Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Bronze - Miniatur

19 mm, an Bandschleife mit Nadel, L/15 markiert, komplett im weinroten LDO-Etui.
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220,00

Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Bronze - Miniatur

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, auch als Mutterkreuz bekannt, gehört zu den bemerkenswertesten und umstrittensten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese Miniaturversion in Bronze repräsentiert eine verkleinerte Form der ursprünglichen Dekoration, die für das tägliche Tragen konzipiert wurde.

Die Stiftung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter erfolgte durch Adolf Hitler am 16. Dezember 1938, zeitgleich mit der Einführung des Gesetzes über das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter. Die erste Verleihung fand am Muttertag 1939 statt, einem Datum, das bewusst gewählt wurde, um die propagandistische Wirkung zu maximieren. Die Auszeichnung war Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik und sollte kinderreiche Mütter ehren und zur Steigerung der Geburtenrate beitragen.

Das Ehrenkreuz wurde in drei Stufen verliehen: Bronze für Mütter mit vier oder fünf Kindern, Silber für Mütter mit sechs oder sieben Kindern und Gold für Mütter mit acht oder mehr Kindern. Die Verleihungskriterien waren streng ideologisch geprägt: Die Mutter musste “deutschen oder artverwandten Blutes” sein, die Kinder mussten “erbgesund” sein, und die Mutter sollte die Kinder “im Geiste des Nationalsozialismus” erzogen haben.

Die vorliegende Miniaturversion mit einer Größe von 19 mm stellt eine besondere Variante dar. Während das reguläre Mutterkreuz an einem Band getragen wurde, waren Miniaturen für das alltägliche Tragen oder für festliche Anlässe in verkleinerter Form gedacht. Sie wurden häufig an der Zivilkleidung befestigt und ermöglichten es den Trägerinnen, ihre Auszeichnung diskret zu präsentieren.

Die Markierung L/15 verweist auf das LDO-System (Leistungsgemeinschaft der Deutschen Ordenshersteller), eine 1941 gegründete Organisation, die die Herstellung und Verteilung von Orden und Ehrenzeichen kontrollierte. Die LDO wurde geschaffen, um Qualitätsstandards zu gewährleisten und die Produktion zu überwachen. Jeder genehmigte Hersteller erhielt eine eindeutige Nummer, wobei L/15 auf den Hersteller Friedrich Orth aus Wien hinweist. Die Firma Orth war einer der bedeutenden Produzenten von nationalsozialistischen Auszeichnungen während der Kriegsjahre.

Das weinrote Etui, in dem diese Miniatur aufbewahrt wird, entspricht den offiziellen LDO-Standards. Diese Etuis waren charakteristisch für die Präsentation von Staatsauszeichnungen und sollten deren Wertigkeit unterstreichen. Die Kombination aus Miniatur, Bandschleife mit Nadel und Originaletui macht dieses Ensemble zu einem vollständig erhaltenen Beispiel dieser historischen Auszeichnung.

Das Design des Mutterkreuzes selbst basierte auf einem Malteserkreuz mit blau emailliertem Medaillon in der Mitte, das das Hakenkreuz und die Inschrift “Der Deutschen Mutter” trug. Das Kreuz hing an einem blauen Band mit weißen Streifen an den Rändern. Die Miniaturversionen behielten diese grundlegenden Gestaltungselemente bei, waren aber für das praktische Tragen an einer Nadel adaptiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Millionen dieser Auszeichnungen verliehen. Die Verleihung erfolgte meist durch lokale NS-Organisationen oder durch die NS-Frauenschaft. Die Trägerinnen genossen bestimmte Privilegien im öffentlichen Leben, wie bevorzugte Behandlung in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Nach 1945 wurde das Tragen des Mutterkreuzes in Deutschland verboten, da es als nationalsozialistisches Symbol eingestuft wurde. Im Entnazifizierungsprozess mussten die Auszeichnungen abgegeben werden. Dennoch haben viele Exemplare die Zeit überdauert und befinden sich heute in Privatsammlungen oder Museen.

Aus heutiger Perspektive ist das Mutterkreuz ein ambivalentes historisches Objekt. Einerseits dokumentiert es die nationalsozialistische Bevölkerungs- und Rassenpolitik, andererseits repräsentiert es auch die individuellen Lebensgeschichten der Frauen, die es trugen. Die historische Forschung betont zunehmend die Notwendigkeit, solche Objekte in ihrem vollständigen historischen Kontext zu betrachten, ohne ihre ideologische Instrumentalisierung zu verschleiern.

Für Sammler und Historiker bieten solche Miniaturen mit vollständiger Provenienz und Originalverpackung wichtige Einblicke in die materielle Kultur des Dritten Reiches. Die LDO-Markierung und das Originaletui bestätigen die Authentizität und den historischen Wert des Objekts als Zeitzeugnis einer dunklen Epoche deutscher Geschichte.