Zustand 2+ nach der in Sammlerkreisen üblichen Zustandsskala deutet auf minimale Lagerspuren bei ansonsten exzellentem Erhaltungszustand hin.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt in ihrer Funktion als materielle Zeugnisse der organisatorischen Struktur einer verbrecherischen Organisation. Die SS wurde 1945 von den Alliierten als verbrecherische Organisation eingestuft, und ihre Symbolik unterliegt in Deutschland und anderen Ländern rechtlichen Beschränkungen. Die wissenschaftliche und museale Beschäftigung mit solchen Objekten dient der historischen Aufarbeitung und Dokumentation, nicht der Verherrlichung.

Die SS-Reiterstandarten verloren im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zunehmend an Bedeutung, da motorisierte und mechanisierte Einheiten die berittenen Verbände ersetzten. Viele Angehörige der Reiterstandarten wurden später in andere SS-Formationen übernommen oder zur Wehrmacht eingezogen. Die Reiterstandarten selbst existierten teilweise bis in die Kriegsjahre hinein, spielten aber militärisch keine signifikante Rolle mehr.

Für die Geschichtsforschung bieten solche Uniformteile wichtige Einblicke in die Materialkultur und Organisationsstruktur des NS-Regimes. Sie dokumentieren die akribische Bürokratie, die standardisierten Herstellungsprozesse und die hierarchischen Strukturen dieser Zeit. Gleichzeitig mahnen sie an die Verbrechen, die von Angehörigen dieser Organisationen begangen wurden.

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