NSFK Bronzene Teilnehmerplakette "Nationalsozialistisches Fliegerkorps - Deutschlandflug 1938"
NSFK Bronzene Teilnehmerplakette "Deutschlandflug 1938"
Die vorliegende Plakette stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Luftfahrtpropaganda der Vorkriegszeit dar. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) wurde am 17. April 1937 als Nachfolgeorganisation des Deutschen Luftsportverbandes gegründet und unterstand direkt dem Korpsführer Friedrich Christiansen, später ab 1943 Alfred Keller. Die Organisation diente der fliegerischen Vorschulung und der Popularisierung des Flugwesens im Deutschen Reich.
Der Deutschlandflug 1938 war eine der prestigeträchtigsten Luftsportveranstaltungen des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese Zuverlässigkeitsflüge wurden seit 1925 durchgeführt und entwickelten sich zu bedeutenden propagandistischen Ereignissen. Der Deutschlandflug 1938 fand vom 20. bis 29. Mai 1938 statt und führte die Teilnehmer auf einer anspruchsvollen Route durch das gesamte Reichsgebiet, einschließlich der kurz zuvor annektierten österreichischen Gebiete nach dem Anschluss im März 1938.
Die Veranstaltung hatte mehrere Zielsetzungen: Zum einen sollte die technische Leistungsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie demonstriert werden, zum anderen diente sie der Ausbildung und Erprobung von Piloten unter verschiedenen Bedingungen. Darüber hinaus war der Deutschlandflug ein wichtiges Instrument zur Popularisierung der Fliegerei in der Bevölkerung und zur Rekrutierung neuer Mitglieder für das NSFK.
Die hier beschriebene bronzierte Aluminium-Plakette wurde an die Teilnehmer des Deutschlandflugs 1938 verliehen. Die Verwendung von bronziertem Aluminium war typisch für diese Zeit, da es eine kostengünstige Alternative zu massiven Metallausführungen darstellte, während es dennoch einen repräsentativen Eindruck vermittelte. Die rückseitige Verleihungsnummer 1167 deutet auf eine beträchtliche Anzahl von Teilnehmern hin und ermöglichte eine individuelle Zuordnung der Plakette.
Das NSFK war straff hierarchisch organisiert und in verschiedene Fliegergruppen, Fliegerstandarten und Fliegerstürme gegliedert. Die Organisation verfügte über eigene Flugzeuge, Segelflugzeuge und Schulungseinrichtungen. Bis 1939 hatte das NSFK etwa 550.000 Mitglieder, von denen viele später zur Luftwaffe eingezogen wurden. Die fliegerische Vorschulung im NSFK erwies sich als wertvolle Vorbereitung für den späteren Kriegseinsatz.
Die Auszeichnungen und Abzeichen des NSFK wurden nach strengen Richtlinien verliehen und dokumentiert. Neben Teilnehmerplaketten wie der vorliegenden gab es auch Leistungsabzeichen, Segelfliegerabzeichen und verschiedene Ehrenzeichen. Die Plaketten wurden in der Regel in verschiedenen Stufen vergeben, wobei Bronze die niedrigste Stufe darstellte, gefolgt von Silber und Gold.
Der historische Kontext des Jahres 1938 ist von besonderer Bedeutung: Das Deutsche Reich hatte im März Österreich annektiert, im September würde die Sudetenkrise ihren Höhepunkt erreichen. Die militärische Aufrüstung wurde beschleunigt, und die Luftwaffe spielte dabei eine zentrale Rolle. Der Deutschlandflug 1938 fand somit in einer Phase intensiver politischer Spannungen statt und diente auch der Demonstration deutscher Luftüberlegenheit.
Nach Kriegsbeginn 1939 veränderte sich die Rolle des NSFK grundlegend. Die Organisation wurde noch stärker in die militärische Ausbildung eingebunden und konzentrierte sich auf die Schulung von Luftwaffennachwuchs. Viele der Flugzeuge und Einrichtungen wurden für militärische Zwecke requiriert.
Aus heutiger historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der nationalsozialistischen Organisations- und Propagandastrukturen. Sie dokumentieren die umfassende Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen und die gezielte Vorbereitung auf den Krieg. Die Nummerierung der Plaketten ermöglicht zudem eine gewisse Quantifizierung der Beteiligung an solchen Veranstaltungen.
Das NSFK wurde nach Kriegsende 1945 durch die alliierten Besatzungsmächte aufgelöst und als nationalsozialistische Organisation verboten. Seine Mitglieder unterlagen teilweise der Entnazifizierung. Die erhaltenen Auszeichnungen und Dokumente sind heute wichtige Quellen für die historische Forschung zur NS-Zeit und zur Geschichte der deutschen Luftfahrt.