NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Salzkammergut Wertungsfahrt 1939 "

Buntmetall hohlgeprägt und getönt, 72 mm, Hersteller : Lauer Nürnberg, Zustand 2.
336605
350,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Salzkammergut Wertungsfahrt 1939 "

Die NSKK-Teilnehmerplakette zur Salzkammergut Wertungsfahrt 1939 repräsentiert ein wichtiges Zeitdokument der nationalsozialistischen Kraftfahrorganisationen im letzten Friedensjahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Diese nichttragbare Plakette aus Buntmetall, hohlgeprägt und getönt mit einem Durchmesser von 72 mm, wurde von der renommierten Firma Lauer aus Nürnberg hergestellt, einem der führenden Hersteller von Abzeichen und Plaketten während der NS-Zeit.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten paramilitärischen Gliederungen der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 erhielt das NSKK zunehmend staatliche Funktionen im Bereich der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Förderung des Motorsports. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein wuchs die Organisation bis 1939 auf über 500.000 Mitglieder an.

Die Wertungsfahrten bildeten einen zentralen Bestandteil der NSKK-Aktivitäten. Diese motorsportlichen Veranstaltungen dienten nicht nur der Unterhaltung und dem sportlichen Wettbewerb, sondern erfüllten auch wichtige ideologische und praktische Funktionen. Sie sollten die kraftfahrtechnischen Fähigkeiten der Mitglieder schulen, die Zuverlässigkeit deutscher Fahrzeuge demonstrieren und gleichzeitig als Propagandaveranstaltungen dienen. Die Fahrten führten durch landschaftlich reizvolle Regionen des Deutschen Reiches und zogen oft Tausende von Zuschauern an.

Das Salzkammergut, eine Region von außergewöhnlicher landschaftlicher Schönheit im heutigen Österreich, war nach dem Anschluss im März 1938 Teil des erweiterten Deutschen Reiches geworden. Die Austragung einer NSKK-Wertungsfahrt in dieser Region im Jahr 1939 hatte somit auch eine symbolische Bedeutung, indem sie die Integration der “Ostmark” in das Reich demonstrierte. Die kurvenreichen Bergstraßen und anspruchsvollen Streckenprofile der Salzkammergut-Region stellten hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge.

Die Plakette selbst wurde als nichttragbare Erinnerungsplakette konzipiert, im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Uniform befestigt werden konnten. Solche Plaketten dienten als Teilnehmerandenken und wurden üblicherweise in einer Schatulle oder einem Etui aufbewahrt. Die Hohlprägung als Herstellungstechnik ermöglichte es, detailreiche Motive mit plastischer Wirkung zu erzeugen, während die Tönung zusätzliche optische Akzente setzte und die Konturen der Darstellung hervorhob.

Die Firma Lauer aus Nürnberg gehörte zu den etabliertesten Herstellern von militärischen und paramilitärischen Auszeichnungen während der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Das Unternehmen verfügte über umfangreiche Erfahrung in der Metallverarbeitung und Prägetechnik. Nürnberg als Standort war nicht zufällig gewählt – die Stadt wurde vom NS-Regime als “Stadt der Reichsparteitage” besonders hervorgehoben und entwickelte sich zu einem Zentrum der Abzeichen- und Ordensfertigung.

Das Jahr 1939 markiert einen bedeutsamen historischen Wendepunkt. Während im Frühjahr und Sommer noch Veranstaltungen wie die Salzkammergut Wertungsfahrt stattfanden, bereitete sich das Deutsche Reich bereits auf den Krieg vor. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 endete die Ära der friedlichen Motorsportveranstaltungen. Das NSKK wurde in der Folge zunehmend für militärische Zwecke eingesetzt, insbesondere in den Bereichen Transportwesen und Nachschub.

Sammlerstücke wie diese Teilnehmerplakette sind heute wichtige historische Quellen. Sie dokumentieren nicht nur die organisatorischen Strukturen und Aktivitäten des NSKK, sondern auch die Alltagskultur und das Selbstverständnis der nationalsozialistischen Bewegung. Die handwerkliche Qualität der Herstellung, die ikonografische Gestaltung und die Wahl der Materialien geben Aufschluss über die Wertschätzung, die solchen Veranstaltungen beigemessen wurde.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf eine geringe Benutzung oder sorgfältige Aufbewahrung hin, was bei nichttragbaren Plaketten nicht ungewöhnlich ist. Viele Teilnehmer bewahrten solche Erinnerungsstücke als persönliche Andenken an sportliche Erfolge und kameradschaftliche Erlebnisse auf, unabhängig von der späteren historischen Bewertung der Organisation und des Regimes.