III. Reich - Erinnerungsabzeichen an das Treffen von Adolf Hitler und Benito Mussolini - Berlin-Roma
Das Erinnerungsabzeichen an das Treffen von Adolf Hitler und Benito Mussolini Berlin-Roma gehört zu einer besonderen Kategorie von Auszeichnungen und Abzeichen des Dritten Reiches, die nicht als offizielle staatliche Orden, sondern als Gedenkstücke zur Erinnerung an bedeutende politische Ereignisse hergestellt wurden. Diese Abzeichen dokumentieren die intensive diplomatische und propagandistische Beziehung zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien in den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs.
Die Beziehung zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini entwickelte sich seit den frühen 1930er Jahren zu einer der prägendsten Achsen der europäischen Politik. Mussolini, der seit 1922 Italien als faschistischer Diktator regierte, diente Hitler zunächst als Vorbild. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 intensivierten sich die Kontakte zwischen beiden Regimen erheblich. Der Begriff “Achse Berlin-Rom” wurde erstmals am 1. November 1936 von Mussolini in einer Rede in Mailand verwendet und symbolisierte die politische und militärische Annäherung beider Staaten.
Zwischen 1934 und 1943 trafen sich Hitler und Mussolini insgesamt siebzehn Mal, wobei mehrere dieser Begegnungen mit großem propagandistischem Aufwand inszeniert wurden. Das erste Treffen fand am 14. Juni 1934 in Venedig statt und verlief noch verhalten. Bedeutender waren spätere Staatsbesuche: Im September 1937 besuchte Mussolini Deutschland, wo er mit pompösen Aufmärschen und Militärparaden empfangen wurde. Der Gegenbesuch Hitlers in Italien im Mai 1938 wurde mit ähnlichem Prunk zelebriert und beinhaltete Stationen in Rom, Neapel und Florenz.
Diese Treffen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Einheit der faschistischen Mächte demonstrieren, die Bevölkerungen beider Länder auf die gemeinsame Ideologie einschwören und gleichzeitig den westlichen Demokratien die Stärke der Achsenmächte vor Augen führen. Zur Dokumentation und Verherrlichung dieser Ereignisse wurden zahlreiche Propagandamaterialien hergestellt, darunter auch Erinnerungsabzeichen, Medaillen und Plaketten.
Das vorliegende Abzeichen ist hohlgeprägt, eine Technik, bei der das Metall von beiden Seiten bearbeitet wird, um ein Relief zu erzeugen. Diese Fertigungsmethode war bei Abzeichen des Dritten Reiches weit verbreitet, da sie kostengünstig in größeren Stückzahlen produziert werden konnte. Die Befestigung erfolgt mittels einer Nadel auf der Rückseite, was typisch für Ansteckabzeichen dieser Zeit war.
Solche Erinnerungsabzeichen wurden häufig von privaten Herstellern oder Parteiorganisationen produziert und bei den entsprechenden Veranstaltungen verkauft oder verteilt. Sie richteten sich an Teilnehmer der Großveranstaltungen, Parteimitglieder und Sympathisanten. Im Gegensatz zu offiziellen militärischen Auszeichnungen oder Orden existierte für diese Gedenkabzeichen keine streng geregelte Verleihungspraxis. Sie dienten primär der Erinnerung und als sichtbares Bekenntnis zur nationalsozialistischen Ideologie und zur Achse Berlin-Rom.
Die Inschrift “Berlin-Roma” auf dem Abzeichen verweist direkt auf die politische Achse zwischen beiden Hauptstädten. Diese symbolische Verbindung wurde in der Propaganda beider Regime ständig betont. Die Abzeichen trugen zur Mythologisierung der Beziehung zwischen den beiden Diktatoren bei und sollten den Eindruck einer unzerbrechlichen Freundschaft und gemeinsamen historischen Mission vermitteln.
Die formale Besiegelung der Allianz erfolgte durch den “Stahlpakt” vom 22. Mai 1939, ein Militärbündnis, das beide Nationen zu gegenseitigem Beistand verpflichtete. Der spätere Dreimächtepakt vom 27. September 1940 erweiterte diese Allianz um Japan und bildete die Grundlage der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg.
Aus heutiger sammlungsgeschichtlicher Perspektive gehören solche Abzeichen zu den dokumentarischen Zeugnissen der nationalsozialistischen Propaganda und der Geschichte des europäischen Faschismus. Sie werden von Museen, wissenschaftlichen Institutionen und privaten Sammlern bewahrt, um die Mechanismen totalitärer Herrschaft und deren Selbstdarstellung zu dokumentieren und zu erforschen. Der Zustand “2” entspricht in der numismatischen und militärhistorischen Bewertungsskala einem sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten ist wichtig für das Verständnis der Propaganda- und Herrschaftstechniken des Nationalsozialismus. Sie verdeutlichen, wie durch Symbolik, Ritual und materielle Kultur politische Ideologien verbreitet und gefestigt wurden.