Mein Kampf - Band 1 + 2 getrennt mit Schutzumschlag,

München, Zentralverlag der NSDAP, 1933, 12. Auflage kartoniert und 1933 11. Auflage zusammen 781 Seiten, Zustand 2. Schutzumschläge beschädigt aber der Bildteil lose anbei
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240,00

Mein Kampf - Band 1 + 2 getrennt mit Schutzumschlag,

Die vorliegende Ausgabe von "Mein Kampf" aus dem Jahr 1933 repräsentiert ein bedeutsames Dokument der deutschen Geschichte und der nationalsozialistischen Propaganda. Das Werk, verfasst von Adolf Hitler während seiner Inhaftierung in der Festung Landsberg nach dem gescheiterten Putschversuch vom 9. November 1923, wurde zum ideologischen Grundlagenwerk der NSDAP und des späteren NS-Regimes.

Entstehung und Veröffentlichung: Der erste Band von "Mein Kampf" erschien am 18. Juli 1925 unter dem Untertitel "Eine Abrechnung" beim Franz Eher Verlag in München. Der zweite Band folgte im Dezember 1926 mit dem Untertitel "Die nationalsozialistische Bewegung". Zunächst verkaufte sich das Werk nur mäßig, mit etwa 23.000 verkauften Exemplaren bis 1929. Dies änderte sich jedoch dramatisch nach dem Wahlsieg der NSDAP 1930 und insbesondere nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933.

Die vorliegende 12. Auflage von Band 1 und 11. Auflage von Band 2 stammen aus diesem entscheidenden Jahr 1933, als das Buch zum Massenphänomen wurde. Der Zentralverlag der NSDAP, der Franz Eher Nachfolger, produzierte in dieser Zeit zahlreiche Auflagen. Nach 1933 wurde das Werk quasi zur Pflichtlektüre: Es wurde bei Eheschließungen von Standesämtern verschenkt, in Schulen verwendet und in Millionen von Haushalten verbreitet. Bis 1945 wurden etwa 12,5 Millionen Exemplare gedruckt.

Verlegerische Besonderheiten: Die Ausgaben von 1933 mit Schutzumschlag sind von besonderem sammlungshistorischem Interesse. Die Schutzumschläge dieser frühen Auflagen waren oft mit propagandistischen Bildmotiven versehen und zeigten typischerweise das Portrait Hitlers oder nationalsozialistische Symbolik. Die Tatsache, dass die beiden Bände getrennt vorliegen, entspricht der ursprünglichen Veröffentlichungsform – erst später wurden häufig Gesamtausgaben in einem Band produziert.

Inhalt und Ideologie: Das Werk enthält Hitlers autobiographische Darstellungen, seine politische Ideologie und sein Weltbild. Es propagiert den Antisemitismus, den Sozialdarwinismus, die Lebensraumideologie und den Führerkult. Der Text ist durchzogen von Rassentheorien und enthält bereits die Grundzüge der späteren Vernichtungspolitik. Historiker betrachten das Werk als Schlüsseldokument zum Verständnis der nationalsozialistischen Ideologie.

Sammlungs- und Forschungskontext: Nach 1945 wurde der Besitz des Buches in Deutschland nicht verboten, jedoch stellte der Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger Hitlers jegliche Neuauflagen unter Strafe. Diese Regelung galt bis zum Ablauf der Urheberrechte am 31. Dezember 2015. Seitdem sind kritische, wissenschaftlich kommentierte Ausgaben erschienen, insbesondere die Edition des Instituts für Zeitgeschichte von 2016.

Exemplare aus den Jahren 1925 bis 1933 sind heute vor allem für militärhistorische Sammlungen, Museen und Forschungseinrichtungen von Bedeutung. Sie dokumentieren die Frühphase der NS-Bewegung und die Verbreitung ihrer Ideologie. Der beschädigte Zustand der Schutzumschläge ist typisch für intensiv genutzte Exemplare aus dieser Zeit. Der beiliegende lose Bildteil war ein charakteristisches Element vieler Ausgaben und enthielt typischerweise Photographien aus Hitlers Leben und der Parteigeschichte.

Historische Einordnung: Das Jahr 1933 markiert die Zäsur zwischen der Weimarer Republik und der NS-Diktatur. Die massenhafte Verbreitung von "Mein Kampf" ab diesem Jahr war Teil der systematischen Durchdringung der deutschen Gesellschaft mit nationalsozialistischem Gedankengut. Die hohen Auflagenzahlen der einzelnen Bände – hier die 12. bzw. 11. Auflage – belegen die rasante Zunahme der Verbreitung nach der "Machtergreifung".

Heute dienen solche Exemplare ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung. Sie erinnern an die Gefahren totalitärer Ideologien und die Bedeutung kritischer Geschichtsbetrachtung.