Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette " 11. Ostmärkisches Strassendreieck 5. Juli 1936 "
Der Deutsche Automobil Club (DDAC) und das 11. Ostmärkische Straßendreieck 1936
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes motorsportliches Ereignis aus der Zeit des Nationalsozialismus: das 11. Ostmärkische Straßendreieck, das am 5. Juli 1936 stattfand. Diese aus vergoldetem Buntmetall gefertigte Plakette mit einem Durchmesser von 90 mm und drei Bohrungen zur Befestigung repräsentiert ein typisches Beispiel für die Veranstaltungsabzeichen des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC).
Der DDAC war die gleichgeschaltete Nachfolgeorganisation verschiedener deutscher Automobilclubs nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. Der Club wurde im April 1933 durch die Zwangsvereinigung bestehender Automobilverbände gegründet und unterstand dem Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK). Mit über 1,3 Millionen Mitgliedern in den späten 1930er Jahren war der DDAC eine der größten Massenorganisationen des Dritten Reiches und spielte eine zentrale Rolle bei der Förderung der Motorisierung und des Motorsports im nationalsozialistischen Deutschland.
Das Ostmärkische Straßendreieck war ein bedeutendes Motorsportrennen in der österreichischen Region, das bereits in der Zwischenkriegszeit etabliert wurde. Die Bezeichnung “Ostmark” bezog sich auf die österreichischen Gebiete und wurde besonders nach dem Anschluss Österreichs 1938 offiziell verwendet, war aber bereits vorher gebräuchlich. Die Veranstaltung im Jahr 1936 fand noch im unabhängigen Österreich statt, dokumentiert aber die bereits engen Verbindungen zwischen deutschen und österreichischen Motorsportorganisationen.
Solche Motorsportveranstaltungen waren im nationalsozialistischen Deutschland von erheblicher propagandistischer Bedeutung. Sie dienten nicht nur der Unterhaltung und dem sportlichen Wettkampf, sondern auch der Demonstration deutscher technischer Überlegenheit und der Förderung der Automobilindustrie. Die NS-Führung, insbesondere Adolf Hitler persönlich, erkannte früh die Bedeutung des Motorsports für die Industrieförderung und die Massenmobilisierung.
Die nichttragbare Teilnehmerplakette war typischerweise nicht für das Tragen an der Uniform bestimmt, sondern diente als Erinnerungsstück und möglicherweise als Berechtigung zum Zugang zu bestimmten Bereichen während der Veranstaltung. Die drei Bohrungen deuten darauf hin, dass die Plakette an einem Fahrzeug oder an einem festen Gegenstand befestigt werden sollte. Solche Plaketten wurden oft an Teilnehmerfahrzeugen, an Tribünen oder in Clubräumen angebracht.
Die Herstellung aus vergoldetem Buntmetall spricht für die relative Wertschätzung solcher Veranstaltungen. Die Vergoldung verlieh der Plakette einen repräsentativen Charakter und sollte die Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen. Die Größe von 90 mm war typisch für solche Veranstaltungsplaketten und ermöglichte sowohl eine detaillierte Gestaltung als auch eine gute Sichtbarkeit.
Das Jahr 1936 war im nationalsozialistischen Deutschland von besonderer Bedeutung. Es war das Jahr der Olympischen Spiele in Berlin, die als große propagandistische Inszenierung des Regimes dienten. Der Motorsport wurde parallel zu anderen Sportveranstaltungen intensiv gefördert. Deutsche Rennfahrer und Automobilhersteller wie Mercedes-Benz und Auto Union dominierten in dieser Zeit den internationalen Motorsport, was vom Regime als Beweis für die Überlegenheit der deutschen Technik und Rasse interpretiert wurde.
Die Sammlung und Bewahrung solcher historischen Objekte ist von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des Motorsports, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Strukturen ihrer Zeit. Die Plakette steht exemplarisch für die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die nationalsozialistische Organisation und Ideologie.
Heute sind solche Plaketten begehrte Sammlerstücke für Militaria- und Automobilhistoriker. Sie bieten Einblicke in die Alltagskultur und die Organisationsstrukturen des Dritten Reiches. Die wissenschaftliche Aufarbeitung solcher Objekte trägt zum Verständnis dieser dunklen Periode der deutschen Geschichte bei und hilft, die Mechanismen der nationalsozialistischen Herrschaft zu verstehen.