III. Reich - Beitragskarte des Reichsbundes der Deutschen Beamten E.v 

mit Beitragsmarken, gebrauchter Zustand. 
472006
30,00

III. Reich - Beitragskarte des Reichsbundes der Deutschen Beamten E.v 

Die Beitragskarte des Reichsbundes der Deutschen Beamten e.V. (RDB) stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument aus der Epoche des Dritten Reiches dar. Diese Mitgliedskarten mit aufgeklebten Beitragsmarken dokumentieren nicht nur die bürokratische Organisation der nationalsozialistischen Berufsverbände, sondern auch die umfassende Gleichschaltung des deutschen Beamtentums zwischen 1933 und 1945.

Der Reichsbund der Deutschen Beamten wurde im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme als Nachfolgeorganisation verschiedener Beamtenverbände der Weimarer Republik gegründet. Nach dem Führerprinzip organisiert, unterstand der RDB dem Deutschen Beamtenbund, der wiederum Teil der Deutschen Arbeitsfront (DAF) war. Diese Eingliederung erfolgte im Rahmen der systematischen Gleichschaltung aller Berufsverbände, die zwischen 1933 und 1934 durchgeführt wurde.

Die Beitragskarten dienten als Nachweis der ordnungsgemäßen Mitgliedschaft und der geleisteten monatlichen oder vierteljährlichen Beitragszahlungen. Die Beitragsmarken wurden ähnlich wie Briefmarken in entsprechende Felder eingeklebt und häufig mit einem Stempel der zuständigen Dienststelle versehen. Dieses System ermöglichte eine lückenlose Kontrolle der Mitgliedschaft und stellte sicher, dass alle Beamten ihrer “Beitragspflicht” nachkamen.

Die Mitgliedschaft im RDB war für deutsche Beamte faktisch obligatorisch, auch wenn formal eine gewisse Freiwilligkeit propagiert wurde. Das nationalsozialistische Regime nutzte solche Organisationen zur ideologischen Durchdringung und Kontrolle des öffentlichen Dienstes. Beamte, die sich der Mitgliedschaft verweigerten, mussten mit erheblichen beruflichen Nachteilen rechnen. Der RDB organisierte nicht nur die standesrechtlichen Belange seiner Mitglieder, sondern diente auch als Instrument der politischen Schulung und nationalsozialistischen Indoktrination.

Die Beitragsmarken selbst waren kleine gedruckte Wertmarken, die häufig mit Hakenkreuzen, dem Reichsadler oder anderen NS-Symbolen versehen waren. Sie trugen üblicherweise Angaben zum Beitragszeitraum und dem Wert. Die Gestaltung folgte den typischen propagandistischen Gestaltungsprinzipien des Dritten Reiches und sollte die Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Staat symbolisieren.

Historisch betrachtet dokumentieren diese Beitragskarten die umfassende Bürokratisierung und Erfassung der deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus. Jeder Bürger sollte in irgendeiner Form organisatorisch erfasst und kontrolliert werden. Das Beamtentum nahm dabei eine Schlüsselrolle ein, da es die Funktionsfähigkeit des Staatsapparates garantierte und die nationalsozialistische Politik auf allen Verwaltungsebenen umsetzen musste.

Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden bereits in den ersten Monaten der NS-Herrschaft jüdische und politisch unliebsame Beamte aus dem Staatsdienst entfernt. Die verbliebenen Beamten wurden durch Organisationen wie den RDB auf die nationalsozialistische Ideologie verpflichtet und in das System integriert.

Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Dokumente von Bedeutung, da sie die zivile Infrastruktur beleuchten, die das nationalsozialistische Regime und damit auch dessen Kriegsführung ermöglichte. Beamte waren für die Verwaltung, die Wehrwirtschaft, die Organisation von Zwangsarbeit und zahlreiche andere kriegsrelevante Aufgaben unerlässlich.

Heute sind solche Beitragskarten wichtige Quellen für die historische Forschung. Sie erlauben Einblicke in die Alltagsgeschichte des Dritten Reiches und dokumentieren die Mechanismen sozialer Kontrolle und ideologischer Durchdringung. Für Sammler militärhistorischer und zeitgeschichtlicher Objekte stellen sie authentische Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte dar, die zur Mahnung und Aufklärung beitragen können.